Fortsetzung -Die Steppenwölfe-
Weiter Zitate die mich tief beeindrucken.
Es geht dem Steppenwolf wie es allen ergeht: was er aus einem innersten Trieb seines Wesens, aufs hartnäckigste sucht und anstrebt, dass wird ihm zuteil, aber mehr als es für Menschen gut ist. Die Einsamkeit ist sein bitteres Schicksal! Der Machtmensch geht an der Macht zugrunde, der Geldmensch am Geld, der Unterwürfige am Dienen, der Lustsucher an der Lust! So geht der Steppenwolf an seiner Unabhängigkeit zugrunde. Sein Leben ist geprägt von Beziehungslosigkeit und Vereinsamung. Dabei ist er nicht etwa verhasst und den Menschen zuwider, im Gegenteil, er hat viele Freunde. Aber nahe an ihn heran kommt niemand, Bindung entsteht nirgends, sein Leben zu teilen ist niemand gewillt und fähig!
Ein anderes ist, dass er zu den Selbstmördern gehört. Der Selbstmörder braucht nicht notwendig in einem besonders starken Verhältnis zum Tode zu leben. Aber dem Selbstmörder ist es eigen, dass er sein Ich, einerlei ob mit Recht oder Unrecht, als einen besonders gefährlichen, zweifelhaften und gefährdeten Keim der Natur empfindet. Diese Art von Menschen ist in ihrer Schicksalslinie dadurch gekennzeichnet, dass der Selbstmord für sie die wahrscheinlichste Todesart ist, wenigstens in ihrer Vorstellung.
Die Naturen die wir Selbstmörder nennen neigen dazu bei der kleinsten Erschütterung sich intensiv der Vorstellung des Selbstmordes hinzugeben, weil sie sensibel und empfindlich sind. Von diesen Naturen sind sehr viele vollkommen unfähig, jemals den realen Selbstmord zu begehen. Aber sie sind dennoch Selbstmörder, denn sie sehen im Tod, nicht im Leben den Erlöser, sie sind bereit sich wegzuwerfen und hinzugeben, auszulöschen und zum Anfang zurückzukehren. Die Vorstellung dass ihm zu jeder Stunde der Weg in den Tod offen steht ist ihm ein Trost und eine Stütze.
Andererseits ist allen Selbstmördern auch der Kampf gegen die Versuchung zum Selbstmord vertraut. Jeder weiß recht wohl, dass der Selbstmord zwar ein Ausweg, aber doch nur ein etwas schäbiger und illegitimer Notausgang ist, dass es im Grunde edler ist, sich vom Leben selbst besiegen und hinstrecken zu lassen als von eigener Hand. Das veranlasst die meisten "Selbstmörder" zu einem dauernden Kampf gegen die Versuchung.
Der Mensch hat die Möglichkeit, sich ganz und gar dem Geistigen hinzugeben, dem Ideal des Heiligen. Er hat umgekehrt auch die Möglichkeit, sich ganz und gar dem Triebleben, dem Verlangen seiner Sinne hinzugeben und sein ganzes Streben auf den Gewinn von augenblicklicher Lust zu richten. Der eine Weg führt zum Heiligen, zum Märtyrer des Geistes, zur Selbstaufgabe an das Wissen. Der andere Weg führt zum Wüstling, zum Märtyrer der Triebe, zur Selbstaufgabe an die Verwesung. Zwischen beiden nun versucht der normale Bürger zu leben. Nie wird er sich aufgeben, sich hingeben, weder dem Rausch noch der Askese, nie wird er Märtyrer sein, nie in seine Vernichtung willigen - im Gegenteil, sein Ideal ist nicht Hingabe, sondern Erhaltung des Ichs. Er versucht sich in der Mitte zwischen den Extremen anzusiedeln und dies gelingt ihm auch, jedoch auf Kosten jener Lebens- und Gefühlsintensität, die ein aufs Extreme gerichtetes Leben verleiht.
Intensiv leben kann man nur auf Kosten des Ichs!
Ein anderes ist, dass er zu den Selbstmördern gehört. Der Selbstmörder braucht nicht notwendig in einem besonders starken Verhältnis zum Tode zu leben. Aber dem Selbstmörder ist es eigen, dass er sein Ich, einerlei ob mit Recht oder Unrecht, als einen besonders gefährlichen, zweifelhaften und gefährdeten Keim der Natur empfindet. Diese Art von Menschen ist in ihrer Schicksalslinie dadurch gekennzeichnet, dass der Selbstmord für sie die wahrscheinlichste Todesart ist, wenigstens in ihrer Vorstellung.
Die Naturen die wir Selbstmörder nennen neigen dazu bei der kleinsten Erschütterung sich intensiv der Vorstellung des Selbstmordes hinzugeben, weil sie sensibel und empfindlich sind. Von diesen Naturen sind sehr viele vollkommen unfähig, jemals den realen Selbstmord zu begehen. Aber sie sind dennoch Selbstmörder, denn sie sehen im Tod, nicht im Leben den Erlöser, sie sind bereit sich wegzuwerfen und hinzugeben, auszulöschen und zum Anfang zurückzukehren. Die Vorstellung dass ihm zu jeder Stunde der Weg in den Tod offen steht ist ihm ein Trost und eine Stütze.
Andererseits ist allen Selbstmördern auch der Kampf gegen die Versuchung zum Selbstmord vertraut. Jeder weiß recht wohl, dass der Selbstmord zwar ein Ausweg, aber doch nur ein etwas schäbiger und illegitimer Notausgang ist, dass es im Grunde edler ist, sich vom Leben selbst besiegen und hinstrecken zu lassen als von eigener Hand. Das veranlasst die meisten "Selbstmörder" zu einem dauernden Kampf gegen die Versuchung.
Der Mensch hat die Möglichkeit, sich ganz und gar dem Geistigen hinzugeben, dem Ideal des Heiligen. Er hat umgekehrt auch die Möglichkeit, sich ganz und gar dem Triebleben, dem Verlangen seiner Sinne hinzugeben und sein ganzes Streben auf den Gewinn von augenblicklicher Lust zu richten. Der eine Weg führt zum Heiligen, zum Märtyrer des Geistes, zur Selbstaufgabe an das Wissen. Der andere Weg führt zum Wüstling, zum Märtyrer der Triebe, zur Selbstaufgabe an die Verwesung. Zwischen beiden nun versucht der normale Bürger zu leben. Nie wird er sich aufgeben, sich hingeben, weder dem Rausch noch der Askese, nie wird er Märtyrer sein, nie in seine Vernichtung willigen - im Gegenteil, sein Ideal ist nicht Hingabe, sondern Erhaltung des Ichs. Er versucht sich in der Mitte zwischen den Extremen anzusiedeln und dies gelingt ihm auch, jedoch auf Kosten jener Lebens- und Gefühlsintensität, die ein aufs Extreme gerichtetes Leben verleiht.
Intensiv leben kann man nur auf Kosten des Ichs!
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