UNSER TAG
Dabei fingen alle Vorbereitungen ziemlich stressig an und wir waren mit allem knapp in der Zeit. Wir wussten z.B drei Tage vorher noch nicht, wie oder was wir anziehen an diesem besonderen Tag. Den Samstag vor der Hochzeit dann schnell noch mal nach Hamburg rein und die Stadt „durchwühlen“…Abends um 20 Uhr waren wir wieder zu Hause mit erfolgreichem Einkauf. Montag war dann der Frisörtermin ,zwei schicke Frisuren mussten her.. Anschließend Großeinkauf für das Büffett am Abend nach dem Standesamt. Eine schöne Tischdeko sollte auch noch her, also entschieden wir uns für etwas Blaues, dem Norden entsprechend halt und es sah traumhaft aus.
Und die Ringe durften ja auch nicht fehlen.Hierzu fuhren wir zu einem Juwelier nach Bad Bramstedt. Er hatte genau das, was wir wollten. Ganze 10 Minuten hat dieser „Einkauf“ gedauert und DAS war schon ganz schön mitreißend ,diese silberfarbenen Siegel in der Hand zu halten.
Dienstag waren dann die restlichen Aufräumarbeiten angesagt ,- keine Zeit für eine Einstimmung ,im fliegenden Tempo ging es zur Sache.
Nachmittags haben wir dann die Salate und das Fleisch zum Grillen vorbereitet.
Zwischen unseren Füßen liefen ja auch noch 7 Katzenkinder mit ihren beiden Müttern und hatten ständig nur was zu meckern…du meine Güte ,war hier was los. Wir kamen selbst nicht einmal dazu, etwas zu essen und ehe wir uns versahen, war es abends 22 Uhr.

Die Nacht zum 4. Juni haben wir beide denn fast schlaflos verbracht. Ich war ja schon seit Wochen voll aufgeregt. Bei Susanne kam das alles drei Tage vorher auf einen Schlag.
Ihr viel alles aus den Händen, sie schwitzte und war sichtlich von Unruhe überschüttet.
Und ich habe immer nur gedacht ,hier fehlt noch was, da fehlt noch was ,bis wir uns dazu entschieden, endlich die Zeit zu nutzen, sich auf die Stunde der Wahrheit endlich in Ruhe vorzubereiten. Dann meinte Susanne:“Weißt du was,mein Schatz,…lass uns ein Bier zusammen trinken, das beruhigt, ich brauch das jetzt.“
„Ok,wenn du das möchtest, trink ich eins mit…“..sagte ich zu ihr.
Und sie hatte Recht, eine wortlose Umarmung, ein inniger Kuss und ein Bier..das ließ uns tatsächlich ruhiger werden.

Um neun Uhr stiegen wir dann in unsere Sonntagsklamotten und ich sehe meinen Tiger zum aller ersten Mal nicht in Jeans, sondern in feinster Robe mit schwarzen Sonntagsschuhen…Himmel hatte ich Gänsehaut bei diesem Anblick.
Seit ich sie kenne, hat sie diese Art sich anzuziehen immer gern verdrängt. Doch nach der ersten Anprobe im Geschäft war sie selbst von sich überrascht, wie gut ihr das steht.
Jetzt gehen wir am Wochenende nur noch so aus…

Auf jeden Fall ging es dann folgender maßen weiter…

Um halb 10 erschien Petra ,- eine sehr gute Freundin, die erste unserer beiden Trauzeugen. Etwas später kam Elke ,die Mutter unserer Vermieterin. Sie hat darauf bestanden, bei uns Trauzeugin sein zu dürfen und so luden wir sie dazu gerne ein.

Um halb 11 kam dann die Taxilimusine mit einem Taxifahrer, der glaubte, eine Hand voll Hühner mit seinen Sprüchen zu verdonnern. Aber wir 4 nahmen diesem Herrn gleich gekonnt den Wind aus den Segeln.. und so setzte er uns ohne viel Worte vor dem Standesamt ab.

Noch einmal alles richten…Frisur, Klamotten, Blumenstrauß…sitzt auch alles perfekt?..
Die Aufregung stieg wieder drastisch an. Nur noch ein paar Schritte und wenige Minuten bis um 11 Uhr, dem eigentlichen Termin.
Das Trauzimmer lag in der ersten Etage…und davor standen 4 Stühle. Alle setzten sich, nur ich nicht. Mein Herz schlug so laut, das ich dachte, man könnte es bis ins Erdgeschoss hören.
Mein Puls donnerte durch mich hindurch und steuerte mich förmlich. Fast hatte ich Angst ,mich auf den Beinen halten zu können. Plötzlich stand aber dann die Fotografin im Vorraum, sodaß etwas Ablenkung da war. Beim ersten Foto vor dem Trauzimmer wurde mir dann von jetzt auf gleich unglaublich heiß. Zum Glück erschien im selben Moment die Standesbeamtin und beruhigte mit den Worten: „ Soll ich schon mal die pflanzlichen Notfalltröpfchen holen, ich so etwas immer da?“
Aber zum Glück musste sie davon keinen Gebrauch machen.

