Das Vorwort

Mein Wochenende voller Konzerte, voller Musik, voller Interviews hat begonnen, hat mit einem außergewöhnlichen Abend begonnen. Sicherlich ist ” Gypsy – Swing / Jazz “ nicht jedermanns Sache, nur hört man ihn ” live “, kann man der Musik nicht widerstehen.

Nun bin ich ja vorbelastet und mag diese europäische Art des Jazz / Swing. So war für mich das Konzert des Diknu Schneeberger Trios ein Erlebnis der besonderen Art. Bereits während des Soundchecks konnte ich hören , was mich da erwartete und ging beschwingt in das Interview..
Der Kaffeklatsch oder : Das Interview

Das Gespräch mit Diknu, Joshi ( Joooshi ausgesprochen - die Österreicher heid ) und Martin war entspannt und es machte eine Menge Spaß mit den Dreien zu reden, zuzuhören. Was mich beeindruckte war etwas, an das ich so gar nicht gedacht hatte, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte und was auch auf der Bühne im Zusammenspiel / im Miteinander deutlich spürbar war: Harmonie, Freude und Liebe. Das hört sich abgedroschen an? Möglich, aaaaber ….

Sicherlich mag es ganz normale menschliche Dinge zwischen den Dreien geben, jedoch hat mich diese Grundstimmung überrascht. Der Umgang miteinander, die Freude am Teilen, die familiären Beziehungen ( Vater - Sohn, ehemaliger Lehrer - Schüler - Freund - Angestellter ) , ist etwas, was ich so noch nicht erlebt habe .

Das Diknu Schneeberger Trio sind:

Diknu Schneeberger, Gitarre

Joshi Schneeberger, Kontrabass

Martin Spitzer, Rhythmusgitarre


Joshi und Martin sind hervorragende Musiker, die durch ihr Spiel, den mehr als soliden Boden bilden, auf dem Diknu sich dann bewegt. Während unseres Gesprächs gewann ich den Eindruck, dass das nicht nur auf der Bühne so ist und Diknu vielleicht auch ein wenig Bodenhaftung verleiht.

Diknu wurde im Januar 19 Jahre jung und ich ging davon aus, er bekam die Gitarre in die Wiege gelegt; bei einer so musikalischen Familie sicherlich kein Wunder. Was mich dann wirklich erstaunte: Diknu begann erst mit 14 Jahren ernsthaft das Gitarrenspiel und für diejenigen unter Euch, die bei Youtube nachgeschaut haben: den Titel ” Spain ” spielte er mit 16 ein, nach nur zwei Jahren Gitarrenunterricht. Für mich ist Diknu mehr als ein großes Talent.

Was in den vergangenen Jahren in Diknus Leben passiert sein muss, in welch unglaublichem Tempo seine Entwicklung voranschreitet und mit Ihr die Erfolge, das kann er noch gar nicht verarbeitet, begriffen haben.

Im Formel Eins - Rennwagen durch das Leben. Trotzdem ist Diknu ein sympathischer junger Mann, der keinen Millimeter abgehoben scheint. Zwar ist er selbstbewusst und voller Energie , keine Spur von Arroganz oder Starallüren.

Das Konzert

Ein Erlebnis. Die Ruhrlounge in der ” Zeche Zollverein” an sich ist schon ein Erlebnis und ein ungewöhnlicher Ort, ein gelungener Ort. Auf der Bühne glitten Diknus Finger mit einer Leichtigkeit, Schnelligkeit und Präzision über die Gitarre, die mich - wie man bisher unschwer ” erlesen” konnte - mitriss und tief beeindruckte. Das Zusammenspiel mit Joshi und Martin war perfekt ” getimt ” und voller Harmonie, wie auch die Blicke und das oft ausgetauschte Lächeln untereinanderzeigten. Ein unvergesslicher Abend, der Lust auf mehr macht. Mehr natürlich dazu in der kommenden Sendung bei der ” Neuen Essener Welle”. Ich kann meine Gefühle beschreiben, aber die Musik muss man einfach hören, um sie richtig fühlen zu können.

Zum Abschluss nur noch ein ganz persönlicher Eindruck. Ich bin kein Fachmann für Musik und es gibt da oben, am Gitarrenolymp, Dinge, die ich nicht mehr heraushöre, sondern nur noch fühle: In Diknus Spiel war für mich der ” Sturm und Drang ” der Jugend spürbar. Seine Virtuosität und sein Gefühl für Melodik sind faszinierend, gewinnt er aber noch an Reife hinzu…. .

Meine Lobeshymne auf den gestrigen Abend!