Hinweisen möchte ich darauf, dass eben diese Plaudertasche auch nicht soooo gut wegkam. Wenn ihm schon klar ist, dass seine liebe Gattin technisch….(wie drückte er sich aus?)…unterbelichtet ist, hätte er erst nach der Stromzufuhr gucken müssen.

Ehrlich gesagt ärgert es mich schon, dass mir Technik oft so….fremd ist. Mit dem Computer komme ich ja auch (leidlich) zurecht, obwohl er nicht aus Holz ist. Vom Alter her gelte ich durchaus als lernfähig…..also….ran an den Feind namens Technik!

Zufällig treffe ich die erste Vorsitzende unserer Frauengruppe. Trotz ihrer mehr als 80 Jahre ist die ungeheuer fortschrittlich und hat schon die Anfänge der Computer als Chefsekretärin voll mitbekommen. Mit einigen anderen Frauen der Gruppe hockt sie neuerdings immer zusammen. Hinter vorgehaltener Hand erzählt sie mir mit toternster Miene, sie habe eine Gruppe gegründet, die ein Syber-Abwehr-System entwickelt habe und nun an der verkaufsbereiten Ware arbeiten würde.

Syber-Abwehr….davon habe ich neulich noch im Radio gehört. Die Politiker befürchten, dass es immer mehr Angriffe dieser Hacker auf Industrie- und Versorgungsunternehmen geben wird und da sind solche Abwehrsysteme natürlich gefragt wie nie. Es gibt da sogar ein neues Syber-Abwehr-Zentrum! Ich erstarre fast vor Ehrfurcht.

„Und das funktioniert? Ich meine, das, was ihr da entwickelt habt?“

„Funktioniert einwandfrei! Wir haben schon jede Menge Aufträge, zumal das Design individuell für jeden Kunden gestaltet wird.“

Das will mir nun wieder nicht so ganz in den Kopf. Design? Ist das nicht nur für die Schönheit/das Auge? Nennt man auch die verschiedenen Arten der Firmen, die geschützt werden müssen, Design? Kann man nicht mit einem System alle anderen Computer schützen? Das ist ja, als wenn man im Garten  jede Blattlaus mit einem anderen Mittel töten müsste. Meinen die vielleicht das Bild, was auf dem Desktop erscheint, wenn man das Programm aufruft?

Herrje, dass ich von sowas aber auch rein gar nichts verstehe! Jedenfalls scheint das sehr arbeitsaufwändig zu sein.

„Schade, dass ich dazu zu dusselig bin! Sowas würde mich auch reizen, “ gebe ich immer noch staunend zu.

„Wieso zu dusselig? Was du nicht kannst, da bringen wir dir im Nu bei. Wir können Unterstützung gut brauchen. Komm doch einfach mal zu uns, “ strahlt sie mich aufmunternd an und fügt hinzu, dass es auch Kuchen gäbe.

Nervös und doch voller Vorfreude mache ich mich wenige Tage später auf den Weg und finde mich bald darauf zwischen Stoffen, Garnen und Stickvorlagen wieder. Es sind wirklich wunderschöne Teile dabei…mit Namen der kleinen Nutzer, netten Applikationen oder einfach nur *Liebling* oder *little Darling* drauf. Der Clou ist, dass bei den Teilen der Stoff doppelt liegt und man hinten durch einen Schlitz eine Plastikfolie zwischen die beiden Lagen schieben kann.

Jeder, der einmal ein Kleinkind sah, das zahnte, weiß, wie sehr der Seiber aus den kleinen Schnütchen läuft und dann auf die Brust tropft. Ruckzuck ist so ein Lütter dann erkältet und er fühlt sich ja auch nicht schön an, so ein nasser Pulli.

Um mich herum nur lachende Gesichter. Ich schwanke noch zwischen Belustigung und Entrüstung. Der Humor siegt.

„Ist das nun eine Seiber-Abwehr oder nicht? Wenn du das falsch verstehst, nur weil ich zeitweilig Schwierigkeiten bei der Aussprache der S-Laute habe, so liegt die Schuld zweifelsfrei bei dir!“

Die anderen Frauen nicken zustimmend. Ich fühle mich augenblicklich nicht mehr wie ein Lehrling und greife zum Arbeitsmaterial, denn verdeckte Nähte sind eine Technik, die ich beherrsche. Auch diese Seiber-Abwehr wird dringend benötigt, da helfe ich doch gern.

Bestellungen werden von mir entgegen genommen…es gibt sie auch für große Schlabberkünstler. An einer Version für Herren mit dem Konterfei von Dolly Buster arbeiten wir gerade. Es wird noch nach mittelgroßen Sillikonkugeln gesucht.