Es war ein schöner Abend, gestern, ehrlich
Eine Abrechnung, vielleicht.
An alle, die sich angesprochen fühlen.
Ich war gestern auf einem Konzert. Es war schön. Es spielte eine Coverband, die wirklich gut war. Die Mitglieder konnten singen, die Songs die sie interpretierten, waren gut und bekannt, hatten oft das ‚Mitsingpotiental’ was es so schön macht bei solchen Konzerten zu sein.
Aber.
Aber es war so: Ich war mit Tochter und einem Freund und seinen Freunden dort. Ich bin Ende vierzig. Meine Tochter ist Ende zwanzig. Der Freund war Anfang dreißig und die Freunde von ihm auch. Warum ich das so erwähne? Nun, wir waren da die Ältesten auf diesem Konzert. Außer den Veranstaltern, der Security, dem restlichen Personal und, ja, der Band. Die auch in den Dreißigern. Der Rest der Anwesenden: unter zwanzig, manchmal wohl sogar unter achtzehn.
Jetzt ist es ja primär egal, wie alt man ist, wenn man gute Musik hören will. Das sehe ich auch so. Ich habe auch kein Problem damit, dort abzurocken und zu tanzen. Dafür bin ich da. Aber je später der Abend, desto seltsamer die Gedanken. Dass ich mit Tochter und Freunden unterwegs bin, hat seinen Grund. Ich bin verwitwet und lebe alleine. Ja doch, ich habe Bekannte die in meinem Alter sind. Nur sind die entweder:
a) verheiratet (dann ist es schwierig auf gemeinsame Abende zu hoffen, weil da immer ein Partner ist der entweder mitkommt und rummuffelt, weil er diese Art von Vergnügen nicht mag; oder der zu Hause bleibt und dann die bessere Hälfte unruhig ist, sie lieber wieder nach Hause will, da ja dort jemand brütet, der ev. sauer ist, wenn man zu spät kommt, etc.....)
b) sie haben einen völlig anderen Musikgeschmack als ich
c) sie sind nach zwei Stunden müde und wollen nach Hause
Ja, vielleicht kenne ich nur die falschen Leute. Sicher sogar. Irgendwie gelingt es mir nicht, die richtigen kennen zu lernen. Die meisten haben sogar noch Kinder unter vierzehn, da sie sich einfach später vermehrt haben als ich. Ist ja so ein Trend. Ich war 21, als ich eine Familie gründete, aber die meisten Frauen meiner Altersgruppe haben das erst mit dreißig getan und jetzt haben sie eben Teenagerkinder oder noch jüngere. Was das gemeinsame Erleben von Freizeit eben ziemlich schwierig werden lässt.
Außerdem bin ich Witwe. Single. Irgendwie ist es schwierig, jemanden in meinem Alter zu finden, der ev. mit mir....zusammen...also ich finde niemanden. Ich wüsste jetzt auch nicht mehr, wo. Ich habe es eine Zeitlang im Internet versucht, aber alle, die das auch versucht haben, wissen ja wie das ist. Zweimal habe ich mich mit Männern getroffen, aus reiner Neugierde. Es waren beides Mal verheiratete Männer, jedenfalls haben sie das gesagt. Abenteuer ohne Folgen wollten die. Ich wollte halt mal sehen, ob ich das auch könnte... Nee, das ist nichts für mich. Vor allen Dingen auch deswegen, weil die Anmache der Männer so plump war. Es ist eben nicht sehr antörnend, beim 1. Treffen sofort erklärt zu bekommen: „Also, ich werde meine Frau nie verlassen. Sie braucht mich, weil sie krank ist. Aber ich habe Bedürfnisse. Ich habe aber wenig Zeit. Und auch kein Geld, weil ich arbeitslos bin. Niemand will jemanden in meinem Alter noch einstellen (54).“
Ich frage mich jetzt noch, was der eigentlich geglaubt hat. Dass er so toll ist, dass ich sofort mit ihm ins Bett.....? Dass ich in meinem Alter es toll finde, wenn jemand dann, nachdem seine Frau eingeschlafen ist (so gegen sieben abends) meint er könnte dann noch mal eben los, zu mir kommen, ein Nümmerchen schieben, um dann im Morgengrauen wieder abzuhauen? Wie unglaublich naiv, oder? Ob er mittlerweile seine Taktik verbessert hat?
