Die Raupe Toni
Diese Geschichte schrieb Loni, die ihren Kampf gegen den Brustkrebs 1994 verlor. Ich werde Dich nie vergessen!
Die Raupe Toni
Toni war eine kleine Raupe.
Jeden Morgen kroch sie, genau wie die anderen Raupen, auf ihrem Baum unter ihrem Blatt hervor und suchte frisches Grün.
Raupen müssen viel fressen. Das wusste auch Toni und entdeckte jeden Tag neue Futterquellen.
Eines Tages regnete es und die Raupen hatten sich alle unter den Blättern verkrochen. Dort war es trocken wie unter einem Regenschirm.
Mit der Zeit wurde es der Raupe Toni langweilig. Schließlich kroch sie neugierig zwischen den Blättern entlang. Dabei wurden ihre Haare nass und sie musste sich jedesmal schütteln.
Der Regen wurde weniger und die Sonne kam wieder hervor. Dicke Regentropfen glänzten in allen Farben.
Vorsichtig kroch Toni auf einem grossen Blatt entlang. Sie wollte sich so einen Regentropfen einmal genauer ansehen.
Plötzlich stutzte sie. In dem Regentropfen war doch eine Raupe zu sehen. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie begriff, dass es ihr eigenes Spiegelbild war. Zuerst machte sie allerhand Faxen und fand es lustig, sich selbst zu sehen. Dann betrachtete sie genau ihr Aussehen und verglich es in Gedanken mit den anderen auf dem Baum lebenden Raupen. Dabei stellte sie das erstemal fest, dass sie ganz anders aussah.
Toni war klein und hatte kurze schwarze Haare. Die anderen Raupen waren viel grösser und hatten lange schwarze Haare mit gelben Ringen, die in der Sonne immer so schön glänzten. "Merkwürdig", dachte Toni. "Warum hat mir noch niemand gesagt, dass ich anders aussehe?" Sie konnte ihren Blick gar nicht abwenden von ihrem Spiegelbild und ihre Gedanken schienen ganz darin versunken zu sein.
Der Wassertropfen indessen rutschte auf dem Blatt immer weiter und hatte bereits die äußerste Spitze erreicht, so dass sich dieses unter seinem Gewicht schon weit herunterbog. Plötzlich rutschte der Tropfen ganz ab und das Blatt federte mit einem Ruck in die Höhe. Erschrocken rollte Toni sich zusammen und kullerte wie ein Ball auf der anderen Seite des Blattes herunter und landete auf dem Rasen.
Noch ganz benommen von dem Sturz bahnte sie sich langsam einen Weg durch die langen nassen Grashalme, bis sie ihren Baum wieder erreicht hatte. Mühsam kroch Toni den Stamm wieder hinauf.
Inzwischen kamen auch die anderen Raupen aus ihren Verstecken hervor und machten sich auf den Weg zu ihren Futterplätzen.
"Komm mit, Toni." rief ihr eine Raupe zu. "Ich kenne noch eine schönes Plätzchen mit viel frischen Blättern. Da ist genug für uns beide."
Toni aber war noch ganz in Gedanken mit ihrem Spiegelbild beschäftigt und kroch ohne eine Antwort zu geben an der anderen Raupe vorbei. "Warum habe ich keine so schönen gelben Ringe wie die anderen?" überlegte sie unentwegt und wurde ganz traurig.
Ganz oben im Baum angekommen, konnte sie die ganze Wiese überschauen.
Gelbe Blumen leuchteten hell in der Sonne. Dann schaute sie wieder zwischen die Zweige des Baumes und sah einige Raupen, die ganz vertieft mit dem Fressen beschäftigt waren. Auch ihre gelben Ringe leuchteten in der Sonne. "Es muss doch irgendwie zu machen sein, dass auch ich gelbe Ringe bekomme." überlegte sie angestrengt. Plötzlich hatte Toni eine Idee.
So schnell sie konnte kroch sie wieder den Baum hinab auf die Wiese. Sie war auf der Suche nach einer gelben Blume. Sie kroch den Boden entlang und hatte Mühe, überhaupt eine zu finden. Von hier unten sah alles so anders aus. Es war dunkel und Toni sah fast nur grün.
Grüne Grashalme, grüne Blumenstengel und wenn sie nach oben schaute, sah sie Blumenköpfe wie Regenschirme über sich. Und diese waren auch oft grün. Lediglich an den Rändern konnte sie die Farbe erkennen, wenn die Sonne sie nicht gerade blendete.
