Erinnerungen an eine schreckliche Zeit
Obwohl mein letzter Artikel enttäuschend schlecht angenommen wurde, fühle ich mich, als einer der wenigen noch lebenden, welche die Zeit des verbrecherischen Hitler- Regimes bewusst erlebt haben, geradezu verpflichtet, den Jüngeren zumindest von einem ihrer Verbrechen, der Judenverfolgung zu berichten.
Ich. war 12 ½ Jahre alt, als die Judenverfolgung am 9.November 1938 mit einem hässlichen Paukenschlag ihrem Höhepunkt zustrebte. Schon vorher wurden die Juden verächtlich gemacht,. An ihren Geschäften waren Schilder angebracht worden, dass dies ein jüdisches Geschäft war, in dem ein Deutscher nicht einkauft. Bei den Eingängen von Parks und Anlagen standen Tafeln, die den Zutritt für Juden untersagten. Das Städtische Bad, das notwendig war, da damals viele Häuser noch ohne Bad oder Dusche waren ,durften sie auch nicht mehr benutzen Viele Juden versäumten es, Deutschland, das längst ihr Heimatland war und für das ihre Söhne im ersten Weltkrieg gekämpft hatten, frühzeitig genug zu verlassen, und auch das liberale Ausland nahm sie nur sehr ungern auf. Einzelne Deutsche kauften noch bei ihnen ein, aber erst nach Einbruch der Dunkelheit, weil sie für sich selbst Schwierigkeiten befürchten. mussten. Lausbuben in meinem Alter nutzten die Dämmerung in der Faschingszeit, um Fensterscheiben einzuwerfen, hinter denen verängstigte Menschen vergebens auf das Eingreifen der Polizei warteten. Damals waren wir alle als Indianer verkleidet mit Platzpatronen- Revolvern und wir fühlten uns auch so.. Ich schaute bei solchen. Schandtaten nur zu, das war aber nicht mein Verdienst, sondern ich verdankte es der Erziehung meiner Eltern., die mich danach jedes Mal beschworen, bloß keine falsche Bemerkung darüber bei meinen Freunden zu machen, weil mein Vater besonders als Beamter, schwere Konsequenzen hätte befürchten müssen. Auch seinen geliebten wöchentlichen Schafkopf- Abend musste er einstellen und schämte sich bei seinen jüdischen Freunden dafür, die er sogar bei zufälligen Begegnungen auf der Straße übersehen musste.
Statt dessen kaufte er eine Nazi- Fahne, damit bei besonderen Anlässen die beflaggte Straße ein einheitliches Bild bot. Es gab nur Wenige, Selbständige, hauptsächlich Bauern, die es wagen konnten, keine Fahne zu zeigen. Aber auch sie wurden so weit das möglich war, schikaniert
Am 9. November vormittags zog bereits ein stadtbekannter Trupp Nazis los und holten die überraschten Juden aus ihren Häusern. Auf irgend einem Platz - wo genau habe ich ebenso vergessen wie auch einige andere Einzelheiten- um sie dann über die Hauptstraße zur Synagoge zu treiben. Voraus musste ein junger, geistig etwas zurückgebliebener junger Mann marschieren, dem sie ein Plakat umgehängt hatten mit irgend einem beleidigenden Spruch, „Ich bin ein Judenschwein“, oder so ähnlich. An der Synagoge zog der Mühlkanal des Brehmbachs vorbei, in den hinein die Juden getrieben wurden, Männer wie Frauen, Alte wie.. Junge „Damit sie endlich mal gewaschen wurden“
Was danach geschah, weiß ich nicht mehr, auch mag das Geschriebene einige kleinere Fehler enthalten, für die ich mich hiermit entschuldigen möchte aber im großen und ganzen verlief alles so, wie es hier beschrieben steht und wie ich es mit meinen eigenen Augen gesehen habe.
Tatsache ist, dass danach kein einziger Jude und keine Jüdin mehr in meinem Heimatstädtchen gesehen wurde.
Lasst uns das wieder erwachende Nazitum gemeinsam bekämpfen, so gut wie der Einzelne es kann. Auch die Regierung und die Justiz sind da aufgefordert, mehr zu tun. Helft alle mit, das so etwas nie wieder über unser Land herein bricht. Wehret den Anfängen, die unsere Eltern damals aus Ungläubigkeit und im Glauben an den Anstand aller Deutschen verschlafen haben, bis es zu spät war.
Bild: Halb verhungert, so sahen die "Häftlinge" aus. Auch das habe ich gesehen , als ich beim Reichsarbeitsdienst (RAD) neben ihnen beim Bau einer Chemie- Fabrik arbeitete.
Statt dessen kaufte er eine Nazi- Fahne, damit bei besonderen Anlässen die beflaggte Straße ein einheitliches Bild bot. Es gab nur Wenige, Selbständige, hauptsächlich Bauern, die es wagen konnten, keine Fahne zu zeigen. Aber auch sie wurden so weit das möglich war, schikaniert
Am 9. November vormittags zog bereits ein stadtbekannter Trupp Nazis los und holten die überraschten Juden aus ihren Häusern. Auf irgend einem Platz - wo genau habe ich ebenso vergessen wie auch einige andere Einzelheiten- um sie dann über die Hauptstraße zur Synagoge zu treiben. Voraus musste ein junger, geistig etwas zurückgebliebener junger Mann marschieren, dem sie ein Plakat umgehängt hatten mit irgend einem beleidigenden Spruch, „Ich bin ein Judenschwein“, oder so ähnlich. An der Synagoge zog der Mühlkanal des Brehmbachs vorbei, in den hinein die Juden getrieben wurden, Männer wie Frauen, Alte wie.. Junge „Damit sie endlich mal gewaschen wurden“
Was danach geschah, weiß ich nicht mehr, auch mag das Geschriebene einige kleinere Fehler enthalten, für die ich mich hiermit entschuldigen möchte aber im großen und ganzen verlief alles so, wie es hier beschrieben steht und wie ich es mit meinen eigenen Augen gesehen habe.
Tatsache ist, dass danach kein einziger Jude und keine Jüdin mehr in meinem Heimatstädtchen gesehen wurde.
Lasst uns das wieder erwachende Nazitum gemeinsam bekämpfen, so gut wie der Einzelne es kann. Auch die Regierung und die Justiz sind da aufgefordert, mehr zu tun. Helft alle mit, das so etwas nie wieder über unser Land herein bricht. Wehret den Anfängen, die unsere Eltern damals aus Ungläubigkeit und im Glauben an den Anstand aller Deutschen verschlafen haben, bis es zu spät war.
Bild: Halb verhungert, so sahen die "Häftlinge" aus. Auch das habe ich gesehen , als ich beim Reichsarbeitsdienst (RAD) neben ihnen beim Bau einer Chemie- Fabrik arbeitete.
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