Das Wattenmeer von Ostfriesland, der Ostseestrand von Warnemünde, die Kalksteinfelsen der Sächsischen Schweiz, die Burgen am Neckar oder das berühmte Schloss Neuschwanstein am Fuße der Allgäuer Alpen. All dies haben sie schon gesehen. In allen Ecken Deutschlands waren sie schon gewesen. Städte, wie Dresden, Nürnberg, Würzburg, Heidelberg, Duisburg, Göttingen, Emden oder Schwerin kennen sie aus dem "eff-eff". SIE ? Aber wer sind denn diese Sie ? Nun- es sind die Mitglieder des Kollegiums der Ferkelbraten-Rallyefahrer Ennepetal. 

 

Ennepetal ist eine kleine Stadt, genau in der Mitte von Nordrhein-Westfalen. Ein grüner Fleck zwischen den Industriestädten Dortmund und Wuppertal. Ob Ruhrgebiet, ob Sauerland oder Bergisches Rheinland, Ennepetal hat von allem ein bisschen. In Ennepetal gibt es auch eine außergewöhliche Höhle, die Kluterthöhle, aber näheres findet man auf unserer Stadt-Homepage www.ennepetal.de  

 

Denn wir wollen ja nicht über Ennepetal reden, sondern über die Ferkelbratenrallye und ihre "Kolleginnen und Kollegen"  Eine eigene Homepage ist in Bearbeitung. Kommen auch die Kollegen der ersten Stunde aus Ennepetal, so haben sich im Laufe der Jahre auch Freunde aus anderen Städten, wie Hagen, Remscheid, Lünen, Bottrop, ja sogar aus Wolfsburg, Hildesheim und Braunschweig dazu gesellt. 

 

Ja, ja...im Laufe der Jahre. Mittlerweile sind dies nämlich schon 29. Das Silberjubiläum wurde also unlängst schon gefeiert. Vor 29 Jahren startete die erste Ferkelbratenrallye: Pfingsten 1983 ! Und wie in jedem Jahr, so fand auch zu Pfingsten 2011 wieder eine Rallye statt. Da in früheren Jahren auch schon 'mal 2 Rallyes in einem Jahr gemacht wurden, wird die diesjährige 2012 hinsichtlich der Anzahl, bereits die 31. sein.

 

Der Zeitraum, in dem die Rallye grundsätzlich stattfindet ist nahezu ein gesamtes langes Wochenende. Dazu empfiehlt sich das Pfingst-Wochenende, weil der Pfingstmontag überall gültiger Feiertag ist. Die Rallye startet dann in der Regel am Freitag am späten Nachmittag und endet am Sonntag am frühen Nachmittag. Somit liegt die Spieldauer bei etwa 40-45 Stunden.  Dem anschließenden Grillfest (Ferkelbraten) am Endpunkt der Rallye, folgt dort noch einmal eine Übernachtung und schließlich dann die Heimreise am Pfingst-Montag.  

 

Übernachtung ! Wo übernachten die Teilnehmer ? Nun, all die Jahre erfolgte dies grundsätzlich im Auto. Wer wollte, konnte die Rallye auch mit einem Wohnmobil bestreiten, oder am jeweiligen Übernachtungspunkt auch ein kleines Zelt aufbauen. Jemandem, der sich mit dieser Nomaden-Übernachtung absolut nicht anfreunden konnte, war es auch freigestellt, eine Pension oder sonstige Herberge aufzusuchen. Hiervon würde aber nur in absoluten Ausnahmefällen Gebrauch gemacht. 

