EIN BETT AUF RÄDERN von Norbert Bendig
Die amüsante Entstehungsgeschichte des Kinderwagens
Es ist alles schon einmal da gewesen: Heutzutage tragen etliche Mütter und Väter ihre Säuglinge in einem "Sitztuch" auf dem Rücken oder auf dem Bauch.
In grauer Vorzeit beförderten unsere Altvorderen den Nachwuchs auf gleiche Art in Beuteln, Säcken oder Fellen durch den allerersten Lebensabschnitt.
Leider ist es Anno 2008 nicht mehr festzustellen, wann der erste Säugling in einem hölzernen Bettchen in den Ästen eines Baumes schaukelte.
Der menschliche Erfindergeist war mit diesem primitiven Behältnis für den Nachwuchs nicht zufrieden.Schon bald wurden die kleinen Erdenbürger in sogenannten Gestellwagen in den Schlaf geschaukelt. Wir wissen nicht, wer das erste unförmige Schaukelbett mit Rädern ausrüstete - und damit den Kinderwagen erfand.
Dieser klobige Holzkasten auf Rädern wurde im Laufe von Generationen immer wieder verfeinert und verbessert.
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Kleinkinder dann schon etwas sanfter gebettet -in geflochtenen Wägelchen.
Die ersten Kinderwagen wurden damals hauptsächlich von der ländlichen Bevölkerung benutzt. Jedoch wurden in ihnen keine Babys, sondern Kleinkinder, die bereits laufen gelernt gelernt hatten, durch die Wälder und Auen geschoben.
Mit ihren langen Deichseln ähnelten die ominösen Vehikel für Säuglinge haarscharf einem Leiterwagen. Es muss für ein Baby in jenen Tagen alles andere als ein Vergnügen gewesen sein, in den eisenbereiften Gefährten über Stock und und Stein zu holpern. Zumal auch noch andere Gerätschaften in das Fahrzeug gestaut wurden.
Erst im 18. Jahrhundert wurde der Kinderwagen sozusagen salonfähig.
Die Ehre, den Kinderwagen in moderner Bauart erfunden zu haben, gebührt dem Engländer Charles Burton. Während einer Amerikareise entdeckte der ebenso pfiffige wie geschäftstüchtige Brite, dass die Männer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihren Nachwuchs in einer Zweirad-Karre vor sich her schoben.
Im Jahr 1852 eröffnete Burton in London eine kleine Kinderwagenfabrik und erwarb sogar ein Patent für seine dreirädrigen, zusammenlegbaren Kinder-Fortbewegungsmittel.
Um 1860 erhielten die Fahrzeuge für die Kleinsten der Kleinen nicht nur Naben und Speichen, sondern auch lederne Kotflügel, die mit allerlei Firlefanz umsäumt waren.
In jener Zeit entstand auch in Deutschland eine lebhafte Nachfrage an Kindergefährten. Der Zeitzer Handwerksmeister Albert Naether war der Mann, der einige technische Finessen heraustüftelte, die auf der Leipziger Messe so sehr bestaunt wurden, dass einer serienmäßigen Kinderwagenproduktion nichts mehr im Wege stand.
Bei den ersten Deichselwagen ruhte der Säugling in seinem Körbchen genau auf den Achsen. Er schlummerte also immer in gefährlicher Nähe der Straße. Außerdem konnte man die ersten Kletterversuche eines Kleinkindes nur schwer verfolgen, denn der Kinderwagen von Anno dazumal wurde gezogen. Ernst Albert Naethers Kinderwagen aber wurden geschoben.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde der hochrädrige Kinderwagen in Massenproduktion hergestellt. Auch wenn er damals nur 30 Mark kostete, so war er doch für viele Familien unerschwinglich teuer.
Der Kreativität der Hersteller schienen keine Grenzen gesetzt. Es kamen Wagen mit Plüsch und Flechtwerk ebenso auf den Markt wie Fahrzeuge für Zwillinge.
Nach 1914 wurden die ersten maschinell gefertigten Wagenkörper aus Stahlblech hergestellt. Sie bezeichnete man sinnigerweise als "Konservenbüchsen".
Doch auch verrückte Spielarten des "Nachwuchs"-Kinderwagens wurden von spleenigen Konstrukteuren ersonnen und gebaut.
Der motorisierte Kinderwagen hatte nicht nur ein Trittbrett
für Mama oder Papa, sondern bot auch noch dem Kindermädchen auf einem Faltsitz Platz.
Anno 2008 werden Sicherheit und Komfort der Kinderwagen gleichrangig behandelt. Gleichwohl erfüllt heute wie ehedem Elternstolz das Gemüt, wenn das Baby im flotten Panoramawagen spazierengefahren wird. Doch auch diese Freude dauert nicht lange. Schon bald wird der Nachwuchs dem Kinderwagen entwachsen sein.