Endlich hatte die schwarze Raupe eine gefunden, die ihr geeignet erschien und kroch vorsichtig den Stiel hinauf. Sie hatte Mühe von der Unterseite der Blume nach oben zu gelangen, denn mit Blumen hatte sie bisher ja noch keine Erfahrungen gehabt.
Staunend besah sich Toni nun die Blume ganz genau und kroch vorsichtig darüber. Gelber Blütenstaub wurde dadurch aufgewirbelt und setzte sich in Tonis schwarzen Haaren fest. "Kannst du mir etwas von deinem Blütenstaub abgeben?" fragte Toni schließlich. "Aber sicher, nimm soviel du möchtest. Ich habe reichlich davon." sagte die Blume.
Da freute sich Toni und erzählte was sie vorhatte. Mit Hilfe der freundlichen Blume bekam sie nun gelbe Streifen auf ihre schwarzen Haare gemalt.
"Genauso habe ich mir das vorgestellt." stellte Toni befriedigt fest. "Komm morgen noch einmal vorbei." Sagte die Blume, "denn der Blütenstaib fällt leicht wieder ab." Das wollte Toni gerne tun und kroch vergnügt zurück zu ihrem Baum.
Oben im Baum angekommen, verkroch sie sich unter einem Blatt und schlief ein. Am nächsten Morgen erwachte sie erst, als die Sonne schon hoch am Himmel stand. Gleich machte sie sich wieder auf den Weg zur Wiese, um wieder die gelbe Blume aufzusuchen, mit deren schönem, gelben Blütenstaub sie sich wieder Ringe malen konnte. Auch heute half ihr die Blume dabei. "Ob ich jetzt wohl auch in der Sonne glänze?" überlegte Toni und kroch von der Blume.
Gegen Abend erreichte sie wieder die oberen Äste des Baumes. Irgend etwas kam ihr heute jedoch verändert vor. Am Ende eines dicken Astes saßen viele Raupen beisammen, was sie sonst garnicht taten. Und sie fraßen auch garnicht.
In diesem Moment vergaß Toni ganz, dass sie gerade von der Wiese kam und kroch neugierig zu den anderen und setzte sich dazu. Eifrig waren die Raupen damit beschäftigt sich Kokons zu spinnen und plauderten lebhaft miteinander. Sie nahmen zunächst keine Notiz von Toni. Aber sie hörte genau zu, was die anderen sagten: "Bald ist es soweit. Habt ihr auch genug gefuttert? Wir sehen uns als Schmetterlinge wieder."
Nur langsam begriff Toni von was die Raupen redeten. "Und du Toni?" wollte eine Raupe wissen, die erst jetzt gemerkt hatte, dass die kleine schwarze Raupe auch dasaß. "Willst du keinen Kokon spinnen?" Dabei richtete sie ihre Augen auf Toni. "Wie siehst du überhaupt aus? Du bist ja ganz gelb!"
Bei diesen Worten wandten nun alle anderen ihre Köpfe und betrachteten Toni. Zuerst freuet Toni sich. Aber weil keiner den Blick von ihr abwandte, wurde sie verlegen. Dann erzählte sie, dass sie entdeckt hatte, dass sie ganz anders aussähe als alle anderen Raupen, als sie in den Regentropfen schaute. Und weil sie doch auch so schöne gelbe Streifen haben wollte, die in der Sonne glänzten, sei sie auf die Idee mit der Blume gekommen.
"Bleib bloß so wie du bist." sagten schliesslich die anderen. "Du warst doch immer so. So anders siehst du doch garnicht aus. Die gelben Ringe fehlen, na und? Man muss doch nicht in der Sonne glänzen, nur um ein schöner Schmetterling zu werden".
Das tröstete Toni ein wenig. Und so beschloss sie nicht mehr zu der gelben Blume zu kriechen um sich gelbe Streifen aufmalen zu lassen.
"Und warum spinnt ihr Kokons? Ich kann das gar nicht." fragte Toni unsicher. Darauf konnte zuerst keiner eine Antwort geben. "Vielleicht bist du ja eine ganz andere Raupe als wir". bemerkete eine aus der Runde, deren Kokon schon fast fertig war. "Und verpuppst dich ganz anders als wir. Warte doch ab."
"Und dann wirst du eine Motte mit schutzigbraunen Flügeln." rief eine andere Raupe dazwischen und bei dieser Vorstellung fingen alle anderen an zu lachen. Auch Toni lachte schliesslich mit und plaudernd spannen die Raupen weiter, während Toni ihnen zusah.
