Ja wie gesagt, sie nahm ihre Sonnenbrille ab und sagte "na, kennst Du mich nicht mehr"? Ich stotterte wohl etwas von *schon ein bisschen, aber woher, weiß ich nicht mehr??* Ich wusste es aber wirklich nicht.

Dann sagte sie "hey Rosenmontag, "Lampestube" Heidelberg".
Verdammt, das stimmt auch noch. Ich konnte mich dann wieder erinnern, dass ich sie dort tatsächlich kurz kennen gelernt hatte, heftig mit ihr geflirtet hatte, dann aber wohl nicht die Zeit hatte um den Flirt zum befriedigenden Abschluss zu bringen.
Tja und jetzt treffe ich diese junge reizvolle Frau hier wieder, noch nicht einmal in Windhoek, nein mitten in der Steppe ca. 25 Meilen von Windhoek entfernt. Die Welt ist wirklich ein Dorf. Aber ich war ja in Begleitung, und so war an eine Vertiefung unserer Bekanntschaft auch dieses Mal nicht zu denken.

In der Zwischenzeit hatte ich beim abendlichen Poker/Skatspiel mehr Geld verdient als mein Gehalt ausmachte, und scheinbar ging es mir schon wieder zu gut.

Ich bin dann eines Tages in den Deutschen Club nach Windhoek gegangen, und dort wurde mir ein Angebot gemacht als Barmann zu arbeiten. Besseres Gehalt und wie ich dachte wohl auch besseres Publikum. Also sagte ich zu und dem Herrn Kellner im Thüringer Hof Bescheid, dass ich am 1. aufhören würde. Zwei Tage später gab er mir dann Bescheid, dass er jemand Neues gefunden hätte, und ich auch gleich aufhören konnte. Immerhin war er so fair, dass ich mein Geld bis zum 1. bekam, was nicht unbedingt den dortigen Regeln entsprach. 24h notice (Kündigungsfrist) und das war es, allerdings für beide Seiten.
Nun hatte ich ein paar Tage frei und fuhr dann mit meiner offiziellen Freundin und meiner geheimen Geliebten gen Swakopmünd an die Küste. Das war ja vielleicht ein schlechter Witz. Meine offizielle Freundin fürchtete scheinbar immer noch um ihre Unschuld und wollte nicht bei mir schlafen, ihre beste Freundin meine Geliebte durfte natürlich nicht und...... ich blieb ganze 2 Nächte verdammt alleine. Allerdings fuhren wir dann auch gleich am ersten Tag nach Walvis Bay und fanden dort auch ein recht gutes Hotel, wo wir zu Mittag aßen. Der Manager Herr Winkelmann hatte mich im Grand Hotel in Windhoek gesehen, als ich meinen Bekannten aus Heidelberg traf. Er fragte mich, "na noch im Thüringer Hof"? Ich verneinte und sagte ihm, dass ich im Deutschen Club in Windhoek anfangen werde. Und schon hatte ich wieder ein neues Angebot, "wie wär's denn, wenn Du hier im Meermaid Hotel als Oberkellner anfängst"? Ich sagte ihm natürlich, dass ich im Leben noch nie gekellnert hätte, aber das wischte er weg. "Ich brauche einen guten Mann. Du sprichst Englisch und Deutsch, das reicht hier in Walvis Bay, Du musst nur die Bestellungen aufnehmen, schauen, dass die Gerichte alle richtig an die Tische kommen und später abkassieren. Die paar Gerichte, die Du am Tisch anmachen sollst, die bringe ich Dir schon bei. Und hier bekommst Du ja auch noch Tip und dann lohnt sich das schon. Ist doch ganz was anderes als wenn Du da als Barmann rumhüpfst".
Also ich war überredet, nicht zuletzt weil mich die farbigen Mädels sehr! freundlich begrüßten. Ich witterte eine schöne Zeit und die wurde es dann ja auch.
Also blieb ich gleich dort, bekam für's Erste mal ein Hotelzimmer und ließ mir mein Frühstück von Helga, einem sehr hübschen Mädel morgens auf's Zimmer bringen. Allerdings hatte es dann doch bis zum 3. Tag gedauert, bis sie bereit war, das Frühstück "zu bereichern".
Meine "liebreizende eiserne Jungfrau" fuhr natürlich ohne mich allerdings mit ihrer Freundin nach Windhoek zurück. Sie hatte mit dem Winkelmann ausgemacht, dass sie gleich kommen würde, sobald die Stelle bei uns am Empfang frei werden würde. Davon wusste ich allerdings nichts.
Es gäbe noch 'ne Menge zu erzählen, aber ich will doch erst einmal Pause machen, vor allem weil das Interesse an meinen Erzählungen doch ziemlich abgeflaut ist.
Ich danke den Treuen unter Euch für's Lesen. Vielleicht werde ich mal ein paar andere Geschichten erzählen.....
Jens