Die beiden Jungen sitzen vor meiner Haustür, als ich mit Tüten beladen vom Einkaufen nach Hause kommen und sehen mir erwartungsvoll entgegen. Der eine umklammert einen großen abgewetzten Koffer. Die Kleinen wohnen im Haus gegenüber und ich habe schon öfter ihre bunten Kreidezeichnungen auf dem Bürgersteig bewundert.

 

"Hallo Kinder, wohin wollt ihr?" frage ich die Beiden und stelle erst einmal meine Einkäufe ab. "Wir wollen zu Sie!" rufen beide Kinder gleichzeitig. "Das freute mich aber. Es geht aber gerade nicht. Euren Besuch müssen wir verschieben." Die enttäuschten Gesichter sprechen Bände. Ich bin drauf und dran, meine Absage rückgängig zu machen, doch es geht heute wirklich nicht.

 

"Wisst ihr was, Kinder, am besten kommt ihr an einem anderen Tag. Ich sage euch noch Bescheid. Und beim nächsten Mal bringe ich euch ein Eis mit," tröste ich sie. Beide Nachbarskinder strahlen nun um die Wette:

 

"Dürfen wir das Eis dann bei Sie essen? Dann zeigen wir Sie, was in dem Koffer ist," Ich kann mir nur mit Mühe das Lachen verkneifen: " Und nun bin ich sehr gespannt, was wohl in dem geheimnisvollen Koffer sein wird.

 

 

 

Bild: Viktor Schwabenland

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