Ja, das neue Jahr ist angebrochen. Das neue Jahr in dem alles besser wird, in dem man alles besser machen wird, in dem man seine Chancen beim Schopfe packt und mit beiden Händen das Glück festhält. Die Woge der Freude und Hoffnung wogt in ungeante Höhen.

Doch dann fällt der Blick an den Rand des Geschehens. Dort sind Schatten. Es sind die Schatten von Menschen. Sie sind gesichtslos, körperlos, ohne Substanz. Was hat diese Menschen zu Geister gemacht? Was hat sie dazu verdammt am Rande zu stehen, einsam, hoffnungslos, leer?

Wer sieht die Mutter die am Bett ihres kranken Kindes sitzt und hofft das im neuen Jahr die Forschung ein Mittel findet um ihrem Kind zu helfen? Der Mann der stumme Zwiesprache mit dem Bild in seinen Händen hält? Auf diesem Bild ist die Frau der seine ganze Liebe gehört hat, welche im alten Jahr für immer von ihm gegangen ist."Bald Geliebte, bald werde ich bei dir sein." Wer sieht das Kind das sich angstvoll in seinem Bett versteckt aus Angst und Einsamkeit, weil seine Eltern vergessen haben das sie lieben sollten? Wer sieht den alten Mann und die alte Frau die in ihren Zimmern im Altersheim Gott anflehen sie doch endlich aus diesem Leben voller Leid zu sich zu nehmen. "Vielleicht erhörst du mich in diesem Jahr Gott, bitte, lass mich endlich sterben." Wer sieht das Leiden der Menschen in Israel und Palestina, in Somalia, in den Straßen Rumäniens, überall in den Brennpunkten der Welt?

Meine Lieben Leser, es geht mir nicht darum das ich Euch die Freude am neuen Jahr zu verderben will, im Gegenteil. Ich möchte Euch auffordern: Wenn Ihr Eure Vorsätze für das neue Jahr trefft, haltet inne und denkt mal darüber nach.

Ich mache Euch ein paar Vorschläge, vielleicht ist das eine oder andere etwas für Euch:

Lächelt einmal mehr als am Vortag, wenn Ihr in ein Gesicht seht.
Sagt einmal mehr zu den Menschen die Ihr gern habt: Ich liebe dich.
Haltet in Hecktik und Stress einmal mehr Inne und denk an jemanden den Ihr vermisst.
Reicht jeden Tag jemandem die Hand. Sei es ihn zu begrüßen oder ihm zu helfen oder sich zu versönen.
Wenn ein neuer Nachbar in das Haus einzieht, geht hin und begrüßt ihn.
Wenn Ihr jemanden weinen seht, nehmt ihn in den Arm und sagt ihm: du bist nicht allein.
Wenn Fremde Euch begegnen, macht sie zu Freunden. Egal woher sie kommen, welche Hautfarbe sie haben oder welcher Religion sie angehören.
Nehmt Euch zeit Euren Kinder zuzuhören.
Geht an einem schönen Sommerabend nach draußen und geniesst die warme Luft und die Farben der Welt.

Ich wünsche Euch hiermit allen ein gutes, gesundes und neues Jahr. Das Ihr jedes Lächeln was Ihr gebt 10-fach zurück erhaltet. Und jedes Geste Euch neue Freunde und Liebe einbringt.

Eure Hayat