Ein Hl. Abend der besonderen Art
wie das Leben so spielt
Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte
Der Morgen des Heiligen Abend blinzelte zum Fenster herein.
Einzelne Schneeflocken tanzten in der eiskalten Winterluft.
Heiliger Abend—wie haßte er diesen Tag !
Früher, ja früher als er noch Familie hatte, da war es ein schöner
Tag mit festen Ritualen. Es wurde festlich gefeiert, gut gegessen
und die gesamte Familie besuchte die Weihnachtsmesse. Und
danach wurde im trauten Familienkreis bis in die frühen
Morgenstunden gefeiert. Selbst der Vater, sonst eher ernst und
streng , war fröhlich und aufgekratzt. Es war jedes Jahr eine
wunderbare Harmonie.
Und auch als er später seine eigene Familie hatte wurde am
Heiligen Abend stets ein sehr schönes Fest gefeiert. Jeder war
festlich angezogen und viele Rituale aus seiner Kindheit hatte er
gerne übernommen.
Doch seit einigen Jahren , seit er sich in sein selbstgewähltes
Alleinsein zurückgezogen hatte, war dieser Tag für ihn der
schlimmste im ganzen Jahr. Obwohl er es sich immer
vorgenommen hatte, ist es ihm nie gelungen ,die Erinnerungen
an früher zu verdrängen.
Aber heute schien alles anders. Auf eine seltsame Art gelöst
stand er auf , zog sich an- eleganter als sonst - und ging in sein
Restaurant zum Frühstück.
Seine Mitarbeiter schauten mehr als erstaunt als er mit einem
besonders freundlichen „Guten Morgen“ sich an seinen
Privattisch setzte.
Der Chef , heute so gut gelaunt und so vornehm im Anzug—was
ist geschehen??
Er lächelte still vor sich hin als er seine obligatorische Kanne
Tee bekam und bemerkte auch nicht das leichte Tuscheln seiner
Mitarbeiter.
Anschließend ging er in die Küche, schaute in diesen und jenen
Topf, gab hier eine Idee zum besten und dort eine Kleinigkeit
hinzu, schlug die eine oder andere Variante vor und war
wiederum ausnehmend gut gelaunt.
Selbst kochte er nur noch selten. Sein langjähriger Küchenchef
war aber immer wieder überrascht wie mit ein paar Handgriffen
das alte Können aufblitzte und er den gewissen Pfiff in ein
Gericht zaubern konnte.
Nach ein paar freundlichen Worten verabschiedete er sich bis
zum späten Nachmittag. Auch das erregte Verwunderung--
verließ der Chef doch höchst selten seinen Betrieb.
Die Dunkelheit machte sich schon breit als er mit einem kleinen
Päckchen im Arm zurückkehrte.
Seine Mitarbeiter waren bereits in weihnachtlicher Feststimmung
und freuten sich auf den vorgezogenen Feierabend, da der
Betrieb am Heilgen Abend stets geschlossen war.
Der Küchenchef fragte noch ob er für ihn vielleicht einen
Weihnachtskarpfen vorbereiten solle, da er wußte, daß der Chef
sich an diesem Abend immer selbst etwas kochte. Und obwohl
er alleine sein wollte, mußte an diesem Abend stets für zwei
Personen eingedeckt werden. Am nächsten Tag war dann immer
nur ein Gedeck benutzt! Es war rätselhaft. Seine Mitarbeiter
kannten dieses seltsame Verhalten seit Jahren und nahmen es
schweigend hin.
Mit den Worten“ sie mag keinen Fisch“, wurde der Küchenchef
abschlägig beschieden.
Er wünschte allen einen fröhlichen Weihnachtsabend –endlich
war er alleine.
Die Eingangstüre blieb unverschlossen!
In der Küche bereitete er für sich und seinen zu erwartenden
Besuch eine wunderbare Platte mit allerlei Köstlichkeiten zu,
stellte sie auf den festlich gedeckten Tisch, kühlte zwei Flaschen
Champagner, für sich einen sehr trockenen, für Sie einen etwas
lieblicheren.
Ja, für Sie !