Nach und nach hatten die Raupen ihren Kokon fertiggestellt und verkrochen sich darin. Bald blieb nur Toni zurück. "Abwarten?" dachte sie gelangweilt. "Ob das richtig ist?" Ihre Energie wirde immer weniger und sie wurde immer müder. Eines Tages setzte sie sich unter ein Blatt und um sie herum bildete sich eine feste Hülle. So hatte auch sie sich wie alle anderen Raupen verpuppt und wartete auf ihre Entwicklung zum Schmetterling.
Eines schönen Sommertages brachen die ersten Kokons auf. Die Raupen hatten sich in schöne Schmetterlinge mit gelbschwarzen Flügeln verwandelt und saßen nun in der Sonne um ihre Flügel trocknen zu lassen, bevor sie ihren ersten Flug über die Wuese wagen wollten.
Auch Toni hatte seine Entwicklung abgeschlossen und als er die Stimmen der anderen hörte, nagte er vorsichtig ein Loch in seine Puppe.
Nur zögernd kroch Toni heraus, weil er ein wenig fürchtete, dass er nun doch schmutzigbraune Flügel bekommen hatte. Vorsichtig setzet er sich auch in die Sonne und fing an, seine Flügel auseinanderzubreiten.
Die anderen Schmetterlinge hatten beobachtet, dass ein ganz anderer Schmetterling als sie es waren, aus einer ganz anderen Hülle wie die ihre, kroch.
Erst traute sich keiner etwas zu sagen, jedoch war ihre Neugier nun so gross, dass einer forschend fragte: "Toni, bist du es?" Als Toni dies bejahte, freuten sich alle ihn wiederzusehen und jeder erzählte von seiner Entwicklung in der Puppe. Toni hatte schöne blaue Flügel bekommen, die fast durchsichtig waren.
Nachdem alle Schmetterlinge ihre Flügel bewundert und getrocknet hatten, flogen sie zur Wiese und besuchten die Blumen. Auch Toni, jetzt der blaue Schmetterling, flog los und setzte sich von einer Blume auf die andere, um sie zu bestäuben.
Eines Tages saß er gerade auf einer gelben Blume, die er besonders liebet. Er dachte daran, wie er sich als Raupe gelbe Streifen malen liess, um genauso auszusehen, wie die anderen.
Da setzte sich ein Schmetterling zu ihm, der genau solch blaue, zarte Flügel hatte wie er selbst. Sie sahen sich an....
Von nun an sah man sie immer zusammen über die Wiese flattern.
Haltet Ausschau nach Toni und sagt ihm einen Gruss von mir!!
Toni war eine kleine Raupe.
Jeden Morgen kroch sie, genau wie die anderen Raupen, auf ihrem Baum unter ihrem Blatt hervor und suchte frisches Grün.
Raupen müssen viel fressen. Das wusste auch Toni und entdeckte jeden Tag neue Futterquellen.
Eines Tages regnete es und die Raupen hatten sich alle unter den Blättern verkrochen. Dort war es trocken wie unter einem Regenschirm.
Mit der Zeit wurde es der Raupe Toni langweilig. Schließlich kroch sie neugierig zwischen den Blättern entlang. Dabei wurden ihre Haare nass und sie musste sich jedesmal schütteln.
Der Regen wurde weniger und die Sonne kam wieder hervor. Dicke Regentropfen glänzten in allen Farben.
Vorsichtig kroch Toni auf einem grossen Blatt entlang. Sie wollte sich so einen Regentropfen einmal genauer ansehen.
Plötzlich stutzte sie. In dem Regentropfen war doch eine Raupe zu sehen. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie begriff, dass es ihr eigenes Spiegelbild war. Zuerst machte sie allerhand Faxen und fand es lustig, sich selbst zu sehen. Dann betrachtete sie genau ihr Aussehen und verglich es in Gedanken mit den anderen auf dem Baum lebenden Raupen. Dabei stellte sie das erstemal fest, dass sie ganz anders aussah.
Toni war klein und hatte kurze schwarze Haare. Die anderen Raupen waren viel grösser und hatten lange schwarze Haare mit gelben Ringen, die in der Sonne immer so schön glänzten. "Merkwürdig", dachte Toni. "Warum hat mir noch niemand gesagt, dass ich anders aussehe?" Sie konnte ihren Blick gar nicht abwenden von ihrem Spiegelbild und ihre Gedanken schienen ganz darin versunken zu sein.
Der Wassertropfen indessen rutschte auf dem Blatt immer weiter und hatte bereits die äußerste Spitze erreicht, so dass sich dieses unter seinem Gewicht schon weit herunterbog. Plötzlich rutschte der Tropfen ganz ab und das Blatt federte mit einem Ruck in die Höhe. Erschrocken rollte Toni sich zusammen und kullerte wie ein Ball auf der anderen Seite des Blattes herunter und landete auf dem Rasen.
