Die Kinder, über den Bescheid nicht gerade froh. Ab da liefen sie nur noch mit betrübten Gesichtern durch das Dorf, da sie sahen, wie andere Eltern Tannenbäume unter den Armen hatten. Es war doch auch sonst immer so schön bei ihnen zu hause, wenn die Kerzen am Tannenbaum erleuchteten, der Vater dazu am Klavier die Weihnachtslieder spielte, Mutter und Kinder ihre Stimmen erhoben. Das soll nun alles vorbei sein.
Als der Weihnachtsnachmittag heran kam, waren die Eltern die meiste Zeit in der guten Stube. Die Kinder jedoch waren bedrückt und kramten aus ihren Schränken heraus, was sie den Eltern am Heiligabend geben wollten.Die Mädchen hatten für die Mutter Deckchen und Vorhänge bestickt und für den Vater etwas zu rauchen besorgt.Der Junge hatte für den Vater eine neue Pfeife mit Aschenbecher gekauft und für die Mutter aus Holz mit der Laubsäge einen Schmuckkasten erarbeitet. Aus ihren Gesichtern glänzte aber nicht so recht die richtige Weihnachtsfreude. Als sie dann in die Stube traten, blieben sie wie angewurzelt unter der Tür stehen und riefen wie aus einem Mund: " Oh, wir haben ja doch einen Tannenbaum!"
Nun wurde richtig Weihnachten, es wurde gesungen, Vater spielte Klavier und Mutter holte auch noch ihre Geige her -vor.
Jetzt konnte der Junge sogar ohne Unterbrechung sein Weihnachtsgedicht aufsagen und das auf plattdeutsch:

Kiek ers, wat is de Heven so rot
dat sünd de Engel
de backt dat Brod
de backt denn Wiehnachtsmann sien Stuten
för all de lüttjen Leckerschnuten.
Nu flink, den Teller ünnert Bett
un west recht lieb, un west recht nett,
de Sünderklaas steiht för de Döör
de Wiehnachtsmann de schickt em her,
un watt de Engel hebbt backt
schüllt ji nu probeern
och, wenn`t doch bloss erst
Wiehnachten wer.