 

Im Laufe der Jahre sind die Teilnehmer ein wenig älter geworden, sodass die Übernachtung auf den Sitzen eines Autos nicht mehr so problemlos ist, wie dies in früheren Zeiten der Fall war. Deshalb wurde bei der letzten Rallye 2010 eine Neuerung eingeführt, die nunmehr auch bei allen künftigen Rallyes beibehalten werden soll. Nämlich dass alle Übernachtungen in festen Unterkünften erfolgen sollen. Dabei soll aber das gewisse Maß an Urtümlichkeit erhalten bleiben, also nicht in Hotels, sondern in Schuppen, Scheunen, Wander-Herbergen oder ausgedienten Kasernen erfolgen.  

 

Der relativ lange Zeitraum von ca. 45 Stunden ermöglicht es, die zu Anfang genannten, zahlreichen und doch etwas weiter entfernten Reiseziele zu erreichen. Die Gesamtstrecke sollte aber eine Länge von 1.200 km nicht überschreiten. Gemäß den Spielregeln geht es darum, , ein sogenanntes  "Ferkelteam", bestehend aus ca. 4-5 Personen durch die "Jäger", also die übrigen Teilnehmer (ca 10-20), innerhalb der Spielzeit vollständug zu fangen. Wie beim guten alten "Fang-mich-Spiel" reicht dazu ein Anschlagen des "Ferkels". Einen Wettbewerb der "Jäger" untereinander, wie dies bei einer Rallye allgemein üblich ist, gibt es nicht.

 

Gelingt es den "Jägern" alle "Ferkel" zu fangen, so müssen letztere (laut Spielregeln) das am Ende der Rallye stattfindende Grillfest (Ferkelbraten) finanzieren. Bleibt aber nur ein einziges "Ferkel" ungefangen,, wird die Rechnung unter den "Jägern" aufgeteilt.  So war es viele Jahre gewesen. Aber eine Grillparty für etwa 30 Personen zu finanzieren, ist für eine durchschnittlich verdienende Familie, eine nicht gerade kleine Belastung. Deshalb wurden die Bedingungen etwas entschärft.

 

Die Kosten jener finalen Grillparty werden unter allen Teilnehmern (Jägern und Ferkeln) aufgeteilt. Und sollte (was selten geschieht)  ein Ferkelteam doch einmal verlieren, muss es nicht mehr die gesamte Grillparty, sondern lediglich die erste Getränkerunde bei der  "NA-VO-Feier" finanzieren.

 

Die NA-VO-Feier ist eine Kombination aus der Nachbereitung der vorigen und Vorbereitung der nächsten Rallye, die meist im Frühling, einige Wochen vor der Rallye stattfindet. Dort können die Teilnehmer ihre Erinnerungen an die vorige Rallye, in Form von Videos und Fotos noch einal Revue passieren zu lassen. Anschließend besteht die Möglichkeit, sich für die Teilnahme der nächsten Rallye anzumelden. Das neue Ferketeam gibt dann auch wichtige Tips und Informationen zur nächsten Rallye. 

 

Am Freitag vor Pfingsten ist es dann endlich soweit.  Die Rallye kann beginnen. An einem vereinbarten Treffpunkt händigt das "Ferkelteam" den "Jägern" die "Anfangsaufgabe" aus und verabschiedet sich. Die "Anfangsaufgabe" ist irgend ein Rätsel, deren Lösung einen Geländepunkt ergibt, wo sich der "T.B.1", der erste "Tote Briefkasten" befindet.  In diesem "T.B.1" befindet sich das nächste Rätsel zum Finden des "T.B.2" also des 2. "Toten Briefkastens" . 

 

Insgesamt gibt es 6 "Tote Briefkästen" .  Haben sie eine gerade Zahl (2-4-6) ist an diesen Stellen auch noch eine Besonderheit, weil sich zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt, mindesetens ein "Ferkel" im Umktreis von 100m um den "T-B" 15 Minuten lang verstecken bzw. aufhalten muss, um den "Jägern" schließlich ja auch die Möglichkeit zu geben,  ein "Ferkel" fangen zu können.

