Wovon redet dieser Mensch. Ich meine den Schritt zur 6 vor dem Komma.
Blicken wir zurück. Damals war man neun Jahre alt, der 10. Geburtstag stand vor der Tür. Waren die Geschenke etwas besonderes? Eher nicht. Da war eine Kerze mehr auf der Torte und so mancher musste zweimal pusten, ehe die Lichter verloschen,doch größere Probleme gab es mit dem Eintritt ins zweite Lebensjahrzehnt nicht. Vielleicht, dass da ein frecher Matz sagte: du siehst ja aus wie acht; doch wie schnell konnte man kontern: Ich Bin Schon Zehn. Mehr war es nicht.
Anders der Schritt in die Zwanziger. Damals wurde man dann bekanntlich erst volljährig, aber auch sonst tat sich einiges in den goldenen Zwanzigern. Gingen nicht etliche Herzen in Heidelberg (oder sonst wo) verloren? Singt nicht noch heute der ein oder andere: Man müßte nochmals zwanzig sein?
Demungeachtet, die Zwanziger legten unsere familiären Wurzeln, Ehe, Kinder o.ä. Ach ja, und der Beruf!
So wechselte man dann problemlos in die Dreißiger.
Gab es da nicht diesen blöden Spruch: Trau keinem über dreißig (sicher von den 68zigern erfunden). Aber geändert hatte man sich doch nicht, nur dass man nun selber zur Elternversammlung ging, der Beruf einem den halben Tag wegnahm und außer, dass man erfreut aufhorchte, wenn jemand behauptete: Du siehst aber gar nicht wie 35 aus, eher wie.....(meist natürlich jünger!).
Und schon war der 40. Geburtstag heran. Da erinnere ich mich an einen Buchtitel: Das Leben beginnt mit 40. Welch ein Schmarren. War denn vorher nichts?
Nun ja, die Kinder waren aus dem Gröbsten heraus, es war auch einmal Zeit für Kino, Theater und Opera oder größere Reisen, aber einen Ruck hatte es zwischen 39 und 40 nicht gegeben und die Dingen liefen weiter und man installierte sich oder war bestens installiert, aber Probleme bereitete der Dekadienwechsel nicht.
Die Zeit eilt weiter, wir mit ihr und schon wurde man 50.
Die Mitte des Lebens war überschritten, man stand im Zenit, man erwärmte sich an dieser Vorstellung und die Aussicht auf die zu erwartenden Versicherungen, Altersermäßigungen, Teilzeitbeschäftigungen und was es sonst noch an Errungen-
schaften unseres Systems gibt, waren nun in Reichweite. So mancher blickte wohl auch schon auf zukünftige Enkelkinder hinab, Großmutter und Großvaterglück in spe, etce!
Aber nun! Der Geburtstag nach dem 59zigsten!
Wie sagte da einer zu mir:"Mensch, schon 60zig? Da haste etja bald jeschafft (mit der Rente, war gemeint - oder was?),". Und mir war das peinlich. Ausgemustert, selbst der
Bund entlässt seine Offiziere bereits mit 55.
Ich gebe zu, in den ersten Wochen, Monaten und..., habe ich
immer gesagt, ich sei 59. = Besser als 60, dabei lagen am Anfang nur ein paar Tage dazwischen. Und dann war im Planetz
die Lebensalterberechnung nach biologischem Gesichtspunkt:
Hähä, da war sie wieder die Wahrheit, 57 hatte der Computer ausgerechnet, also doch nicht 60+. Wer irrt also? Vielleicht die Eltern, die einst falsche Angaben gemacht hatten (Nachkriegszeit usw.)?
Diese Hürde auf die 6 vor dem Komma macht mir noch immer zu schaffen, wenngleich ich nun schon ein wenig eingenistet bin. Da graust es schon vor der nächsten Hürde: 69 auf 70!
(Natürlich muss der liebe Gott mitspielen, dass auch dieer Sprung bewältigt wird, aber mir schwant, dass dann eine schöne Erinnerung wiederkehrt: Siebzig, ich doch nicht, neunundsechzig!) Bleibt alle wacker!