Montag Morgen habe ich mich ganz spontan zu einem Fastentag entschlossen. Feste Nahrung verboten, nur Flüssiges ist erlaubt. Nein, natürlich nichts Alkoholisches!

Genüsslich habe ich also um 8.00 Uhr eine Tasse Früchtetee getrunken und mir erfolgreich eingeredet, wie köstlich dieses Getränk doch schmeckt...

Um 10.00 Uhr musste ich zum Friseur. Das würde mich von Hungergefühlen ablenken, davon war ich überzeugt. Ich konzentrierte mich also ganz auf die Prozedur der Haarbehandlung. Doch das war leichter gesagt als getan. Mein Magen meldete sich plötzlich mit einem drohenden Knurren... Hoffentlich hörte das niemand. Peinlich! So laut wie möglich blätterte ich in einer Illustrierten, um von dem Geräusch abzulenken. Die Rezepte in der Zeitung waren wohl schuld, dass mein Magen noch intensiver rebellierte.

Die Friseuse fragte mich mit einem fast mitleidigen Gesichtsausdruck, ob ich heute nicht gefrühstückt hätte und wies die Auszubildende an, mir einen Kaffee und Kekse zu bringen. Den Kaffee habe ich getrunken, das Gebäck schweren Herzens abgelehnt. Der Kaffee blubberte lautstark in meinem leeren Magen und ich war erleichtert, als ich den Laden endlich verlassen konnte. Mein bedauernswerter Magen hing mittlerweile auf halb sieben, wie man so schön sagt.

Mittags war eine Tasse Gemüsebrühe erlaubt... Na ja, mittlerweile war meine Laune im Keller, wie man sich vorstellen kann.

Nachmittags hatte ich einen Zahnarzttermin. Den hätte ich absagen können, aber dazu war es zu spät. Einige Patienten blätterten mit verständlicherweise verkniffenen Gesichtern in den Zeitschriften und es war fast mucksmäuschenstill. Ich blätterte (wie schon beim Friseur) so laut wie möglich
die Seiten einer Zeitschrift um in der Hoffnung, mein neuerliches Magenknurren damit zu übertönen. Das gelang wohl nicht, denn erstaunt wurde ich von allen Seiten beobachtet. Vielleicht habe ich mir das aber auch nur eingebildet...

Die Behandlung verlief ohne nennenswerten Zwischenfälle und mein Magenknurren war nichts im Vergleich zum Geräusch dieses Folterinstruments, das man "Bohrer" nennt. Klaglos habe ich eine etwas geschwollene Wange hingenommen. Essen durfte ich erst nach zwei Stunden etwas, in meinem Fall leider nur trinken.

Abends habe ich mir auf VOX das "Perfekte Dinner" angesehen. Für mich gab es leider nur ein Glas köstliches stilles Wasser... Wie beneidete ich die Dinner-Teilnehmer! Zwei Stunden später war ich mit meiner Kraft am Ende. Schluss mit Fasten! Es reichte mir. Sollte ich etwa Kreislaufprobleme bekommen und am Ende noch im Krankenhaus landen?

Am Montag um 21.00 Uhr habe ich mich erlöst von dieser Tortur, die man "gesundes Fasten" nennt und mir kurz entschlossen ein ziemlich gehaltvolles Essen gekocht. Dass ich mit vollem Magen kaum schlafen konnte, war Nebensache.
Hauptsache satt und zufrieden!

Vielleicht versuche ich es am Wochenende nochmal... Aber nur vielleicht.