Hannah und ich versöhnen uns wieder

 

Es ist Ende Mai, und der Sommer hat mit all seinen Farben und Gerüche Einzug gehalten. Ich lebte mein Alltag ohne Hannah. Irgendwie fehlte mir das tägliche Schreiben, aber es ging auch so. Ich sah ja, das sie mit dem Messenger von MSN und ICQ online war. Zwischen uns herrschte Eiszeit. Eine Woche später, wenn es überhaupt eine Woche war, tat sich doch bei uns was. Es war Sonntag. Am Morgen hatte es noch mächtig geregnet, und die Luft roch herrlich und ich dachte mir, jetzt weint der Himmel schon wieder. Hannah meldete sich noch mal per MSN und hat mir Glück gewünscht, für das morgige Date mit Doris. Ich schrieb ihr zurück: „Danke!“ Irgendwie kamen wir beide ins Gespräch und ich fand es eigentlich schön wieder mit ihr zu schreiben. Ich entschuldigte mich bei ihr, denn es war eine lapidare Sache weshalb wir uns gestritten hatten. Ich wollte auch nicht, dass wegen einer solchen Sache unsere Freundschaft weggeschmissen werden muss. Hannah hatte mich gefragt, weshalb ich ich sie nicht einfach geblockt hätte und ich sagte ihr, ich brächte so was nicht übers Herz. Schnell fügte ich sie wieder bei MSN und ICQ wieder ein und da las ich dann ein mir vertrauten Satz: „Wenn man sich wohl fühlt verändert es die ganze Welt, aber wenn jemand, den du liebst es nicht erwidert, ziehen schwarze Wolken auf und dein Herz droht zu zerbrechen”

Hannah so sagte sie mir hat ihn extra für mich rein geschrieben.

Die beiden Karten die ich für die beiden großen Mädels geschrieben hatte, sind angekommen und Hannah bedankte sich bei mir. Heute feierte Janina ihren 13. Geburtstag auch Larissa hatte ihren Feiertag, denn sie hatte ihre Kommunion. Es ist ein großer Tag für sie. Ich hoffe sie hatten eine schöne Feier. Larissa musste in ihrem Kleid wunderbar ausgesehen haben. Ich schrieb Hannah, dass ich zwar nicht bei der Feier dabei sein kann, aber damit ich an alle denke war ich im Dom gewesen und hab 3 Kerzen angezündet zum Zeichen der Anteilnahme. Hannah hatte ich dann geschrieben,dass ich in der Kirche war und an alle gedacht habe. Sie schrieb mir dann folgendes: „HDGDL, egal ob du jetzt meckerst.“

So nun ist es vollbracht, der 2. Teil unserer Geschichte ist fertig. Irgendwie hatte ich ich noch Lust einen 3. Teil zu schreiben, ich brauchte nur einen schönen Titel. Hannah war, wie jeden Tag in der letzten Zeit beim einpacken der Sachen in Umzugskartons. Wir chatteten mal wieder per ICQ und ich meinte ganz kurz zu ihr: „würde dir gerne helfen alles einzupacken, aber in Gedanken helfe ich dir. Sie schrieb mir kurz: „komm doch hoch, würde mich freuen. Ich lade dich ein.“Ich überlegte kurz und sagte ihr:“ Ok, ist gebongt am Freitag stehe ich vor Deine Haustür.“ So schnell hatte ich schon lange kein Entschluss gefasst. Ich freute mich schon auf Hannah und das ich ihr helfen konnte. Also machte ich mich am Freitag wieder in Richtung Wulfen, ich musste noch die Adresse ins Navi eingeben, da ich ja nach unseren Streit sämtliche Daten gelöscht hatte. Ich packte noch schnell für Larissa ein Buch ein,da ich ja wusste, dass sie sehr gerne las. Also ging es wieder 400 km Richtung Westen. Nach 3 Stunden Autofahrt war ich dann vor Ort. Hannah begrüßte mich. Eigentlich war es geplant das Wochenende ohne die Kids, aber ihr Ex hatte es abgelehnt die Kids am Wochenende zu übernehmen und so konnte ich mich als Babysitter versuchen. Ich ahnte das dies anstrengend werden könnte. Hannah musste noch am Samstag noch 2 Pflegehunde abholen und nahm die beiden großen Töchter mit. Ich übernahm dann die beiden kleinen und beschäftigte sie. Wir spielten zusammen und gingen zum Spielplatz, wo sie sich austobten. Gegen Mittag fuhren wir dann zur Autovermietung und Hannah holte den Bulli ab, den wir für die Möbel brauchten die wir in Bochum und Dortmund abholen sollten. Wir machten dann noch bei Ikea in Essen halt und besorgten noch Kleinigkeiten und Deko für Hannah´s neue Wohnung. Als wir alles zusammen hatten, fuhren wir in die neue Wohnung und begannen schon mit der Renovierung. Shane, ihr Freund kam auch etwas später und so konnte Hannah etwas abschalten und sich um die Kids kümmern. Shane und ich luden dann die Couch aus die Hannah und ich in Dortmund besorgt hatten. Vierter Stock, das wird anstrengend, dachte ich. Nach dem wir das monströse Ding in der Wohnung hatten verschnauften wir erst mal und tranken Kaffee. Hannah hatte für Die Wände schöne Motive ausgewählt. Mir gefiel es.

