die woche ist mal wieder viel zu langsam vergangen. aber am freitag morgen bin ich doch sehr leicht aus dem warmen bett gekommen. nur noch ein paar stunden arbeiten und dann ab ins wochenende……. koffer ist schon fast fertig gepackt, es fehlen nur noch ein paar kleinigkeiten.
die arbeit ging mir auch locker von der hand. außerdem fand eine sitzung statt, an der ich nicht teilnehmen musste und ich konnte mich auf den täglichen routinekram konzentrieren.
aber nun schlichen die minuten nur so dahin…… es wollte und wollte nicht später werden. also doch: ablage machen! ist zwar fürchterlich langweilig aber extrem wichtig, trotzdem ist das nicht grade meine lieblingsbeschäftigung.
als ich dann wieder zur uhr schaute, war es schon 12:00 h. die letzte ¾ stunde schaffte ich auch, obwohl es merkwürdigerweise noch hektisch wurde. als hätte es mein kollege geahnt, dass ich pünktlich das gastliche haus verlassen möchte, legte er mir noch ein paar sachen hin, die unbedingt geschrieben werden sollten. um 12:40 h war der letzte brief fertig und zur unterschrift vorgelegt.
„schönes wochenende, ich gehe dann“, verabschiedete ich mich.
schnell nach hause, noch kurz geduscht und umgezogen, koffer ins auto, wasserflasche eingepackt, dann meine tochter, die ebenfalls zu ihrem partner fuhr, vom büro abgeholt und zum bahnhof gebracht. um 14:45 h war ich auf der autobahn, ca. 170 km liegen vor mir aber es war kaum verkehr und die fahrt verlief angenehm ruhig. zwischendurch meldete sich meine tochter per handy, dass sie gut angekommen ist und bereits abgeholt wurde. das radio versorgte mich mit leichter musik und ich ertappte mich dabei, dass ich lauthals mitsang. nur gut, dass mich niemand hören konnte.
mein schatz rief auch an: „wo bist du?“ „kurz vor vechta“ antwortete ich. „schön, dann bist du ja in knapp 45 minuten zu hause, fahr schön vorsichtig. ich brauche dich“ kam zurück.
„zu hause“…… ich ließ mir die worte durch den kopf gehen. tatsächlich…. da, wo ich jetzt hinfuhr, war ich zu hause, da war meine liebe. an dem anderen ort hatte ich zwar meine kinder, da sind meine wurzeln, aber da wohnte ich, weil dort meine arbeit ist.
an der abzweigung in unsere wohnsiedlung rief ich ihn an: „ich bin gleich da“ „na denn mal los, das begrüßungskomitee erwartet dich schon“ sagte er. tatsächlich, da standen unsere vermieter mit meinem schatz und grinsten mich an.
ich wurde umarmt und beknuddelt und dann… endlich hielt er mich fest in seinen armen, zärtlich streiften seine lippen meine schläfen. „es ist so schön, dich zu spüren“ flüsterte er in meinem haar. ich schmiegte mich noch enger an ihn und genoss den augenblick.
in der wohnung machte ich es mir mit meinen wohlfühlklamotten auf dem sofa gemütlich. eng aneinander gekuschelt verbrachten wir den abend und bereits um 21:30 h gingen wir ins bett, obwohl wir überhaupt noch nicht müde waren!
zusammen aufwachen ist immer aufregend schön. ich spüre dann, wie sich seine hand unter meine decke schmuggelt, mich zärtlich streichelt und wach gekuschelt und dann... na ja...
nach einem verspäteten frühstück erledigten wir einige lästige arbeiten im haushalt. abends gingen wir zu einer party. der swingerclub von guten bekannten existiert seit drei jahren und das wurde entsprechend gefeiert. wir verbrachten einen amüsanten abend mit netten leuten, sehr gutem essen und anregenden gesprächen in angenehmer atmosphäre.
nach einer doch sehr kurzen nacht verbummelten wir den sonntag faul auf dem sofa. dabei wäre noch so viel zu erledigen gewesen. aber die arbeit nimmt uns schon keiner weg, da sind wir ganz unbesorgt.
das schöne an diesem sonntag war, das ich erst montags wieder zurück musste. das bedeutete noch eine weitere nacht für uns. gemeinsam einschlafen und gemeinsam aufwachen ist für uns immer noch etwas besonderes, weil wir es nur an den wochenenden haben.
schlimm ist dann immer wieder der abschied. wenn mein partner morgens das haus verlässt, um zur arbeit zu fahren, bekomme ich ermahnungen zu hören, wegen vorsichtig fahren und so. nach vielen umarmungen und küssen geht er dann. vom dachgarten winke ich ihm nach, dann gehe ich schnell ins schlafzimmer. von dort kann ich zur abzweigung auf die hauptstraße sehen und dem auto noch eine weile nachschauen……
ja und dann heißt es wieder sachen packen, bisschen aufräumen, bett machen, ein kleiner zettel mit einem netten gruß wird auf den tisch gelegt, noch einmal umsehen, ob auch alles in ordnung ist, den koffer ins auto bringen, noch mal in die wohnung und kontrollieren, dass ich nichts vergessen habe. die tür ordentlich abschließen, ins auto einsteigen und losfahren…….
meine gedanken sind noch immer im wochenende und lassen mich einiges noch mal erleben. am liebsten würde ich umdrehen, wieder in die wohnung gehen und dort auf IHN warten. aber: geht nicht. die arbeit ruft.
mich tröstet der gedanke, dass ich nur noch viermal schlafen muss und dann ist wieder freitag und endlich wochenende……
endlich wochenende......
es ist immer viel zu wenig wochenende!
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