Wenigstens das macht er noch für mich, dachte sie, aber das wird ihm auch nicht mehr helfen. Sie starrte in ihre Tasse und erschrak als Harald hinter ihr stand.
Ich komme heute etwas später sagte er, wir haben sehr viel zu tun, denn es haben sich Probleme in Bamberg ergeben.
Ja sagte Elsa etwas sarkastisch, fahr nach Bamberg zu deinem Problem.
Wie meinst du das, fragte er etwas gereizt.
Nun so wie ich es sage, oder wie du es sagst. Du hast in Bamberg ein Problem. Harald war es nicht gewohnt so eine Antwort von Elsa zu bekommen. Einen Augenblick wurde er unsicher, sollte sie etwas bemerkt haben fragte er sich.
Ich wünsche mir wieder einen Urlaub.
Elsa sah auf, Urlaub? Urlaub, wann und mit wem?
Urlaub mit dir meine Liebe. Urlaub schön in den Bergen, die du so sehr magst.
Elsa war sprachlos, so ein Angebot hat er ihr seit 4Jahren nicht mehr gemacht.Nun, ja ich überleg es mir, ob ich in die Berge möchte, sagte sie kühl.
Haralds Augen schauten sie spottend an. Du beschwerst dich seit Monaten, ja Jahren dass wir nicht mehr zusammen in Urlaub fahren und jetzt wo ich mal Lust habe willst du nicht.
Ich weis noch nicht ob ich Lust habe in Urlaub zu fahren, sagte sie laut und warf ihm einen missbilligen Blick zu .Ich kann jetzt nicht ja oder nein sagen, sprach sie weiter, das wird sich demnächst sich entscheiden.
Was willst du damit sagen fragte Harald und Angst stieg in ihm auf. Er wusste, dass sein Schwiegervater bei der Hochzeit auf einen Ehevertrag pochte und dass ihm nichts bleiben würde, wenn sich Elsa von ihm trennte.
Ach mach doch was du willst schrie er sie an, du bist ja nicht ganz bei Trost und lässt dich dauernd von diesen tollen Schnallen aufhetzten.
Elsa ging nicht auf dieses Gespräch ein, sie kehrte ihm den Rücken und verließ die Küche. Noch einmal mehr wurde ihr klar dass sie sich von ihm trennen muss. Sie rührte noch lange in ihrem Kaffee und ließ ihn dann ungetrunken stehen und dachte an ihre Eltern. Die waren sie schon vier Jahre Tod und sie hatte immer das Gefühl, sie kämen gleich ins Haus hinein und konnten sich selbst überzeugen, wie sehr sie sich in Harald getäuscht haben Vati dachte sie,
Vati da hattest du aber nicht so eine gute Hand mit der Wahl von Harald. Es ist gut das du und Mutti es nicht mehr miterleben, wie herzlos und gemein er ist. Tränen der Trauer liefen ihr über die Wangen, Trauer dass ihre Eltern so schlimm verunglückten. Das Rad hat sich von ihrem Mercedes gelöst und sie hatten keine Chance gehabt als der Wagen sich am Berghang überschlug.
Elsa hatte viel zu tun, denn das ganze Erbe ging an sie und nicht wie Harald dachte zu gleichen Teilen wie es sein Schwiegervater versprochen hatte. Vielleicht hat Vati ihn schon vorher durchschaut und das Testament nur für sie geschrieben, dachte sie.
Seitdem hat Harald sich verändert, und am Anfang dachte sie noch, dass es wohl die Trauer um seinen Schwiegervater war, aber er wurde immer unausstehlicher und tyrannisierte Elsa wo er nur konnte.
Von nun an betrog er sie so öffentlich, das sie nicht anders konnte als ihn zu verlassen. Die letzte Affäre war durch alle Zeitungen gegangen, denn er hat sich mit einer neunzehnjährigen eingelassen die herumposaunte, sie sei schwanger von ihm
.Nun musste er widerwillig Farbe bekennen und gestehen dass er sich schon in jungen Jahren sterilisieren ließ.
Dieses Bekenntnis traf Elsa wie ein Schlag. Wie oft hat er gesagt es liege nur an ihr, er sei völlig gesund. Ja gesund war er, aber eben sterilisiert. Die ganzen sieben Jahre hat sie sich herumgeplagt, hat gebetet und gebettelt er sollte sich untersuchen lassen und jetzt dieses Bekenntnis. Die Enttäuschung saß so tief, das sie, ein Jahr kein Wort mit ihm sprach und das gemeinsame Schlafzimmer verließ. Seit dem lebten sie nebeneinander her und jeder ging mehr seine eigenen Wege.
Nur wenn es zum Wohle ihrer Firma ging, traten sie noch zusammen auf. Sie hatte auch schon lange den Verdacht dass er Gelder abzieht und stellte ihm einen Generaldirektor vor die Nase.
Dies verzieh er ihr nun schon gar nicht, denn ab diesen Tag wurde alles bis aufs kleinste kontrolliert.
Das dieser Direktor auch noch Lars Heyer war, ließ das Fass überlaufen. Lars war ein Segen für die Firma und ein richtiger Workoholic.
Seine Ehe mir Rushar, funktionierte nicht. Ihm wurde klar dass seine Ehefrau und er aus zwei verschiedenen Kulturen stammten und sich seine türkische Familie allzu sehr in sein Privatleben einmischte. Er war nicht bereit seine Schwager und Schwägerinnen zu unterstützen, nur weil er jetzt Generaldirektor einer gut gehenden Firma war. Nach anfänglicher Euphorie kam für die Familie die Ernüchterung. Sie begriffen einfach nicht dass ihm die Firma nicht gehörte und er keine fachunfähigen Kräfte in Spitzenpositionen einbringen konnte. Er hatte generell etwas gegen Vetternwirtschaft und er wusste genau, dass Harald ihm ans Bein pinkeln würde, hätte er nur einen von ihnen eingestellt
Nun versuchten sie es auf die andere Tour, ließen sich kündigen und hofften auf Unterstützung des Schwagers und Schwester. Sven machte da nicht mit und Rushar geriet immer mehr unter die Repressalien der Familie, so dass sie sich das Leben nehmen wollte. Die Belastung war sehr schwer und er klagte Elsa jeden Tag aufs Neue ihr Leid.
Es entstand eine innige und vertrauensvolle Freundschaft und es wunderte Elsa schon sehr, dass Roslind sie jetzt so hinterging. Sie fragte sich ob sie es Sven Ihrem Bruder erzählen sollte, doch wollte sie es erst mit Roslind klären.
Sie hörte wie die Außentür zuschlug und das Harald seinen Jaguar startete und eiligst wegfuhr.
Ihr war klar, dass er jetzt wusste, dass seine Felle davon schwimmen und sie hatte keine Lust mehr auf irgendwelche Spielchen.
Elsa ging ins Bad , duschte ziemlich lang, cremte sich ein und legte sorgfältig ihr Make up auf , bürstete kräftig ihre Haare und zog das neue Kostüm und die dazu passenden Schuhe an . Sie wechselte ihre persönlichen Sachen von einer Tasche in die passende Tasche, griff den Schlüssel ihres SL und verließ das Haus um Roslind zu treffen..
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