Nachdem ich neulich hier den Artikel Ein Tag im Altenheim oder "Die Würde des Menschen ist unantastbar gelesen habe, wollt ich euch heute einen Tag in einem etwas anderen Heim (beschützend früher nannte man es geschlossen)für Demenzkranke Menschen schildern.

Es ist 6.30 Uhr als ich die Türe öffne um nach oben zu kommen, mir strömt frischer Kaffeeduft entgegen und das Lachen der Schwestern der Frühschicht ist aus dem Eingangsberich zu hören.
Ich gehe hinaus, dort stehen sie eine Tasse Kaffee und Zigarette in der Hand, ein "freundliches guten Morgen ihr Süchtlinge" entkommt meinen Lippen.. Hach ja viele Jahre habe ich selber geraucht, wie schön war da die Zigarette am Morgen , der Kaffee..

Ich hole mir eine Tasse Kaffee, setze mich dazu, bespreche mit den Schwestern den Tagesablauf...

Montag Visite Dr...xxxx,Visitenprotokoll liegt bereit

Schwester O.erzählt das ihre Tochter Krank ist und sie irgendwie keine Ruhe hat, da das Kind bei den Großeltern ist, ich biete ihr an dass ich mich um Ersatz kümmere um ihre Schicht abzudecken und sie nach Haus gehen könnte sobald eine Kollegin da ist.

Es ist 7 Uhr nach einer kurzen Absprache verteilen sich die Schwestern im Haus, suchen die Kollegen vom Nachdient um eine kurze Lagebesprechung zu machen.

Klopf klopf..... Sr.Marion betritt das Zimmer, dort liegen friedlich schlafend 2 Frauen, auch ein gutes Morgen der Schwester reagiert die eine Dame gar nicht, die andere mit : ich will schloafa..., die Schwester sagt : Ok dann komme ich halt einfach später wieder und schließt die Türe..

Im nächsten Zimmer ist bereits Schwester Angelika mit Hr. xxxxxxx zu Gange, er ihr erklärt heute Nacht hätte jemand in sein Bett gepinkelt und ihm seine Sachen gestohlen..
Angelika erklärt ihm er würde nun neue Sachen bekommen und dann würden sich beide nach dem Frühstück auf die Suche nach dem Täter machen.

So nach und nach füllt sich das Haus mit Leben, Fr. xxxxxx kommt angezogen wie eine Zwiebel sie müsse jetzt ihre Kinder zur Schule bringen und ich solle ihr doch die Türe aufsperren, auf meine Erklärung hin es sei heute Sonntag und es sei Schulfrei und das Sie und ich doch lieber erstmal was Essen sollten,ging sie mit mir in ihr Zimmer und lies sich umkleiden.
Auf dem Weg nach unten erzählte sie mir, sie hätte auch sehr gerne Kinder gehabt aber es sollte halt nicht sein.

Unten angekommen treffen wir Sr. Heidi, die heute den Frühstücksdienst im Aufenthaltsraum hat, sie empfängt Fr.xxxxxx und bringt ihr Frühstück...

Ein Freundliches Guten Morgen zusammen und einen guten Apettit bekomme ich mit vielen guten Morgen zurück, Fr. xxxxx lädt mich zum Kaffee ein, ich setzte mich kurz zu ihr und erkläre ihr das ich schon Kaffee getrunken habe, ich frage sie wie ihre Nacht war, sie erzählt mir sie war unterwegs mit dem Auto ihres Mannes..

So nach und nach kommt ein Bew. nach dem anderen und möchte sein Frühstück.. gegen 8.45 Uhr treffen die Schwestern alle ein, kurze Besprechung das über die Hälfte der Bew. noch schläft.

Die Bew. bekommen ihr Frühstück im Aufenthaltsraum, mache Essen selbstständig wieder andere brsuchen Hilfe..