In der Nacht zuvor hatte er nämlich von seinem „guten Geist“im
Schlaf gehört, daß er an diesem Heiligen Abend Besuch
bekäme.
Es konnte nur Sie sein!
Sie, die ihn vor vielen Jahren verlassen hatte aus Pflichtgefühl
für ihre damals bestehende Beziehung.
Zuvor war es fast ein tägliches Ritual für beide, daß er nach ihrer
Plauderei im Internet seinen guten Geist zu ihr schickte um auf
Sie aufzupassen und ihren Schlaf zu bewachen.
Als Sie dann gegangen war, blieb auch sein guter Geist
verschollen.
Und in der vergangenen Nacht ist er plötzlich mit dieser
Verheißung wieder erschienen. Das konnte, ja das mußte
bedeuten, daß nur Sie es sein konnte, die heute Abend ihn
besuchen würde.
Seine Spannung stieg von Minute zu Minute, eine angenehme
innere Unruhe erfaßte ihn. Er fühlte sich gut!
Der Kerzenleuchter auf dem Tisch war schon fast zur Hälfte
abgebrannt, da öffnete er beide Champagnerflaschen und
schenkte ein.
Das Päckchen vom Nachmittag drapierte er neben ihren Teller.
Seine Vorfreude auf den gleich erscheinenden Besuch war
riesengroß. Er malte sich in allen Farben aus wie es sein würde
wenn Sie nun, nach vielen Jahren vor ihm stehen würde, Sie, die
sie einmal für ihn der Mittelpunkt seines Lebens war!
Plötzlich, es knarrte die Diele an der Eingangstüre und ein
leichter Windhauch ließ die Kerzen flackern.
Er schaute auf—ein wenig verwundert sah er die dunkle Gestalt
im Kerzenschimmer---ja , so sieht er aus der Gevatter Tod!
Als seine Mitarbeiter am nächsten Tag das Restaurant betraten,
sahen sie ihren Chef am Tisch sitzen, die Kerzen waren
abgebrannt, auf beiden Teller lagen unberührte Speisen, das
Päckchen war ungeöffnet. Er schien zu schlafen—still und
friedlich mit einem erwartungsvollen Lächeln auf den Lippen.
Der Morgen des Heiligen Abend blinzelte zum Fenster herein.
Einzelne Schneeflocken tanzten in der eiskalten Winterluft.
Heiliger Abend—wie haßte er diesen Tag !
Früher, ja früher als er noch Familie hatte, da war es ein schöner
Tag mit festen Ritualen. Es wurde festlich gefeiert, gut gegessen
und die gesamte Familie besuchte die Weihnachtsmesse. Und
danach wurde im trauten Familienkreis bis in die frühen
Morgenstunden gefeiert. Selbst der Vater, sonst eher ernst und
streng , war fröhlich und aufgekratzt. Es war jedes Jahr eine
wunderbare Harmonie.
Und auch als er später seine eigene Familie hatte wurde am
Heiligen Abend stets ein sehr schönes Fest gefeiert. Jeder war
festlich angezogen und viele Rituale aus seiner Kindheit hatte er
gerne übernommen.
Doch seit einigen Jahren , seit er sich in sein selbstgewähltes
Alleinsein zurückgezogen hatte, war dieser Tag für ihn der
schlimmste im ganzen Jahr. Obwohl er es sich immer
vorgenommen hatte, ist es ihm nie gelungen ,die Erinnerungen
an früher zu verdrängen.
Aber heute schien alles anders. Auf eine seltsame Art gelöst
stand er auf , zog sich an- eleganter als sonst - und ging in sein
Restaurant zum Frühstück.
Seine Mitarbeiter schauten mehr als erstaunt als er mit einem
besonders freundlichen „Guten Morgen“ sich an seinen
Privattisch setzte.
Der Chef , heute so gut gelaunt und so vornehm im Anzug—was
ist geschehen??
Er lächelte still vor sich hin als er seine obligatorische Kanne
Tee bekam und bemerkte auch nicht das leichte Tuscheln seiner
Mitarbeiter.
Anschließend ging er in die Küche, schaute in diesen und jenen
Topf, gab hier eine Idee zum besten und dort eine Kleinigkeit
hinzu, schlug die eine oder andere Variante vor und war
wiederum ausnehmend gut gelaunt.
