Es gibt keine besseren Fliegen
Ist Werbung auf deutsch wieder "in"?
Es gibt keine besseren Fliegen
Es ist noch gar nicht so lange her, da glaub-ten viele Unternehmen, Werbebotschaften in englischer Sprache produzieren zu müssen. Einmal, weil Englisch im Zuge der Globalisierung (was war denn das bloß noch?) zur Zeit „in“ ist, und zweitens, damit die tumben Verbraucher nicht gleich merken, wieviel heiße Luft mit geistarmen Werbephrasen fabriziert wird.
Aber, man hat es kaum zu hoffen gewagt, der Trend geht zum Glück neuerdings zu deutschsprachigen Werbesprüchen. Denn viele der englischen Claims (so nennen die Werbefachleute ihr Geschwafel) gingen an den Kunden völlig vorbei. Da hatten sich doch beispielsweise die Lufthansaexperten den schönen Spruch ausgedacht „There’s no better way to fly“. Nun belegen aber wissenschaftliche Studien, daß höchstens – o weh - ein Viertel aller Deutschen der englischen Sprache einigermaßen mächtig sind. So wundert es nicht, daß die Mehrheit den flotten Spruch deutete als „Es gibt keine besseren Fliegen“. McDonald’s ging es ähnlich. Sein „Every time is a good time“ wurde schnell als „Jede Zeit ist Gottes Zeit“ gedeutet. Heute heißt es bei diesem Massenimbiß sehr schlicht und einfach „Ich liebe es“. Bravo! Das kapiert jeder. Auch der Duftwasserhersteller Douglas hat sich inzwischen von seinem unsäglichen „Come in and find out“ („Komm herein und finde wieder hinaus“) verabschiedet und wirbt wiederum auf Deutsch. Audis „Driven by instinct“ kam bei etlichen Kunden als „Triefend vor Gestank“ an; heute lautet die leicht verständlichere Botschaft „Vorsprung durch Technik“. Wie oft mußten wir uns ärgern über den SAT1-Spruch „Powered by emotion“! Kühne Übersetzungen hießen „Kraft durch Freude“ (!) oder auch „Strom bei Emotion“. Zum Glück sind auch die Jungs von den Kommerziellen in sich gegangen, und so heißt es heute zur allgemeinen Freude „SAT1 zeigt’s allen“. Das war’s doch! Wie schön eindeutig klingt doch Toyotas „Nichts ist unmöglich!“ ge-genüber Fords blassem „Feel the difference“! Auch nicht besser sind Loewes „Stimulate your senses“ (kam an als „die Sense stimulieren“) und „Be inpired“ („Bieneninspektion“) von Siemens Mobile.
Was sollten die Unternehmen daraus lernen? Einfach, natürlich, direkt und – vor allem – in unserer deutschen Sprache müssen Werbeslogans sein, wenn sie beim Verbraucher etwas erreichen wollen. Wie schön für uns und besonders für die Liebhaber der deutschen Sprache, wenn wir das noch erleben sollten!
Da war doch noch was? Ach so, ja, die Leiststelle „Älter werden“ in Kiel hat ein telefonisches Ansagesystem für ältere Menschen unter dem wohlklingenden Namen „voice portale“ eingerichtet, bei dem – ohne lange in Telefon-Warteschleifen ausharren zu müssen – Informationen und Serviceleistungen vollautomatisch abgerufen werden können. Das englische „voice“ heißt auf deutsch „Stimme“, „portale“ scheint italienischen Ursprungs zu sein und bedeutet „Portal“. Capito? Alles claro? Der Erfinder dieser flotten Bezeichnung ist sicher ein international anerkannter Sprücheschreiber. Schade, daß er sich offenbar schämt, die deutsche Sprache zu verwenden. Wie sagte doch schon der Ministerpräsident eines süddeutschen Bundeslandes: „Deutsch ist eine Kartoffelsprache, deutsch sollte man nur zu Hause sprechen….“
Es ist noch gar nicht so lange her, da glaub-ten viele Unternehmen, Werbebotschaften in englischer Sprache produzieren zu müssen. Einmal, weil Englisch im Zuge der Globalisierung (was war denn das bloß noch?) zur Zeit „in“ ist, und zweitens, damit die tumben Verbraucher nicht gleich merken, wieviel heiße Luft mit geistarmen Werbephrasen fabriziert wird.
