Da saß er nun.

 

Immer wieder passierte ihm das. Er freundete sich an, es gefiel ihm. Er unterhielt sich gerne, machte Witze und dann ritt ihn der Teufel. Er fing an die anderen zu beleidigen. Versuchte, sie zu verletzen. Besonders die Frauen, nicht alle Frauen natürlich, aber die, an denen er ein besonderes Interesse hatte. Sobald er merkte, das Interesse wurde erwidert, ließ er sich irgendwas einfallen.

 

Und...............Peng

 

Dabei wollte er doch so gerne sein Alleinsein, seine Einsamkeit beenden. Oder wollte er das gar nicht. Was brachte ihn dazu, die Frauen zu belügen? Der einen hatte er erzählt, er sei geschieden um dann in irgendwann zu erzählen, dass er sich gut an seine Eheschliessung erinnern könne und er sei ja auch immer noch verheiratet.

 

Klar, er war verheiratet, aber nur noch auf dem Papier, getrennt hatten sie sich vor langer Zeit.

Auch seine Frau hatte er immer wieder provoziert, immer wieder Streit gesucht, bis sie nicht mehr mochte. Bis sie ging. Danach tat es ihm furchtbar leid. Doch sie wollte nicht mehr. Alle Versprechen von seiner Seite, er würde sich ändern, stimmten sie nicht um. „Ändere dich und dann sprechen wir noch einmal darüber, nicht umgekehrt“.

 

Sie ging sogar soweit und empfahl ihm fachärztliche Behandlung, er hätte eine schwere Persönlichkeitsstoerung. So ein Quatsch. Persönlichkeitsstoerung, er? Niemals.

 

Immer wieder versuchte er, eine Beziehung aufzubauen, immer wieder passierte ihm das selbe. Es lief eine Weile wunderbar und dann fing er an, provozierte, suchte Streit

 

 

und..........Peng.

 

 

Sicher, in seiner Kindheit war nicht alles einfach verlaufen. Sein Vater verprügelt Frau und Sohn regelmäßig. Als er es nicht mehr aushielt mit knapp 18, haute er ab. Ging zu Verwandten nach Frankreich, ging zur Fremdenlegion. Da hatte es ihm gefallen, da war er Mann, da wurde er anerkannt. Als seine Dienstzeit nach 5 Jahren abgelaufen war, verlängerte er jedoch nicht mehr.

Ihn zog es nach Hause. Mit seiner Mutter führte er einen regelmäßigen Briefwechsel. Er wusste, sein Vater war vor kurzem verstorben. Er zog also erst mal wieder in das elterliche Haus, begann eine Ausbildung zum Möbelschreiner. Von seinem Sold hatte er einiges sparen können, so dass ihm das Ersparte über die Ausbildungszeit hinweg half. Auch schon mit seiner Mutter hatte er nach kurzer Zeit ständig Streit. Sie ging ihm auf die Nerven. Ständig wollte sie was von ihm. Er konnte seinen Vater verstehen, dass er ihr regelmäßig ein Tracht Prügel verpasste, dieser Nervensäge. Anders war der doch nicht beizukommen.

 

Dann lernte er ein Mädchen kennen, als sie schwanger war, heirateten sie. Im Haus war ja genug Platz, außerdem konnte sie ja weiter arbeiten, seine Mutter würde schon auf das Kind aufpassen. Sie bauten das Haus um, renovierten, richteten neu ein, alles ohne große Schulden zu machen. Doch immer wieder kam es zu Streit mit seiner Mutter, mit seiner Frau. Bis seine Frau ging. Irgendwann verstarb dann auch die Mutter.

 

 

Ja und jetzt, jetzt saß er da, allein, einsam, er wollte nicht alleine sein und trotzdem konnte er mit niemanden zusammenleben. Manchmal kam ihm der Gedanke, ob seine Frau vielleicht Recht haben könnte mit der Persönlichkeitsstoerung. Seine letzte Freundin hatte ja auch so etwas in der Art geäussert.

 

Ach Quatsch, das sind die blöden Weiber, die spinnen, die kennen eben keinen richtigen Mann und daher kommen sie auch mit ihm nicht klar. Wo gibt es denn heute noch Männer wie ihn, sind doch alles Waschlappen, die sich von den Frauen auf der Nase tanzen lassen.

 

Ne, auf der Nase lässt er sich von so einer dämlichen Zicke nicht herumtanzen. Er doch nicht. Dann eben Tschüss.

 

 

Text:  N.F. (August 2010)