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Ich war allein und hab vermisst

was man im Leben nie vergisst

wenn man geliebt hat. Allemal

wird schnell die Existenz zur Qual

wenn man sich schon am Ende wähnt.

 

Ich hab mich so nach ihr gesehnt.

 

Du warst nicht fassbar, warst Fiktion,

fixe Idee, wer glaubt denn schon

an einen liebenswerten Mann

der - älter - auch noch lieben kann,

und sich an deine Schultern lehnt.

 

Ich hab mich so nach dir gesehnt.

 

Ich hab im Internet gesucht,

hab oft gelacht und oft geflucht,

hab jung getan und alt gefühlt.

Ich war im Grunde unterkühlt

und brachte Bilder, arg geschönt

 

Ich hab mich so nach ihr gesehnt.

 

Du fandest mich, du schriebst mich an,

ich kam dir vor wie jener Mann

von dem du immer schon geträumt,

dem Platz im Herz du eingeräumt,

bei dem dann deine Seele tönt:

 

Nach diesem hab ich mich gesehnt.

 

Wir liebten uns beim ersten Ton

der uns verband am Telefon.

Wir sprachen oft die ganze Nacht.

Und deine Liebe hat gebracht

an was ich längst nicht mehr geglaubt.

 

Das hat mir meinen Schlaf geraubt.

 

Ich wollt’ dich sehen und dich spüren,

ich wollte Herz zum Herzen führen,

ich wollt dich küssen, wollt dich lieben,

doch wo war nur mein Mut geblieben?

Ach, mein Gewissen war so schlecht.

 

Das Bild von mir war doch nicht echt.

 

 

Du standest plötzlich vor der Tür,

du sagtest mir „ich will zu dir,

ich liebe dich, nicht dein Gesicht,

ich liebe den, der zu mir spricht

und der mich liebt, so sehr wie ich.“  

Ich schämte mich so fürchterlich.

 

Du warst mein Leben, für und für.

 

Ich sehnte mich noch mehr nach dir.

--

Der Alltag kehrte bei uns ein.

Nun bin ich wieder ganz allein.

 

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© Jürgen Berndt-Lüders