Meinen Führerschein hatte ich etwa ein halbes Jahr bevor ich meine Frau kennen lernte “abgegeben“. Das hatte ich mir natürlich sehr ernsthaft verdient mit 3.12 Promille. Am nächsten Abend bin ich dann auch noch gleich aus meiner möblierten Wohnung ausgezogen und schlupfte erst mal bei einer Freundin und Kollegin unter.
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Ja, jetzt war ich verheiratet und nahm meine Ehe auch durchaus ernst, was mich allerdings nicht daran hinderte meinem Alkoholkonsum wie eh und je zu frönen.
Wir nahmen uns dann eine neue Wohnung und richteten sie mit Hilfe meiner Mutter nach meinem damaligen Geschmack, vor allem aber nach dem meiner Frau ein.
Meinen Führerschein hatte ich dann auch wieder bekommen. Ich hatte da sehr viel Glück, dass ich damals noch nicht zum Psycho-Test musste.

Ca. ein dreiviertel Jahr nach unserer Hochzeit flogen wir nach Teheran um unsere Vermählung dort noch einmal zu feiern. Wir bekamen dann von ihrer Verwandtschaft
auch u.a. einige Pavlevi Gold-Münzen mit dem Konterfei des Schahs. Was mir so in Erinnerung blieb, war der wirklich “böse Blick“ meiner Schwiegermutter, die in einer Ecke saß, die ganze Gesellschaft, aber vor allem mich, mit stechendem Blick musterte und die Münzen für uns erstmal an sich nahm. Meine Frau beruhigte mich mit den Worten…. “die schaut immer so…“

Wir waren gerade mal 3 Tage in Teheran als der Ausnahmezustand ausgerufen wurde.
Das war ja recht interessant, an fast allen größeren Kreuzungen standen die Panzer, und wir hörten dann auch hin und wieder Schüsse. Besonders beunruhigend war das Szenarium aber nicht, auch wenn damit das Ende der Schah Dynastie eingeläutet wurde, was zu der Zeit natürlich niemand wissen konnte.

Ich hatte mich auf unseren Besuch dort so vorbereitet, dass ich etwa eine Woche vorher versuchte immer ein bisschen weniger zu trinken, was mir komischerweise auch einigermaßen gelang.

Der erste Abend dann im Kreise ihrer Familie, alle einschließlich meiner Wenigkeit brav am Teetrinken, bis ein Cousin von ihr zu Besuch erschien, er hatte in Deutschland studiert. Ja, wo gibt es denn so was, rief er sinngemäß aus, das ist doch ein Deutscher, dem müsst ihr Bier zu trinken geben. Schon waren 2 der kleineren Söhne ihrer Schwester unterwegs um sehr bald darauf mit amerikanischem Dosenbier zurück zu kommen. Na ja, ich wollte ja nicht unhöflich sein und….trank sie dann einfach weg.

Gleichzeitig lud uns der Cousin zu sich nach Hause ein, und versprach eine Flasche Wodka mit mir zu trinken. Er wohnte in einer Stadt, die auf dem Weg zum Kaspischen Meer lag, wo wir ja auch noch hin wollten. Ja sämtliche Männer der Familie luden mich immer wieder ein, mit ihnen in die Moschee zu gehen, aber ich erfand immer wieder neue Ausreden um mich zu drücken.

Wir haben den Cousin dann auch wirklich besucht in seiner Stadt, und er holte so ein halbes Fläschchen Wodka heraus, was ich fast alleine in ca. einer halben Stunde vertilgte. Er hatte mir nur mit großen Augen zugesehen und fragte dann, ob ich noch eine Flasche wollte. Da war ich dann schon mutiger und bejahte die Frage. Seine Mutter hat auch ganz entsetzt geschaut, aber ich hätte sicher gerne noch ein weiteres “Fläschchen“ getrunken.

Ach ja mit der Toilette war das ja nun mal auch so eine Sache. Es gab halt nur diese Erdlöcher, wie ich sie nannte. Aber für die schwangeren Frauen hatten die Männer so eine Art Stuhl gezimmert, der einfach über das Loch gestellt wurde und dann konnten diese Frauen dann auch trotz großem Bauch bequem sitzen.

Da ich zu der Zeit ja auch recht bebaucht und beleibt war und so ca. 105 Liter gewogen hatte, war dieser Stuhl natürlich ideal für mich. Allerdings waren diese Löcher das Papier nicht gewohnt, was ich halt gewohnheitsmäßig benutzte und im Loch verschwinden ließ. Und so kam es, dass die Erdlöcher regelmäßig durch mein Papier verstopft waren. Das war ein Scheiß-Spiel mit dem Papier, aber irgendwann fand ich dann eine andere Lösung.

Was für mich doch viel schlimmer war, waren die “Kakerlaken“, die sich überall reichlich tummelten. Die Jungs der Familie so ca. 4-6 Jahre jung hatten ihren Spaß damit und jagten die Viecher und knackten sie dann. Für mich waren sie einfach nur eklig.

Einmal ging ich alleine los um vielleicht irgendein Schmuckstück für unsere Wohnung zu ergattern. Das Problem war, dass die allermeisten Iraner kein Englisch konnten bzw. falls ja, dann doch so schlecht aussprachen, dass es sehr schwer für mich war, sie zu verstehen. Aber irgendwie schaffte ich es eine alte Persische Standuhr zu bekommen, für etwa ¼ des Preises, der mir anfangs genannt wurde. Ich war richtig stolz, als ich mit meiner “Beute“ zurück kam. Erst viel später als wir schon wieder in Heidelberg waren, nahm ich die Uhr nochmals in die Hand und las dann “made in Hongkong“.
Soviel zu der “sehr wertvollen alt-persischen Standuhr“.

Ich flog dann nach 14 Tagen zurück, derweil meine Frau noch dort blieb. Zurück in Deutschland habe ich dann erstmal gar fürchterlich gesoffen, da ich ja doch sehr viel “nachzuholen hatte“. Meine Frau kam dann auch zurück, und ich hatte echte Schwierigkeiten meinen Alk-Konsum wenigstens halbwegs wieder zu normalisieren.

Sie ging dann auch arbeiten als Verkäuferin, und wir kamen mit zwei Gehältern so ganz gut über die Runden. Bis meine Mutter ca. ein ¾ Jahr später auf die Idee kam, dass sie sich doch unbedingt noch Enkel wünschen würde. Bei meiner Frau stieß sie damit auf sehr offene Ohren, und ich ließ mich dann auch mehr oder weniger gern überreden...

Wir sind dann noch nach Florida geflogen, wo mein Bruder mit Frau damals wohnte, und verlebten einen sehr schönen Urlaub dort. Wenig später war meine Frau dann auch schwanger, und wir freuten uns auf unser Kind. Allerdings hatte ich doch auch einige Sorgen, ob das Kind gesund zur Welt kommen würde, da ja mein Alkoholkonsum doch bedenklich hoch war. Außerdem haben wir beide geraucht, was ja zudem auch nicht das Gesündeste für Neugeborene sein konnte.

Ja und dann kam unser Sohn Sven zur Welt, war Gott sei Dank gesund und munter und wir waren sehr froh.....

Wie es weiter ging, beim nächsten Mal...