Dieser Spruch durchzieht schon mein ganzes Leben, und....... ab und zu kann man ihn sogar umsetzen, dachte ich. Wenn es z.B. darum geht, abends festzustellen, dass nichts "Süsses" zu Hause ist. Okay, dann nehmen wir heute mal ab oder essen was mit vielen Vitaminen. Oder wenn ich morgens aufwache und schon angeödet bin von den vielen Terminen; dann machen wir halt das Beste daraus....
Und dann war ich in der Mission.... Kosovo 2002 und 2003, mitten in Europa!!.
Menschen, die seit 20 Jahren im Bürgerkrieg leben. Deren Behausung teilweise durchlöchert ist wie ein Sieb. Elementare Dinge wie Nahrung, Wasser oder Strom: Mangelware. Ganz zu schweigen von Geld!!
Jeden Tag irgendwelche Explosionen, jeden Tag zu irgendwelchen Funden von Booby-Trap´s (Minen..). Attentate , Bedrohungen und Raubüberfälle auf UN-Mitarbeiter. Gepanzerte Fahrzeuge wurden in die Luft gesprengt, Geheime politische Treffen, die in der Detonation einer Panzerfaust aufgelöst werden. Tote, Schwerverletzte immer und immer wieder...
Es gab auch kurioses: Fleisch wurde beim Metzger an die Vitrine gehängt. Das Glas der Vitrine wurde immer wieder mit Wasser bespritzt, damit das Glas und somit auch das Fleisch gekühlt wird (sog. kosovarischer Kühlschrank!!). Hunde, die sich zu Rudeln zusammentun, um auf Jagd zu gehen und im Winter sogar Menschen anfallen.
Die älteren Menschen dort, die diesen Krieg immer wieder erlebt haben, wollen heute nur noch Frieden. Und sie kommen - mehr schlecht, als recht - damit aus.
Die junge Generation, die sich ohne Arbeit und Perspektive wiederfindet, hält die Gewalt aufrecht. Gewalt ist Macht und nur mit Macht kommt man zu Einfluss und Geld. Eine Generation dazwischen gibt es kaum, all die Soldaten und "Kämpfer der UCK" wurden mehr oder weniger ausgelöscht, oder sind zu Kriegshelden avanciert.
Warum ich das schreibe??
Ganz einfach.... Ich habe von diesen Menschen gelernt. Diese Menschen - und ich habe einige davon kennen gelernt - konnten sich wirklich an den kleinen Dingen des Lebens freuen und jeden Tag darüber, dass sie noch leben.
Sie haben tatsächlich vieles nicht "ändern" können, aber sie haben nie die Hoffnung auf ihr Leben aufgegeben.
