Hell strahlt die Sonne,
vom blauen Winterhimmel.
Verführt mich zu einem langen Spaziergang,
durchs weite Feld.
Die weißen Schneeflecken tauen wässrig hinweg.
Der graue Asphalt wird vom Sonnenschein erhellt.

Heute habe ich über deine Existenz nachgedacht.
Über dich….mein Zimmer…ganz für mich allein.

Dich gibt es schon seit über 50 Jahren.
Ich trag dich spazieren,
in meinem Kopf, in meinem Herz,
doch auch real bist du existent.
Du Zimmer, ganz für mich allein.

In dir mache ich mir meine Gedanken.
Hole liebevolle Erinnerungen hervor.
Schmücke dich aus mit meinen Wünschen.
Weine hier Tränen,
oder strahle vor Freude.
Hier bin ich auch manchmal visionär.

Hier denke ich, was wäre,
wenn ich gestorben bin.
Wer würde den Trauerzug begleiten.
Wer würde am Grab stehn
Und schöne Worte der Trauer sprechen.
Wer würde um mich eine Träne weinen.
Das denk ich, in diesem Zimmer, ganz für mich allein.
Dann erhellt ein Strahlen mein Gesicht.
Wer ist alles gekommen,
wer hat mich ganz tief in sein Herz genommen.
Im Geiste sehe ich so viele und das macht mich froh.
Ich fühl mich geliebt, das ist die Devise, das ist einfach so.

Doch schon wieder ändern sich die Gedanken.
Ich öffne die Tür und auch das Fenster, lasse hinein ganz viel frische Luft,
in mein Zimmer, ganz für mich allein.
Hier mach ich mir Gedanken über die Liebe.
Hier kann mein Herz vor Wärme glühn.
Hier horch ich ganz tief auf die innere Stimme.
Fälle manchmal Entscheidungen oder lasse es sein.
In diesem Zimmer, ganz für mich allein.

Hier trage ich zusammen all mein Wissen
Und lasse mich von der Muse küssen.
Hier formieren sich Worte zu Sätzen
Und reichern sich an, die Gedankenfetzen.
Hier darf mein Herz auch schon mal trauern
Und weiß doch, diese Zeit geht auch vorbei.
Dann kommt wieder die Lebenslust
Und lässt niemand versauern.
In diesem Zimmer, ganz für mich allein.

Mein Liebster, wenn du in dieser Nacht,
mich mehrmals liebevoll in Extase gebracht,
nun hinüberschlummerst, erschöpft, dein Werk vollbracht.
Dann warte ich noch eine Weile,
lausche auf den Gleichklang deines Atems.
Schleich mich von dannen, störe nicht deine Ruh,
nehm die Erinnerung an einen wunderschönen Abend mit,
in mein Zimmer, ganz für mich allein und finde meine Ruh.

Hier mache ich mir Gedanken über Gesundheitszustände.
Hier wird im Jetzt, in der Vergangenheit und in der Zukunft gedacht.
Für die Verschönerung, wird sogar eine Kamelia nach Haus gebracht.
In diesem Zimmer bin ich zwar allein,
doch niemals einsam, denn ich bin all eins.

Hier wird der Zukunft ein Raum erschaffen
Und darüber nachgedacht,
wie wäre es, mit dir in ein Häuschen zu ziehen,
am Rande der kleinen Stadt.
Ein kleines Gärtchen, von der Sonne beschienen,
Rosen, Hortensien, Hibiscus, sie fänden ihren Platz.
Doch auch hier gäb es, wie könnte es anders sein.
Ein Zimmer, ganz für mich allein.

Es wäre Rückzug und auch der Platz der Weiterentwicklung.
Manchmal würde ich dich eintreten lassen,
damit du die Schönheit des Raums erkennst.
Ich weiß, du würdest diesen Platz anerkennen,
ihn achten und ehren, denn nichts stünde der Liebe im Weg.
In diesem Zimmer, ganz für mich allein.

So ist es wichtig, dass ich dieses Zimmer habe.
Ob mental, oder geistig oder ganz real.
Ein Raum, ein Ort, wo ich mich all meinen Emotionen öffne.
Hier wird auch vom Lebensschmerz geheilt.
Hier erfahre ich Stille und Ruhe,
die mir Kraft gibt, die ich brauch.
Hier richte ich mich häuslich ein.
In diesem Zimmer, ganz für mich allein.

Marlies