Aber, man hat es kaum zu hoffen gewagt, der Trend geht zum Glück neuerdings zu deutschsprachigen Werbesprüchen. Denn viele der englischen Claims (so nennen die Werbefachleute ihr Geschwafel) gingen an den Kunden völlig vorbei. Da hatten sich doch beispielsweise die Lufthansaexperten den schönen Spruch ausgedacht „There’s no better way to fly“. Nun belegen aber wissenschaftliche Studien, daß höchstens – o weh - ein Viertel aller Deutschen der englischen Sprache einigermaßen mächtig sind. So wundert es nicht, daß die Mehrheit den flotten Spruch deutete als „Es gibt keine besseren Fliegen“. McDonald’s ging es ähnlich. Sein „Every time is a good time“ wurde schnell als „Jede Zeit ist Gottes Zeit“ gedeutet. Heute heißt es bei diesem Massenimbiß sehr schlicht und einfach „Ich liebe es“. Bravo! Das kapiert jeder. Auch der Duftwasserhersteller Douglas hat sich inzwischen von seinem unsäglichen „Come in and find out“ („Komm herein und finde wieder hinaus“) verabschiedet und wirbt wiederum auf Deutsch. Audis „Driven by instinct“ kam bei etlichen Kunden als „Triefend vor Gestank“ an; heute lautet die leicht verständlichere Botschaft „Vorsprung durch Technik“. Wie oft mußten wir uns ärgern über den SAT1-Spruch „Powered by emotion“! Kühne Übersetzungen hießen „Kraft durch Freude“ (!) oder auch „Strom bei Emotion“. Zum Glück sind auch die Jungs von den Kommerziellen in sich gegangen, und so heißt es heute zur allgemeinen Freude „SAT1 zeigt’s allen“. Das war’s doch! Wie schön eindeutig klingt doch Toyotas „Nichts ist unmöglich!“ ge-genüber Fords blassem „Feel the difference“! Auch nicht besser sind Loewes „Stimulate your senses“ (kam an als „die Sense stimulieren“) und „Be inpired“ („Bieneninspektion“) von Siemens Mobile.
Was sollten die Unternehmen daraus lernen? Einfach, natürlich, direkt und – vor allem – in unserer deutschen Sprache müssen Werbeslogans sein, wenn sie beim Verbraucher etwas erreichen wollen. Wie schön für uns und besonders für die Liebhaber der deutschen Sprache, wenn wir das noch erleben sollten!
Da war doch noch was? Ach so, ja, die Leiststelle „Älter werden“ in Kiel hat ein telefonisches Ansagesystem für ältere Menschen unter dem wohlklingenden Namen „voice portale“ eingerichtet, bei dem – ohne lange in Telefon-Warteschleifen ausharren zu müssen – Informationen und Serviceleistungen vollautomatisch abgerufen werden können. Das englische „voice“ heißt auf deutsch „Stimme“, „portale“ scheint italienischen Ursprungs zu sein und bedeutet „Portal“. Capito? Alles claro? Der Erfinder dieser flotten Bezeichnung ist sicher ein international anerkannter Sprücheschreiber. Schade, daß er sich offenbar schämt, die deutsche Sprache zu verwenden. Wie sagte doch schon der Ministerpräsident eines süddeutschen Bundeslandes: „Deutsch ist eine Kartoffelsprache, deutsch sollte man nur zu Hause sprechen….“
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