So durften wir im Trauzimmer dann Platz nehmen und es wurde auf einmal sehr still.
Wir zwei in der ersten Reihe, die Trauzeugen verschwanden in die dritte Reihe.
Prompt fragte die Standesbeamtin, ob sie es sich anders überlegt hätten, ansonsten mögen auch sie bitte nach vorn kommen. Da haben alle nur gelacht und die Stimmung wurde wieder locker.
Endlich ging es dann los, wir wollten nur noch, dass diese Aufregung aufhört und wir uns für immer gehören als Ehepaar..
Frau Turowski, unsere Standesbeamtin begann dann sehr besinnlich einige Dinge aus unserem Leben zu erzählen und es wurde mehr als eine Liebesgeschichte daraus. Sie traf die Worte gewählt und voll auf den Punkt und bei so manchem Satz trafen sich die Blicke sehr innig von uns beiden. Nicht eine Sekunde ließen wir uns an den Händen los in der schönsten Stunde unseres Lebens ,die so ergreifend und mitreißend war, das wir oft den Bach in unseren Augen nicht verbergen konnten.
Doch Frau Turowski verstand es ,mit ihrer lockeren Art eine weniger ernste Stimmung zu schaffen und so gab es zeitweise immer mal wieder viel zu lachen, dennoch kam der Anlass dabei niemals zu kurz. Eine schöne Mischung aus Gefühl und Sinnlichkeit.

Nach dem „Ja, ich will“ steckten wir uns die Ringe an und schenkten uns den Kuss des Lebens als Eheleute. Ein ganz besonderer Moment von Nähe und Fühlbarkeit. Hier stellte sich heraus, dass neun Jahre unserer Liebe mit allen Höhen und Tiefen nichts anhaben konnten. Im Gegenteil.. wir haben aus all dem gelernt, das hat uns reifen lassen, hat uns beide zu unzertrennlichen Partnern gemacht.
Auch darüber sprach die Standesbeamtin. Später las sie uns noch einen Brief vom Bürgermeister vor ,den wir ihm mal vor zwei Jahren geschrieben hatten, um uns als neue Einwohner der Stadt Wrist bei ihm vorzustellen. Wer wir sind, was wir beruflich machen, welche Hobbys wir haben , und das wir stolz sind ,hier im Norden zu Hause angekommen zu sein. Er findet es bis heute sehr nett, immer mal wieder von den Mädels aus Wrist zu lesen und hatte sich so gedacht, dies mal an die Standesbeamtin weiterzuleiten. Was für ein Schlitzohr dieser Bürgermeister.. aber ein netter dazu.. Wohnt gleich um die Ecke bei uns.

Als dann alle Dokumente unterzeichnet waren, köpften wir die Flasche Sekt und stießen
Gemeinsam an. Es wurde dabei soviel erzählt, dass wir die Zeit förmlich vergaßen und so kam es, das es in diesem Standesamt die längste Hochzeit war, die es je gab.
Frau Turowski fand uns total klasse und freut sich nun regelmäßig auf Post von uns.
Danach waren wir beim Griechen, haben lecker gegessen und sind dann am Nachmittag zum Ausruhen mit den Trauzeugen auf unserer schönen Terrasse gelandet. Der ganze Stress war abgefallen und es stellte sich eine wohlige Müdigkeit ein. Die wir aber mit einer guten und witzigen Unterhaltung verdrängten. Um 17 Uhr gab es dann das Büffett und man saß bis in den späten Abend beieinander. Ein Tag voller Emotionen ,Sonnenschein und sehr berauschenden Momenten. Es passte einfach alles.

Das war der 4. Juni 2008 . Nun sind schon fast wieder 4 Wochen seither vergangen und nichts von dem ist in Vergessenheit geraten.

Wir hoffen, ihr Mädels hattest viel Spaß beim Lesen und beim Betrachten Hochzeits-Bilder..

Ganz liebe Grüße ab hier und bis demnächst sendet euch das frisch vermählte Brautpaar
Beate und Susanne