Im Herbst hatte ich mein Auto in der Stadt auf einem Parklpatz neben einer alten Kirche unter einem Baum geparkt.
Als ich nach zwei Stunden, es war schon dunkel, einstieg und den Motor startete, plumpste irgendetwas auf meine Windschutzscheibe. Ich schaute hin und sah einen mittelgroßen Vogel, der auf meinem linken Scheibenwischer saß. Vorsichtig fuhr ich rückwärts aus der Parklücke, in der Hoffnung, er würde wieder auffliegen.
Falsch gedacht!
Er blieb sitzen und rührte sich nicht.
Daraufhin hab ich mein Auto langsam an die Seite gefahren und bin ausgestiegen. Er klammerte sich nur weiter an dem Scheibenwischer fest und fauchte mich angstvoll an. Es handelte sich um einen jungen Turmfalken, der wohl noch nicht richtig flugtauglich war. Mein Versuch ihn mit der Krücke meines Regenschirms zum Umsteigen zu bewegen schlug fehl. Er hatte viel zu viel Angst um sich zu rühren. Nach einigen Versuchen gab ich auf und ließ ihn erstmal in Ruhe. Anfassen wollte ich ihn nicht. Er hatte nämlich eindrucksvolle Krallen und einen kräftigen Schnabel, den er immer weit aufriss, sobald ich näher kam. Außerdem hatte ich Bedenken, dass er mir auf die Straße hüpfen würde und dann….
Nach einigem Überlegen hab ich dann die Feuerwehr angerufen. Mein Bruder hatte mir mal erzählt, dass die sich auch um verirrte Tiere kümmern. Und dieser Kleine hatte sich ja nun wirklich verirrt.
Zuerst haben sie mir dort nicht wirklich geglaubt und gelacht. Doch dann versprach mir der nette Mensch am anderen Ende, die Tierrettung zu schicken. Nach einer halben Stunde Warten, der Kleine klammerte sich weiterhin an meinem Scheibenwischer fest, kamen zwei Feuerwehrmänner an. Die packten ihn dann vorsichtig mit ihren dicken Handschuhen und setzten ihn in eine Transportkiste. Sie haben ihn dann zu einem Falkner gefahren.
Dort hat man ihm wohl das Fliegen beigebracht.
War das jetzt ein Blind-Date oder ein Überfall? Auf jeden Fall für mich eine tolle Erfahrung, für den kleinen Falken wohl eher nicht.
Eine Begegnung der anderen Art
Blind-Date oder ein Überfall??
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