Selbst kochte er nur noch selten. Sein langjähriger Küchenchef
war aber immer wieder überrascht wie mit ein paar Handgriffen
das alte Können aufblitzte und er den gewissen Pfiff in ein
Gericht zaubern konnte.
Nach ein paar freundlichen Worten verabschiedete er sich bis
zum späten Nachmittag. Auch das erregte Verwunderung--
verließ der Chef doch höchst selten seinen Betrieb.
Die Dunkelheit machte sich schon breit als er mit einem kleinen
Päckchen im Arm zurückkehrte.
Seine Mitarbeiter waren bereits in weihnachtlicher Feststimmung
und freuten sich auf den vorgezogenen Feierabend, da der
Betrieb am Heilgen Abend stets geschlossen war.
Der Küchenchef fragte noch ob er für ihn vielleicht einen
Weihnachtskarpfen vorbereiten solle, da er wußte, daß der Chef
sich an diesem Abend immer selbst etwas kochte. Und obwohl
er alleine sein wollte, mußte an diesem Abend stets für zwei
Personen eingedeckt werden. Am nächsten Tag war dann immer
nur ein Gedeck benutzt! Es war rätselhaft. Seine Mitarbeiter
kannten dieses seltsame Verhalten seit Jahren und nahmen es
schweigend hin.
Mit den Worten“ sie mag keinen Fisch“, wurde der Küchenchef
abschlägig beschieden.
Er wünschte allen einen fröhlichen Weihnachtsabend –endlich
war er alleine.
Die Eingangstüre blieb unverschlossen!
In der Küche bereitete er für sich und seinen zu erwartenden
Besuch eine wunderbare Platte mit allerlei Köstlichkeiten zu,
stellte sie auf den festlich gedeckten Tisch, kühlte zwei Flaschen
Champagner, für sich einen sehr trockenen, für Sie einen etwas
lieblicheren.
Ja, für Sie !
In der Nacht zuvor hatte er nämlich von seinem „guten Geist“im
Schlaf gehört, daß er an diesem Heiligen Abend Besuch
bekäme.
Es konnte nur Sie sein!
Sie, die ihn vor vielen Jahren verlassen hatte aus Pflichtgefühl
für ihre damals bestehende Beziehung.
Zuvor war es fast ein tägliches Ritual für beide, daß er nach ihrer
Plauderei im Internet seinen guten Geist zu ihr schickte um auf
Sie aufzupassen und ihren Schlaf zu bewachen.
Als Sie dann gegangen war, blieb auch sein guter Geist
verschollen.
Und in der vergangenen Nacht ist er plötzlich mit dieser
Verheißung wieder erschienen. Das konnte, ja das mußte
bedeuten, daß nur Sie es sein konnte, die heute Abend ihn
besuchen würde.
Seine Spannung stieg von Minute zu Minute, eine angenehme
innere Unruhe erfaßte ihn. Er fühlte sich gut!
Der Kerzenleuchter auf dem Tisch war schon fast zur Hälfte
abgebrannt, da öffnete er beide Champagnerflaschen und
schenkte ein.
Das Päckchen vom Nachmittag drapierte er neben ihren Teller.
Seine Vorfreude auf den gleich erscheinenden Besuch war
riesengroß. Er malte sich in allen Farben aus wie es sein würde
wenn Sie nun, nach vielen Jahren vor ihm stehen würde, Sie, die
sie einmal für ihn der Mittelpunkt seines Lebens war!
Plötzlich, es knarrte die Diele an der Eingangstüre und ein
leichter Windhauch ließ die Kerzen flackern.
Er schaute auf—ein wenig verwundert sah er die dunkle Gestalt
im Kerzenschimmer---ja , so sieht er aus der Gevatter Tod!
Als seine Mitarbeiter am nächsten Tag das Restaurant betraten,
sahen sie ihren Chef am Tisch sitzen, die Kerzen waren
abgebrannt, auf beiden Teller lagen unberührte Speisen, das
Päckchen war ungeöffnet. Er schien zu schlafen—still und
friedlich mit einem erwartungsvollen Lächeln auf den Lippen.
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