Noch ganz benommen von dem Sturz bahnte sie sich langsam einen Weg durch die langen nassen Grashalme, bis sie ihren Baum wieder erreicht hatte. Mühsam kroch Toni den Stamm wieder hinauf.
Inzwischen kamen auch die anderen Raupen aus ihren Verstecken hervor und machten sich auf den Weg zu ihren Futterplätzen.
"Komm mit, Toni." rief ihr eine Raupe zu. "Ich kenne noch eine schönes Plätzchen mit viel frischen Blättern. Da ist genug für uns beide."
Toni aber war noch ganz in Gedanken mit ihrem Spiegelbild beschäftigt und kroch ohne eine Antwort zu geben an der anderen Raupe vorbei. "Warum habe ich keine so schönen gelben Ringe wie die anderen?" überlegte sie unentwegt und wurde ganz traurig.
Ganz oben im Baum angekommen, konnte sie die ganze Wiese überschauen.
Gelbe Blumen leuchteten hell in der Sonne. Dann schaute sie wieder zwischen die Zweige des Baumes und sah einige Raupen, die ganz vertieft mit dem Fressen beschäftigt waren. Auch ihre gelben Ringe leuchteten in der Sonne. "Es muss doch irgendwie zu machen sein, dass auch ich gelbe Ringe bekomme." überlegte sie angestrengt. Plötzlich hatte Toni eine Idee.
So schnell sie konnte kroch sie wieder den Baum hinab auf die Wiese. Sie war auf der Suche nach einer gelben Blume. Sie kroch den Boden entlang und hatte Mühe, überhaupt eine zu finden. Von hier unten sah alles so anders aus. Es war dunkel und Toni sah fast nur grün.
Grüne Grashalme, grüne Blumenstengel und wenn sie nach oben schaute, sah sie Blumenköpfe wie Regenschirme über sich. Und diese waren auch oft grün. Lediglich an den Rändern konnte sie die Farbe erkennen, wenn die Sonne sie nicht gerade blendete.
Endlich hatte die schwarze Raupe eine gefunden, die ihr geeignet erschien und kroch vorsichtig den Stiel hinauf. Sie hatte Mühe von der Unterseite der Blume nach oben zu gelangen, denn mit Blumen hatte sie bisher ja noch keine Erfahrungen gehabt.
Staunend besah sich Toni nun die Blume ganz genau und kroch vorsichtig darüber. Gelber Blütenstaub wurde dadurch aufgewirbelt und setzte sich in Tonis schwarzen Haaren fest. "Kannst du mir etwas von deinem Blütenstaub abgeben?" fragte Toni schließlich. "Aber sicher, nimm soviel du möchtest. Ich habe reichlich davon." sagte die Blume.
Da freute sich Toni und erzählte was sie vorhatte. Mit Hilfe der freundlichen Blume bekam sie nun gelbe Streifen auf ihre schwarzen Haare gemalt.
"Genauso habe ich mir das vorgestellt." stellte Toni befriedigt fest. "Komm morgen noch einmal vorbei." Sagte die Blume, "denn der Blütenstaib fällt leicht wieder ab." Das wollte Toni gerne tun und kroch vergnügt zurück zu ihrem Baum.
Oben im Baum angekommen, verkroch sie sich unter einem Blatt und schlief ein. Am nächsten Morgen erwachte sie erst, als die Sonne schon hoch am Himmel stand. Gleich machte sie sich wieder auf den Weg zur Wiese, um wieder die gelbe Blume aufzusuchen, mit deren schönem, gelben Blütenstaub sie sich wieder Ringe malen konnte. Auch heute half ihr die Blume dabei. "Ob ich jetzt wohl auch in der Sonne glänze?" überlegte Toni und kroch von der Blume.
Gegen Abend erreichte sie wieder die oberen Äste des Baumes. Irgend etwas kam ihr heute jedoch verändert vor. Am Ende eines dicken Astes saßen viele Raupen beisammen, was sie sonst garnicht taten. Und sie fraßen auch garnicht.
In diesem Moment vergaß Toni ganz, dass sie gerade von der Wiese kam und kroch neugierig zu den anderen und setzte sich dazu. Eifrig waren die Raupen damit beschäftigt sich Kokons zu spinnen und plauderten lebhaft miteinander. Sie nahmen zunächst keine Notiz von Toni. Aber sie hörte genau zu, was die anderen sagten: "Bald ist es soweit. Habt ihr auch genug gefuttert? Wir sehen uns als Schmetterlinge wieder."