Als wie fertig waren, war Hannah glücklich, die neu renovierte Wohnung sah schick aus. Das Wochenende ging viel zu schnell zu Ende. Ich machte mich wieder in Richtung Osten, nach Hause. Ich versprach allen, dass ich bald wiederkomme. Als ich zu Hause angekommen bin, hatte meine Mutter mir einen Job in einer Supermarktkette besorgt. Am Wochenende darauf besuchte ich wieder mein Bruder in Berlin. Ich brachte für die Kleinen die Sachen mit, die Hannah nicht mehr brauchte. Es waren wunderschöne Sachen von Hannah, denn Geschmack hatte sie.Hannah ist fleißig am packen. Janina,die älteste Tochter von Hannah, hat das erste mal ihr Zimmer betrachtet, welches sie mit ihrer jüngeren Schwester teilten muss Es wir eine Umstellung für die Beiden sein, denn bis jetzt hatten sie jeder für sich ein Zimmer. Sie war sehr begeistert gewesen und konnte sich kaum trennen von ihrem Zimmer, es standen zwar noch keine Möbel drin, aber sie fand es fantastisch.

Hannah wollte sich von einen ihrer Pflegehunde trennen, weil sie mit ihm nicht klar kam. Der Vertreter holte aber alle Pflegehunde ab, was nicht so vereinbart war. Die Kids, vor allem die großen , waren sehr traurig, sie hatten sich so sehr an die Hunde gewöhnt. Hannah klärte dies natürlich mit einem Anruf beim Tierheim und sie konnte den Hund wieder abholen.

Hannah ist heute Morgen mit einer dicken Wange aufgewacht, irgendwas stimmte nicht, dachte sie und ging ins Bad und betrachtete die angeschwollene Wange im Spiegel. „Das fehlte mir noch“, dachte sie sich bei sich. Sie hatte große Angst vorm Zahnarzt, aber da musste sie durch. Sie ging dann zum Zahnarzt und dachte sich: „ Der Zahnarzt und dessen Schwester werden mich schon beruhigen,da merkst du nichts und ehe dich du dich versiehst, ist alles vorbei und du bist schwuppdiwupp wieder zu Hause. Diesmal irrte sich Hannah gewaltig. Der Zahnarzt schaute erst mal was denn los sei. Er machte eine Röntgenaufnahme von der Stelle, eigentlich alles Routine bis jetzt und schaute sich das Röntgenbild an. Sein Blick ahnte nichts gute. Hannah fragte mit etwas Angst im Bauch, ist es schlimm. Er sagte dann als er sich das Röntgenbild lange betrachtet hatte,dass sich eine Zyste unter der Wurzel gebildet hatte und ich ihnen erst mal den Zahn auf bohre, damit die Schmerzen etwas gelindert werden Nachdem er den Zahn aufgebohrt hatte gab er mir noch eine Überweisung zum Kieferorthopäde. Jetzt hatte Hannah wirklich Angst bekommen, denn was jetzt kommt, dagegen war der Besuch beim Zahnarzt ein Kinderspiel. Also fuhr sie in sie Stadt und meldete sich beim Gesichts -und Kieferchirurg. Sie ahnte nichts Gutes und sollte Recht behalten. Nachdem sie sich auf dem Zahnarztstuhl niedergelassen hatte, schaute der Zahnarzt auf die Röntgenbilder. Er meinte danach: So junge Frau, ich werde sie jetzt ordentlich betäuben und dann muss ich leider ihren Kiefer etwas auf sägen um an die Wurzel ran zukommen. Hannah wurde fast schwarz vor den Augen, aber ehe sie sich versah hatte sie die Betäubung intus und sie wirkte schnell. Nachdem der Kiefer auf gesägt wurde, entfernte er operativ die Wurzel samt der Zyste.

