Die Türe schließt sich hinter mir

Eingesperrt

Zum Selbstschutz

5 Betten in einem kleinen Zimmer

Atemgeräusche der Anderen

Stickige Luft

Verzweiflung in mir

Ich weine

Warum bin ich hier

Lebensunfähig

Suizidgefährdet

Beobachtet durch das  Personal

Halte es nicht aus

Ich bitte darum auf den Balkon gehen zu dürfen

Muss versprechen brav zu bleiben

Es ist Nacht

Auf einem Stuhl ein Mann

Er stellt sich vor

Nenne ihn M

Er ist freundlich

Will reden

Ich aber nicht

Mein Kopf ist voll

Wollte nicht mehr hier landen

Vor 21 Jahren, 3 Stockwerke tiefer

Ich bin wieder da

In der Psychiatrie

Die Nacht ist unendlich lang

Kann nicht schlafen

Auf dem Gang spazieren Patienten

Immer im Kreis

Männer, Frauen

Frühstück, kann nichts essen, nichts trinken

Alles ist wie zugeschnürt

Spaziere über den Flur

Sehe Gesichter ohne Regung

Kein Gruß, kein Hallo

Nur M sagt, Hallo Hans

Ich grüße zurück

Er lächelt und geht weiter

Kann nichts denken, nichts fühlen

Lege mich ins Bett

Wünsche nicht mehr auf zu wachen

Werde von der Wachstation ins Monitorzimmer verlegt

3 Bettzimmer mit 4 Betten belegt

An der Decke Kameras, immer beobachtet

Es mieft, der Nachbar furzt unentwegt

Ich sage es ihm dass es stinkt

Er lächelt und furzt weiter

Verlasse das Zimmer und spaziere über den Flur

Viele Patienten drehen Ihre Runde

Immer das Gleiche

Visite

Ärzte und eine Richterin

Will nach Hause

Sie lehnen ab, bin eingesperrt

Minimum 10 Tage

So schnell geht’s

Zur eigenen Sicherheit

Hoffnungslosigkeit, Trostlos

Am Nachmittag kommen meine Frau und meine Tochter

Bringen meine Kleidung und Toilettenartikel

Ladekabel und alles Gefährliche wird abgenommen

Sie gehen wieder, meine Frau sagt, es ist alles aus

Alles zu Ende

Kann die Tränen nicht zurückhalten

Lege mich ins Bett, wie so oft

Schau aus dem Fenster auf die Wolken die vorbei ziehen

Schön ist es draußen

Selbst schuld, muss hier bleiben

Bin unruhig

Bett, aufstehen, Bett, aufstehen

Spaziere im Flur im Kreis

Patienten begegnen mir

Keine Unterhaltung

Starre Blicke, kein Wort

Das Personal verrichtet seine Arbeit

Morgens, mittags und abends Tablettenausgabe

Tische decken

Kann nichts essen und trinken

Jetzt sind es 4 Tage ohne essen und trinken

Meine Nieren beginnen zu schmerzen

Alles dreht sich um mich

Ich trinke einen Schluck

Es tut weh, alles ausgetrocknet

Ein  Neuer kommt aufs Zimmer

Ein wilder Typ

Er spielt Tag und Nacht Jonny Cash

Dann lacht er wieder

Kann nicht schlafen

Immer wieder das gleiche Spiel

Hab heute mit einer Schwester gesprochen

Schön, jemand hört mir zu

Sie tröstet mich

Danach geht es ein wenig besser

Setze mich an die Balkontür

Schaue hinaus

Schwerer Eisenriegel sperrt die Tür

Ein Spalt geöffnet

Zu klein um hinaus zu kommen

Immer wieder die Gedanken „Warum“?

Versuche ein wenig Kontakt auf zu bauen

Zwecklos

Kaum eine Antwort

Jeder ist mit sich selbst beschäftigt

Ein Neuzugang, eine junge Frau

Sie schreit verzweifelt

Schwestern und Pfleger rennen

Sie fixieren sie am Bett

Beruhigungsspritze

Es wird wieder still

Die Tage vergehen

Niemand kümmert sich um einen

Kann immer noch nichts essen

Es sind jetzt 9 Tage

Alles dreht sich, meine Füße schwanken

Muss heute einen Kleinigkeit essen

Falle sonst um

Dann muss ich länger bleiben

Mein Zimmernachbar mit der Countrymusic fängt zu spinnen an

Er beschimpft alle

Wie auf Kommando erscheinen Pfleger und Schwestern

Sie bringen Ihn auf die Wachstation

Fixiert und Spritze

Er wird bald ruhig

Heute ist Visite

Möchte am Samstag nach Hause

10 Tage sind um

Der Arzt droht mir versteckt mit dem Richter

Soll freiwillig übers Wochenende bleiben

Widerwillig  stimme ich zu

Muss jetzt essen

Sie beobachten mich

Ich würge das Essen runter

Ein Mitpatient schimpft über die Behandlung durch die Schwester

Ein Knopfdruck

Schön stehen Männer vom Sicherheitspersonal da

Ich hab es beobachtet, er hat nichts Schlechtes getan

Die Schwester fühlte sich angegriffen

Er wird ins Zimmer gebracht

Fixiert

Ich halte mich raus

Möchte nach Hause

Das Wochenende vergeht langsam

Montags Gespräch mit dem Arzt

Er versichert sich dass ich keine Suizidgedanken habe

Spiele ihm etwas vor

Entlassung

Meine Frau holt mich ab

Schweigen

Vorsichtiges beschnuppern

Was kommt jetzt

Ich weiß es nicht