"Eines Tages, ich kam gerade von der Schule nach Hause, fragte mich meine Mutter, ob ich am späten Nachmittag auf die Kinder ihrer Freundin aufpassen könnte. Oh, da bekam ich große Augen und ich sagte sofort zu, denn das Geld konnte ich gut gebrauchen. So würde ich mir endlich eine Jeans in der Art leisten können, wie sie meine Freundinnen schon lange hatten.
Ich wollte gleich in den Jeans-Laden gehen, um mir das genaue Modell auszusuchen. Doch dann fiel mir auf, dass die Zeit nicht ausreichen würde. Am Nachmittag vor dem Babysitten war ja noch das Treffen mit einer Jugendgruppe. Wir sprachen über das 'Wort des Lebens'. Es ging um das Teilen und die vielen notleidenden Kinder in der Welt. Je mehr ich davon hörte, desto unruhiger wurde ich. Am Ende entschlossen wir uns, ein Sparschwein aufzustellen, in dem wir einen Teil unseres Taschengeldes für eben diese bedürftigen Kinder sammeln wollten. Ich hatte noch ein paar Geldstücke in der Tasche, die ich in das Sparschwein hineinwarf.
Später, beim Babysitten, war ich so sehr mit den Kleinen beschäftigt, dass ich unsere Idee schnell vergaß. Sie fiel mir auch nicht wieder ein, als ich schließlich das verdiente Geld in der Hand hatte.
Am nächsten Tag bat ich meine Mutter gleich nach dem Mittagessen, mit mir in die Innenstadt zu fahren, um die Jeans zu kaufen. Ich hatte schon ein paar Hosen anprobiert, als ich plötzlich wieder an die Kinder in Brasilien dachte.
Einen Moment war ich hin- und hergerissen, und dabei ging es bei mir innerlich echt zur Sache. Doch dann entschied ich mich, zog entschlossen die neue Jeans aus und schlüpfte wieder in meine alte Hose. Sofort bin ich dann mit meiner Mutter zu der Jugendgruppe gefahren und habe mein selbstverdientes Geld in das Sparschwein gesteckt.
Und danach war ich echt froh..." C.L., 13 J.