Der nächste hatte es ähnlich drauf, wollte aus der Sicherheit von Beruf und Ehe mir weismachen, dass er endlich gelernt habe das Leben zu genießen und deshalb sich selber auf diese Art und Weise verwirkliche. Ach du meine Güte. Ja, ich hätte Abenteuer haben können. Ich bin nicht der Typ dafür, habe ich dann begriffen. Ich habe nichts gegen die, welche so was wollen. Warum nicht, es soll jeder nach seiner Fasson selig werden.
Kontaktanzeigen im Internet blieben schlicht und einfach unbeachtet. Keine Ahnung was ich da falsch mache, vielleicht liegt es wirklich nur an meinem Alter oder daran wie ich aussehe. Ja, mit Ende Vierzig bin ich die falsche Zielgruppe für Männer meines Alters, ich weiß es bereits. Ich weiß nicht. Ich will ja eigentlich nichts unmögliches. Ja, auch ich möchte Sex. Sehne mich nach Streicheleinheiten und etwas Zärtlichkeit. Ich hätte da einiges zu bieten, ja. Aber nein, auch ich möchte doch gar nicht die Liebe meines Lebens finden. Ist doch eher unwahrscheinlich in dem Alter. Jemand für ein paar freie Stunden wäre schon schön. Aber, ihr Männer, bei Frauen läuft das eben etwas anders. Gebe ich zu, dass ich Sex will, bin ich doch schon unten durch. Wer weiß, was mit der nicht stimmt. Ziere ich mich, bin ich eine Zicke. Und, liebe Männer, so toll seit ihr auch nicht, dass wir vor Freude ohnmächtig werden, wenn ihr uns Sex anbietet. Da gehört doch schon etwas mehr dazu: etwas kennen lernen, sich auf eine Person einlassen, etwas Zeit, um sich näher zu beschnuppern. Reden. Ausloten. Bereit sein, ein bisschen von seiner Persönlichkeit preiszugeben. So ist das halt bei Frauen. Bei Männern muss das wohl nicht so sein, habe ich mittlerweile begriffen. Dann kommen wir also nie mehr zusammen. Schade eigentlich, denn ihr verpasst was.
Tja, das wollte ich nur mal loswerden. Macht daraus was ihr wollt. Tut ihr sowieso. Jeder hat halt seine eigene Wirklichkeit.
Ich war gestern auf einem Konzert. Es war schön. Es spielte eine Coverband, die wirklich gut war. Die Mitglieder konnten singen, die Songs die sie interpretierten, waren gut und bekannt, hatten oft das ‚Mitsingpotiental’ was es so schön macht bei solchen Konzerten zu sein.
Aber.
Aber es war so: Ich war mit Tochter und einem Freund und seinen Freunden dort. Ich bin Ende vierzig. Meine Tochter ist Ende zwanzig. Der Freund war Anfang dreißig und die Freunde von ihm auch. Warum ich das so erwähne? Nun, wir waren da die Ältesten auf diesem Konzert. Außer den Veranstaltern, der Security, dem restlichen Personal und, ja, der Band. Die auch in den Dreißigern. Der Rest der Anwesenden: unter zwanzig, manchmal wohl sogar unter achtzehn.
Jetzt ist es ja primär egal, wie alt man ist, wenn man gute Musik hören will. Das sehe ich auch so. Ich habe auch kein Problem damit, dort abzurocken und zu tanzen. Dafür bin ich da. Aber je später der Abend, desto seltsamer die Gedanken. Dass ich mit Tochter und Freunden unterwegs bin, hat seinen Grund. Ich bin verwitwet und lebe alleine. Ja doch, ich habe Bekannte die in meinem Alter sind. Nur sind die entweder:
a) verheiratet (dann ist es schwierig auf gemeinsame Abende zu hoffen, weil da immer ein Partner ist der entweder mitkommt und rummuffelt, weil er diese Art von Vergnügen nicht mag; oder der zu Hause bleibt und dann die bessere Hälfte unruhig ist, sie lieber wieder nach Hause will, da ja dort jemand brütet, der ev. sauer ist, wenn man zu spät kommt, etc.....)
b) sie haben einen völlig anderen Musikgeschmack als ich
c) sie sind nach zwei Stunden müde und wollen nach Hause
Ja, vielleicht kenne ich nur die falschen Leute. Sicher sogar. Irgendwie gelingt es mir nicht, die richtigen kennen zu lernen. Die meisten haben sogar noch Kinder unter vierzehn, da sie sich einfach später vermehrt haben als ich. Ist ja so ein Trend. Ich war 21, als ich eine Familie gründete, aber die meisten Frauen meiner Altersgruppe haben das erst mit dreißig getan und jetzt haben sie eben Teenagerkinder oder noch jüngere. Was das gemeinsame Erleben von Freizeit eben ziemlich schwierig werden lässt.
