Bräutigam:

Gestiefelt und schön frisiert dafür,
steht Kater Tom vor Raimund’s Tür.
„Gebt mir die Tochter, lieber Mann,
ich will sie lieben nun fortan.“


Brautvater:
„Sag, sind das Deine einzigen Stiefel?
Kannst Du auch kochen ohne Zwiebel,
bist Du treu, ordentlich und auch brav?“
„Ich will’s versprechen, Herr Raimund Graf.“


Brautmutter:

„Spieglein Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?“
„Frau Cilli, Ihr seid die Schönste hier,
aber die heutige Braut ist tausendmal schöner als Ihr.“


Braut:

Rucke di gu, rucke di gu,
kein Blut ist im Schuh,
die Schuhe, die sie sind nicht geklaut,
heut nimmt der Tom die Iris zur Braut.


Freundin:

„Rotkäppchen Zuzanna, wo willst du hin?“
„Nach Omas Häuschen steht mein Sinn,
bring Wein und Kuchen, sie ist krank.
Bald sitzt sie wieder auf der Bank.“


Bruder des Bräutigams:

Wolf Georg stand vor Geißleins Tür
„Macht auf, ich bin kein Ungetier.
Hab euch doch all zum fressen gerne.
Bin weit gekommen aus der Ferne.“


Georg's Braut:

Dornröschen Elke schlief viele Jahr.
Da kam ihr Prinz, da war es klar.
Küsst sie ganz rücksichtsvoll und heiß.
Jetzt hat sie ihn, den Preiß. (Preußen)


Elke's Sohn:

Der Frosch am Königsbrunnen schlief,
die Königstocher herbei lief.
Die Kugel holt er gern für die Maid,
der Christoph hat noch soviel Zeit.


Schwester der Braut:

Rapunzel hatte schönes Haar,
für Silvia, das war sonnenklar,
da half kein Betteln oder Bitten:
sie hat es einfach abgeschnitten!


Silvias's Mann:

"Klaus, wie kannst du es nur wagen,
Deinen Namen nicht zu sagen?
Bald weiß es jeder im ganzen Land:
als Rumpelstilz bist Du bekannt.“


Silvia’s und Klaus Tochter:

Tanja ist ein gar schöner Nam',
von Frau Holle sie ihn bekam.
Goldmarie - freundlich und zart,
an Schönheit wurde nicht gespart.


Bräutigam Mutter:

Hexe Linda kreischt ganz laut:
"Seht alle her, hier kommt die Braut!"
So schreit sie weiter unverdrossen
und hat das Schauspiel sehr genossen.


Nun ist es Zeit - wie wunderbar,
das Brautpaar schreitet zum Altar.
Der Pfarrer Knoblauch fragt:

„Willst du sie nehm',
auch wenn sie manchmal unbequem?“
„Natürlich will ich, krieg's gebacken,
ich kenne alle ihre Macken!"

„Und dich, Jungfrau, ich nun frag:
Treibt er es manchmal nicht zu arg?
Nimmst du ihn, wie er vor dir steht?
Sagst du nun ja,
sprecht ein Gebet."


Freund des Bräutigams:

Es war ein Mann, nicht stark, nicht groß,
der stickte sich auf seine Hos’:
Sieben warn’s auf einen Streich
„Hartmut, wo sind die Ringe gleich?“


Der Pastor sprach:
"Vor Gott geb ich euch zusammen dann,
von jetzt an seid ihr Frau und Mann."

„Küsst Euch doch endlich, ihr zwei Lieben,
warum sind wir sonst so lang geblieben?“


Nun ist das Märchen hier zu Ende,
reicht fröhlich dem Paar Eure Hände
und bringt ihnen Glückwünsche dar -
sie mögen liebevoll erleben jedes Jahr!