Ein französisches Sprichwort sagt es noch treffender: Ein Baby ist ein Engel, dessen Flügel schrumpfen, während die Beine wachsen!
In grauer Vorzeit beförderten unsere Altvorderen den Nachwuchs auf gleiche Art in Beuteln, Säcken oder Fellen durch den allerersten Lebensabschnitt.
Leider ist es Anno 2008 nicht mehr festzustellen, wann der erste Säugling in einem hölzernen Bettchen in den Ästen eines Baumes schaukelte.
Der menschliche Erfindergeist war mit diesem primitiven Behältnis für den Nachwuchs nicht zufrieden.Schon bald wurden die kleinen Erdenbürger in sogenannten Gestellwagen in den Schlaf geschaukelt. Wir wissen nicht, wer das erste unförmige Schaukelbett mit Rädern ausrüstete - und damit den Kinderwagen erfand.
Dieser klobige Holzkasten auf Rädern wurde im Laufe von Generationen immer wieder verfeinert und verbessert.
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Kleinkinder dann schon etwas sanfter gebettet -in geflochtenen Wägelchen.
Die ersten Kinderwagen wurden damals hauptsächlich von der ländlichen Bevölkerung benutzt. Jedoch wurden in ihnen keine Babys, sondern Kleinkinder, die bereits laufen gelernt gelernt hatten, durch die Wälder und Auen geschoben.
Mit ihren langen Deichseln ähnelten die ominösen Vehikel für Säuglinge haarscharf einem Leiterwagen. Es muss für ein Baby in jenen Tagen alles andere als ein Vergnügen gewesen sein, in den eisenbereiften Gefährten über Stock und und Stein zu holpern. Zumal auch noch andere Gerätschaften in das Fahrzeug gestaut wurden.
Erst im 18. Jahrhundert wurde der Kinderwagen sozusagen salonfähig.
Die Ehre, den Kinderwagen in moderner Bauart erfunden zu haben, gebührt dem Engländer Charles Burton. Während einer Amerikareise entdeckte der ebenso pfiffige wie geschäftstüchtige Brite, dass die Männer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihren Nachwuchs in einer Zweirad-Karre vor sich her schoben.
Im Jahr 1852 eröffnete Burton in London eine kleine Kinderwagenfabrik und erwarb sogar ein Patent für seine dreirädrigen, zusammenlegbaren Kinder-Fortbewegungsmittel.
Um 1860 erhielten die Fahrzeuge für die Kleinsten der Kleinen nicht nur Naben und Speichen, sondern auch lederne Kotflügel, die mit allerlei Firlefanz umsäumt waren.
In jener Zeit entstand auch in Deutschland eine lebhafte Nachfrage an Kindergefährten. Der Zeitzer Handwerksmeister Albert Naether war der Mann, der einige technische Finessen heraustüftelte, die auf der Leipziger Messe so sehr bestaunt wurden, dass einer serienmäßigen Kinderwagenproduktion nichts mehr im Wege stand.
Bei den ersten Deichselwagen ruhte der Säugling in seinem Körbchen genau auf den Achsen. Er schlummerte also immer in gefährlicher Nähe der Straße. Außerdem konnte man die ersten Kletterversuche eines Kleinkindes nur schwer verfolgen, denn der Kinderwagen von Anno dazumal wurde gezogen. Ernst Albert Naethers Kinderwagen aber wurden geschoben.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde der hochrädrige Kinderwagen in Massenproduktion hergestellt. Auch wenn er damals nur 30 Mark kostete, so war er doch für viele Familien unerschwinglich teuer.
Der Kreativität der Hersteller schienen keine Grenzen gesetzt. Es kamen Wagen mit Plüsch und Flechtwerk ebenso auf den Markt wie Fahrzeuge für Zwillinge.
Nach 1914 wurden die ersten maschinell gefertigten Wagenkörper aus Stahlblech hergestellt. Sie bezeichnete man sinnigerweise als "Konservenbüchsen".
Doch auch verrückte Spielarten des "Nachwuchs"-Kinderwagens wurden von spleenigen Konstrukteuren ersonnen und gebaut.
Der motorisierte Kinderwagen hatte nicht nur ein Trittbrett
für Mama oder Papa, sondern bot auch noch dem Kindermädchen auf einem Faltsitz Platz.
Anno 2008 werden Sicherheit und Komfort der Kinderwagen gleichrangig behandelt. Gleichwohl erfüllt heute wie ehedem Elternstolz das Gemüt, wenn das Baby im flotten Panoramawagen spazierengefahren wird. Doch auch diese Freude dauert nicht lange. Schon bald wird der Nachwuchs dem Kinderwagen entwachsen sein.
Ein französisches Sprichwort sagt es noch treffender: Ein Baby ist ein Engel, dessen Flügel schrumpfen, während die Beine wachsen!
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