Außerdem bin ich Witwe. Single. Irgendwie ist es schwierig, jemanden in meinem Alter zu finden, der ev. mit mir....zusammen...also ich finde niemanden. Ich wüsste jetzt auch nicht mehr, wo. Ich habe es eine Zeitlang im Internet versucht, aber alle, die das auch versucht haben, wissen ja wie das ist. Zweimal habe ich mich mit Männern getroffen, aus reiner Neugierde. Es waren beides Mal verheiratete Männer, jedenfalls haben sie das gesagt. Abenteuer ohne Folgen wollten die. Ich wollte halt mal sehen, ob ich das auch könnte... Nee, das ist nichts für mich. Vor allen Dingen auch deswegen, weil die Anmache der Männer so plump war. Es ist eben nicht sehr antörnend, beim 1. Treffen sofort erklärt zu bekommen: „Also, ich werde meine Frau nie verlassen. Sie braucht mich, weil sie krank ist. Aber ich habe Bedürfnisse. Ich habe aber wenig Zeit. Und auch kein Geld, weil ich arbeitslos bin. Niemand will jemanden in meinem Alter noch einstellen (54).“
Ich frage mich jetzt noch, was der eigentlich geglaubt hat. Dass er so toll ist, dass ich sofort mit ihm ins Bett.....? Dass ich in meinem Alter es toll finde, wenn jemand dann, nachdem seine Frau eingeschlafen ist (so gegen sieben abends) meint er könnte dann noch mal eben los, zu mir kommen, ein Nümmerchen schieben, um dann im Morgengrauen wieder abzuhauen? Wie unglaublich naiv, oder? Ob er mittlerweile seine Taktik verbessert hat?
Der nächste hatte es ähnlich drauf, wollte aus der Sicherheit von Beruf und Ehe mir weismachen, dass er endlich gelernt habe das Leben zu genießen und deshalb sich selber auf diese Art und Weise verwirkliche. Ach du meine Güte. Ja, ich hätte Abenteuer haben können. Ich bin nicht der Typ dafür, habe ich dann begriffen. Ich habe nichts gegen die, welche so was wollen. Warum nicht, es soll jeder nach seiner Fasson selig werden.
Kontaktanzeigen im Internet blieben schlicht und einfach unbeachtet. Keine Ahnung was ich da falsch mache, vielleicht liegt es wirklich nur an meinem Alter oder daran wie ich aussehe. Ja, mit Ende Vierzig bin ich die falsche Zielgruppe für Männer meines Alters, ich weiß es bereits. Ich weiß nicht. Ich will ja eigentlich nichts unmögliches. Ja, auch ich möchte Sex. Sehne mich nach Streicheleinheiten und etwas Zärtlichkeit. Ich hätte da einiges zu bieten, ja. Aber nein, auch ich möchte doch gar nicht die Liebe meines Lebens finden. Ist doch eher unwahrscheinlich in dem Alter. Jemand für ein paar freie Stunden wäre schon schön. Aber, ihr Männer, bei Frauen läuft das eben etwas anders. Gebe ich zu, dass ich Sex will, bin ich doch schon unten durch. Wer weiß, was mit der nicht stimmt. Ziere ich mich, bin ich eine Zicke. Und, liebe Männer, so toll seit ihr auch nicht, dass wir vor Freude ohnmächtig werden, wenn ihr uns Sex anbietet. Da gehört doch schon etwas mehr dazu: etwas kennen lernen, sich auf eine Person einlassen, etwas Zeit, um sich näher zu beschnuppern. Reden. Ausloten. Bereit sein, ein bisschen von seiner Persönlichkeit preiszugeben. So ist das halt bei Frauen. Bei Männern muss das wohl nicht so sein, habe ich mittlerweile begriffen. Dann kommen wir also nie mehr zusammen. Schade eigentlich, denn ihr verpasst was.
Tja, das wollte ich nur mal loswerden. Macht daraus was ihr wollt. Tut ihr sowieso. Jeder hat halt seine eigene Wirklichkeit.
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