Fr.R möchte nicht essen, auf meine Frage warum meint sie: Das schmeckt mir nicht,ich frage sie ob sie den ein Stück Kuchen möchte oder Pudding oder Toastbrot, worauf die mich freudestrahlend ansieht und sagt ja Kuchen..die Tischnachbarin ruft Ja Kuchen... also gehe ich in die Küche lasse mir ein Tablett mit Kuchen geben und laufe mit dem durch den Aufenthaltsraum im Nu ist das Tablett leer.

Gegen 10.00 Uhr wenn alle Bew. im Aufenthaltsraum versorgt sind, richten wir im selben Raum das Frühstück fürs Personal.

Danach gehen 2 der Schwestern die anderen Bew. aus dem Bett holen, eine Schwester räumt die Tische ab, bringt Wäsche zum Zusammen legen, Kartoffeln zum schälen,weil Fr.xxxx sagt ich mach heute Kartoffelpuffer, sie freut sich dass die Kartoffeln bereits gewaschen sind, macht sich über die Menge doch Gedanken, ich animiere noch ein paar Damen Kartoffeln zu schälen, andere legen die Wäsche zusammen, wieder andere laufen umher und räumen das Haus um. Schw. Schw.Heidi nimmt die anderen Bew. an einen großen Tisch, bespricht mit ihnen die vergange Nacht und das Befinden der Bewohner/innen


Die 4 Schwester geht zum Tor, Telefon und mit den Bew. zur Toilette, kümmert sich um Krankengymnastin usw..

Solangsam es ist 11 Uhr ist das Haus komplett erwacht, die 1 Besucher kommen... die meisten Bewohner haben ihre Betten verlassen, sitzen vor ihrem Frühstück..Herr X kommt seine Frau täglich besuchen, auf meine Frage ob er was trinken möchte kommt wie immer : Nein ich will euch nichts wegtrinken.. als ich ihm dann ein Tablett mit Frühstück bringe meint er: Sie kommen mal in den Himmel..

2 Bewohnerinnen stehen vor der Türe, sie müssten Einkaufen gehen in Hausschuhen und ohne Jacke, ich bitte sie noch ein bishen zu warten da es viel zu kalt sei, was die bd. Damen mir aber nicht abnehmen, also öffne ich die Eingangstüre: Mein Gott ist das kalt..., somit wurde der Spaziergang verschoben...

Fr S. kommt mit ihrer Stoffkatze im Arm und sagt das ihre Mausi krank sei, sie würde nicht mehr fressen, ich frag sie ob ich mausi mal mitnehmen kann ich würde sie mir ansehen.. sie nickt und meint aber bitte wiederbringen, nach 10 Min bringe ich mausi wieder und Fr.S freut sich das Mausi gegessen hat.. noch mehr freut sie sich als ich ihr Rudi (6 Monate alt) einen der 2 Heimkater bringe.

Schwester Heidi verteilt Getränke, Schokolade, Milchschnitten und Gebäck an die Bew., was immer wieder sehr gerne angenommen wird..

Einige der Bewohnerinnen decken die Tische fürs Mittagessen auf,andere sind einer Schwester draussen im Garten unterwegs, die Männer um eine zu Rauchen.

Um 12.15 Uhr gibt es Mittagessen, danach Kaffee und Kuchen oder Dessert...

Gegen 13.00 Uhr leert sich der Aufenthaltsbereich, die Bew. werden gefragt ob sie Mittagsschlaf machen möchten und dann in ihr Zimmer gebracht, der Rest kann an Beschäftigungsmaßnahmen mitmachen oder in Begleitung draussen spazieren gehen...Besucher kommen, bekommen Kaffee angeboten..

Die Spätschicht tritt ihren Dienst an..

Gegen 14.30 Uhr treffen sie die Bew., Besucher, Personal zu einem gemütlichem Kaffeetrinken...


Die Schwestern vom FD schreiben noch ihre letzen Eintragungen ins Dokumentationssystem, machen dann Übergabe an den Spätdienst.

So geht für die eine Schicht ein Tag zu Ende und für die anderen beginnt sie.