Wenn man etwas ganz toll findet, formt man Daumen und Zeigefinger der rechten Hand zu einem Ring, führt das Konstrukt an den Mund und küsst geräuschvoll die Fingernägel. Dann gibt man schmachten von sich: EIN GEDICHT Eigentlich brauchen Frauen keine Gedichte mehr zu schreiben. Sie SIND Gedichte. Manchmal sind sie Liebesgedichte, manchmal regelrechte Dramen, manchmal auch Historien aus dem Mittelalter, aber ich schätze sie wie Gedichte, und ich schätze beide sehr. Als junger Kerl ging ich davon aus, dass das, was mir mein Vater über Frauen beigebracht hatte, realistisch sei. Ungefähr die Haltung eines Troubadours, der einst auf die Burg ritt, um die Frauen des Schlossherrn anzuschmachten. Diese Haltung habe ich im Grunde immer noch, wenn sie auch durch eigene Erfahrungen inzwischen mächtig modifiziert wurde. Wenn ich auch ungefähr ein (voraussichtlich) Fünftel meines Lebens mit einer verbracht habe, die eher meinen Vorstellungen von einem Mann entspricht, so glaube ich doch immer noch an das Zarte und Reine in der Frau. Gegensätze ziehen sich an. Wo liegen die Unterschiede? - Männer überlegen anfangs und Frauen fühlen erst einmal. Wenn das Ergebis falsch war, fühlen Männer, und Frauen überlegen. Damit ziehen beide dann wieder gleich. Das ist im Grunde der wesentliche Unterschied zwischen beiden. Ich stelle also fest: Meine Liebe zu Frauen ist im Grunde überhaupt nicht hinterlegbar. Sie ist rein emotional. Dieses Gefühl für Frauen ist weich, warm, und nicht gierig und geil. Stimmt das? Probe. Ich frage mich jetzt direkt: Was fehlt dir am meisten, wo dir doch eine Frau fehlt? Ist es der Sex, ist es der sehnsuchtsvolle Blick der Frau kurz vorm Orgasmus, durch halbgeschlossene Lider, wenn sie dich so braucht, wenn sie dich anflehen würde, doch bitte weiter zu machen, wenn du jetzt einfach aufhören würdest? Ist es die Macht über Frauen, und wenn sie nur für einen kurzen Moment sei? Ich gebe zu: auch das ein wenig, aber ganz, ganz hinten in der Litanei. An letzter Stelle. Die Kuscheligkeit, der liebe Blick, das verständnisvolle Wort zur rechten Zeit ist es, was mir fehlt. Die einvernehmliche Aussprache, bei der man sich näher und gleichzeitig dem Thema entsprechend weiter kommt. Die Freundin fehlt mir, die mich genau so braucht wie ich sie. Die für mich die Erste Bezugsperson ist. Ich brauche sie, weil ich sie liebe, und ich liebe sie, weil ich sie brauche. Mit all ihren Stärken und Schwächen. Und eines könnte ich mir auch noch vorstellen: Dass Frauen endlich in Artikeln genau so deutliche Worte über ihr eigenes Geschlecht finden wie ich über meines. Ein wenig mehr Reflektion wäre also schon gut. Macht nix. Küsschen auf die Wange. Euer Denkaffe, Gieraffe, Denkfix.
Frauen & Männer, die Fünfte
Weshalb ich Frauen so liebe. Diemal kein Gedicht. Frauen sind selber eins.
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