Nur langsam begriff Toni von was die Raupen redeten. "Und du Toni?" wollte eine Raupe wissen, die erst jetzt gemerkt hatte, dass die kleine schwarze Raupe auch dasaß. "Willst du keinen Kokon spinnen?" Dabei richtete sie ihre Augen auf Toni. "Wie siehst du überhaupt aus? Du bist ja ganz gelb!"
Bei diesen Worten wandten nun alle anderen ihre Köpfe und betrachteten Toni. Zuerst freuet Toni sich. Aber weil keiner den Blick von ihr abwandte, wurde sie verlegen. Dann erzählte sie, dass sie entdeckt hatte, dass sie ganz anders aussähe als alle anderen Raupen, als sie in den Regentropfen schaute. Und weil sie doch auch so schöne gelbe Streifen haben wollte, die in der Sonne glänzten, sei sie auf die Idee mit der Blume gekommen.
"Bleib bloß so wie du bist." sagten schliesslich die anderen. "Du warst doch immer so. So anders siehst du doch garnicht aus. Die gelben Ringe fehlen, na und? Man muss doch nicht in der Sonne glänzen, nur um ein schöner Schmetterling zu werden".
Das tröstete Toni ein wenig. Und so beschloss sie nicht mehr zu der gelben Blume zu kriechen um sich gelbe Streifen aufmalen zu lassen.
"Und warum spinnt ihr Kokons? Ich kann das gar nicht." fragte Toni unsicher. Darauf konnte zuerst keiner eine Antwort geben. "Vielleicht bist du ja eine ganz andere Raupe als wir". bemerkete eine aus der Runde, deren Kokon schon fast fertig war. "Und verpuppst dich ganz anders als wir. Warte doch ab."
"Und dann wirst du eine Motte mit schutzigbraunen Flügeln." rief eine andere Raupe dazwischen und bei dieser Vorstellung fingen alle anderen an zu lachen. Auch Toni lachte schliesslich mit und plaudernd spannen die Raupen weiter, während Toni ihnen zusah.
Nach und nach hatten die Raupen ihren Kokon fertiggestellt und verkrochen sich darin. Bald blieb nur Toni zurück. "Abwarten?" dachte sie gelangweilt. "Ob das richtig ist?" Ihre Energie wirde immer weniger und sie wurde immer müder. Eines Tages setzte sie sich unter ein Blatt und um sie herum bildete sich eine feste Hülle. So hatte auch sie sich wie alle anderen Raupen verpuppt und wartete auf ihre Entwicklung zum Schmetterling.
Eines schönen Sommertages brachen die ersten Kokons auf. Die Raupen hatten sich in schöne Schmetterlinge mit gelbschwarzen Flügeln verwandelt und saßen nun in der Sonne um ihre Flügel trocknen zu lassen, bevor sie ihren ersten Flug über die Wuese wagen wollten.
Auch Toni hatte seine Entwicklung abgeschlossen und als er die Stimmen der anderen hörte, nagte er vorsichtig ein Loch in seine Puppe.
Nur zögernd kroch Toni heraus, weil er ein wenig fürchtete, dass er nun doch schmutzigbraune Flügel bekommen hatte. Vorsichtig setzet er sich auch in die Sonne und fing an, seine Flügel auseinanderzubreiten.
Die anderen Schmetterlinge hatten beobachtet, dass ein ganz anderer Schmetterling als sie es waren, aus einer ganz anderen Hülle wie die ihre, kroch.
Erst traute sich keiner etwas zu sagen, jedoch war ihre Neugier nun so gross, dass einer forschend fragte: "Toni, bist du es?" Als Toni dies bejahte, freuten sich alle ihn wiederzusehen und jeder erzählte von seiner Entwicklung in der Puppe. Toni hatte schöne blaue Flügel bekommen, die fast durchsichtig waren.
Nachdem alle Schmetterlinge ihre Flügel bewundert und getrocknet hatten, flogen sie zur Wiese und besuchten die Blumen. Auch Toni, jetzt der blaue Schmetterling, flog los und setzte sich von einer Blume auf die andere, um sie zu bestäuben.
Eines Tages saß er gerade auf einer gelben Blume, die er besonders liebet. Er dachte daran, wie er sich als Raupe gelbe Streifen malen liess, um genauso auszusehen, wie die anderen.
Da setzte sich ein Schmetterling zu ihm, der genau solch blaue, zarte Flügel hatte wie er selbst. Sie sahen sich an....
Von nun an sah man sie immer zusammen über die Wiese flattern.
Haltet Ausschau nach Toni und sagt ihm einen Gruss von mir!!
5 Platinern gefällt der Artikel
Gefällt mir auch
Kommentare zum Artikel