 

Im letzten "Toten Briefkasten" (T.B.6) befindet sich logischerweise kein Rätsel mehr, weil die Rallye ja an diesem Punkt endet. Dort jedoch müssen sich alle (noch ungefangenen) "Ferkel" verstecken. Somit entsteht in den letzten 15 Minuten der Rallye noch einmal ein spannender Höhepunkt.  Ansonsten sind die Spielregeln ( ein Schriftwerk aus 25 klein-bedruckten DIN A 4-Seiten) so konzipiert, dass eine Verfolgungs-Jagd mit Fahrzeugen und einer daraus entstehenden Gefährdung,  nahezu unmöglich ist. Nur bei den besagten "Versteck-Zeiten" kann ein "Ferkel" grundsätzlich gefangen werden.

 

Interessant sind freilich die verschiedenen Varianten der Rätsel-Aufgaben zum Finden der "Toten Briefkästen" . Hier sind der Phantasie der "Ferkel" keine Grenzen gesetzt, die Intelligenz der "Jäger" auf die Probe zu stellen. Ob Puzzle, ob Kreuzworträtsel oder Suchen von Ostereiern, immer wieder lassen sich die "Ferkelteams" etwas neues einfallen, die Gehirne oder auch die Füße der "Jäger" zu fordern. Denn wie heißt es so schön ? Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben. So gibt es bei jeder Rallye die sogenannten "Such-Etappen"

 

Darunter kann man sich in etwa das vorstellen, was bei normalen Rallyes und Orientierungsfahrten gang und gäbe ist. Man muss Sehenswürdigkeiten in Städten oder sonstigen Orten aufsuchen, um dort verschiedene Buchstaben (z.B. von Bronzetafeln) abzuschreiben, die gemäß eines Zahlensystemes dann wiederum eine neue Lösung ergeben. So lernt man Deutschland kennen. Auf diese Art, trägt die "Ferkelbratenrallye"  auch zur Allgemeinbildung in Deutscher Geschichte, Kunst und Architektur bei.

 

Spannend ist auch das Finden des "T.B.5", das meist in der 2. Nacht stattfindet, indem die "Jäger" einen Geländeabschnitt beobachten müssen, in dem zu einem vereinbarten Zeitpunkt (meistens 00.00 Uhr) optische oder akkustische Signale durch die "Ferkel" abgegeben werden, um den Punkt des "Toten Briefkastens" zu kennzeichnen. Meistens handelt es sich dabei um das Zünden von Silvester-Raketen oder den Abschuss einer Leuchtpatrone.

 

Kurz gesagt: die "Ferkelbratenrallye" ist ein einziger Spaß von Anfang bis Ende, weil sie so viele Spaßfaktoren gleichzeitig beinhaltet. Man lernt Land und Leute kennen, erlebt spannende Minuten, hat Spaß beim Lösen von Rätseln und kann letztendlich auch noch ein deftiges Grillfest im Kreise guter Freunde genießen.  

 

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Wie, um alles in der Welt, sind die Kollegen vor 28 Jahren denn bloß auf  solch eine Idee gekommen ?? Nun- das ist eigentlich eine Story, über die man wiederum einen ganzen Artikel schreiben könnte. Und geanu dies habe ich auch getan. Unter dem Titel "Fangt mich bis zum Ferkelbraten" kann man die Entstehungsgeschichte der Ferkelbratenrallye lesen.

 

Falls Platin-Netzkollegen noch irgendwelche Fragen haben, steht ihnen mein unteres Kommentarfeld zur Verfügung oder natürlich auch meine Profilseite (F. Belvedere) Im Foto-Album auf meiner Profilseite, aber auch bei der Platinnetz-Kollegin Hexe Schumi40 Ferrari,  können Fotoserien über die Rallyes 2010 und 2012 eingesehen werden. 

 

Wir haben auch eine Homepage. www.ferkelbratenrallye.de 

 

Ich sende an alle Leser meines Artikels, recht  herzlichen Dank für das entgegengebrachte Interesse. .