Nachdem Hannah wieder zu Hause war brauchte sie erst mal Ruhe, es war spät geworden und sie war den ganzen Tag unterwegs. Sie kühlte ihre Wange und erzählte mir am Abend, was passiert sei. Ich schrieb ihr in mein Gästebuch einen Satz rein: „Liebe Hannah, ich weiß das du heute eine schwere Wurzelbehandlung hattest, ich fühle mit Dir und hab Dich lieb. Ich drücke Dich und wünsche Dir gute Besserung. Tommy“

Die Kids bleiben heute mal zu Hause. Der Kindergarten streikt mal wieder und die Lehrer machen heute einen Ausflug.

Hannah hat sich wieder entschlossen, auf der Community Seite anzumelden, wo wir uns kennen gelernt hatten. Es freute mich.Da Hannah wegen des bevorstehenden Umzugs kaum Zeit hat, half ich ihr bei der Gestaltung der Seiten. Es wird aber kein persönliches Gästebuch geben, so wie früher.

Natascha hilft mir bei der Übersetzung der Geschichten mit Hannah. Ich möchte ihr ein Weihnachtsgeschenk machen und ihr die Geschichten mit mir und Hannah in russischer Sprache schreiben, obwohl Natascha dies auch das auch in deutsch lesen könnte.

Hannah ist voll im Umzugsstress. Ihre Küche wird morgen abgebaut und nach Dortmund gebracht. Für die Essenszubereitung hatte sie sich ein Ersatzherd geborgt. Ihre Wohnung muss schon ziemlich leer aussehen. Auch bei meiner Tante Käthe tut sich was. Sie steht wie Hannah voll im Umzugsstress. Ende Juni ist bei Ihr der Umzug angesagt. Ihr neuer Freund Fred hilft ihr und unterstützt sie. Sie sagte mir, das sie dann in der Nähe zu Köln eine Wohnung gefunden hätte. Das war ganz schön weit weg, aber Hauptsache sie fühlt sich wohl in ihrer neuen Umgebung.

Heute Nacht, gegen ein Uhr bemerkte Hannah, dass irgendwas nicht stimmte. Es roch nach verbrannten. Irgendwie bekam sie wieder Angst, denn im November hatte sich schon mal ein Erlebnis dieser Art. Sie ging runter ins Wohnzimmer, immer den Geruch nach. Ihre Heizung hier im Wohnzimmer roch irgendwie nach verbrannten. Sie rief die Feuerwehr. Als die Feuerwehr anrückte, entfernte der Elektromeister vom Feuerwehrteam die schadhafte Heizung und legte sie im Garten ab. Es hätte wieder schlimm ausgehen können. Es war wieder so eine Nacht, die Hannah nicht brauchte Am Morgen danach war sie, verständlicher Weise, durch den Wind, kaum geschlafen und sehr müde.

Nun ist es endlich soweit, Hannah hat sich von mir für 5 Tage verabschiedet. Sie zieht morgen um nach Dortmund. Sie schrieb mir: „Ich hoffe ich vermisse dich nicht zu viel, bis zum 1. okay, dann bin ich wieder da .“Ich schrieb ihr:“ Mach es gut und passe auf dich auf.“Der Möbelwagen kommt heute und es werden die restlichen Möbelstücke verpackt. Hannah machte noch mal ein Spaziergang mit den Hunden durch den nahe gelegenen Wald,denn sie hat hier fast ihr ganzes Leben hier gelebt.

Heute kam eine SMS von ihr darin schrieb sie mir, dass sie stresse hat ohne Ende und sie nicht weiß wo hin mit den vielen Sachen, denn sie wohnt ja nicht mehr in ein Einfamilienhaus, aber zum Glück gibt es den Dachboden noch. Weiter schrieb sie mir, dass sie den neuen Kindergarten fast um die Ecke besucht hatte und Larissa schon neue Freunde kennengelernt hatte. Ich schrieb ihr zurück:" Mach alles schön langsam und gönne dir mal ne Pause."

 

Fortsetzung folgt...........