Ihr lieben Frauen – setzt Euch zur Wehr, und Ihr Männer – helft ihnen dabei ! 

Mit diesen Zeilen mache ich mich vielleicht nicht überall beliebt, vor allem bei Männern nicht.Trotzdem, ich habe das starke Bedürfnis, einmal kurz auf den Punkt zu bringen, woran die heutige Gesellschaft im Umgang zwischen den Geschlechtern kränkelt. 

Man spricht immer von den Frauen als dem schwachen Geschlecht.

Stimmt das denn heute überhaupt noch ?

Ist es nicht eher umgekehrt, wir Männer sind schwach und die Frauen sind stark geworden ? Ich lese und höre immer wieder von liebenswerten und geschätzten Frauen, dass sie von ihren Freunden, Partnern, Lebensgefährten usw. nicht für voll, nicht als gleichwertig und vor allem nicht als ganze Persönlichkeit wahrgenommen und behandelt werden. 

Der Mann manövriert sich selbst durch sein Verhalten mehr und mehr in eine asoziale, von Presse, Medien und Gesellschaft hochgejubelte, kalte und unpersönliche Gefühlswelt hinein. Und löst damit eine Lawine von emotionslosen und frauenfeindlichen Gedanken, Haltungen und Handlungen aus. 

Er fängt an, die Frau als wunderbare, eigenständige und liebenswerte Persönlichkeit (Seele, Geist und Leib – in dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt) in Einzelteile zu zerlegen und diese dann je nach Lust oder Bedarf zu ge- respektive zu missbrauchen. Beispiel gefällig ?

Na, bitte sehr : Steht der Mann unter grossem psychischem und physischem Druck oder hat er irgendein „Weh-Wehchen“, dann eilt er zu seiner „Seele von Frau“ und holt sich bei ihr Trost, Zuspruch, Anerkennung und Kraft um zu „überleben“ (lach) 

Ist er mit seinem „Latein“ am Ende, dann sucht er das „intelligente und logisch fundierte “Beratungsgespräch“ mit seiner Partnerin – um sich eine Lösung geben zu lassen 

Und ist er irgendwann mal auf dem emotionalen Trip, braucht körperliche Nähe, Umarmungen, Stillung seines sexuellen Triebs – dann eilt er ganz schnell zu ihr(oder auch mal zu einer andern – weils grad so schön passt) und HOLT sich dort das, was er gerade dringend braucht – und das oft in umgekehrter Reihenfolge, nämlich erst Leib, dann Geist und zuletzt Seele.

Es gilt natürlich auch hier : keine Regel ohne Ausnahmen ! Und was ist die Gegenleistung dafür, Ihr lieben Damen ?

Gibt es für Euch Anerkennung, liebende und fürsorgliche Worte, Zärtlichkeiten, Umarmungen, Trost und Geborgenheit – mit anderen Worten „Nahrung für Euer Herz“ ?

Werdet Ihr auch als Wesen mit Empfindungen, Gefühl und Verstand wahrgenommen ? Ist es auch schon jemandem aufgefallen, dass in der biblischen Schöpfungsgeschichte – als Gott die ersten Menschen schuf – dem Adam eine Rippe entnahm, um ihm eine „Gehilfin“ zu erschaffen ? 

Er nahm nicht Knochen von seinen Füssen oder Beinen, damit sein Weib zur „Zugehfrau“, „Putzere“ oder Dienerin werde. 

Er nahm auch nicht Knochen von seinem Becken, um ihm daraus ein Lustobjekt zur Verfügung zu stellen.Auch nicht von seinem Kopf, damit sie intellektmässig über oder unter ihm stehe. 

Nein, er nahm von seinen Rippen eine und erschuf somit ein gleichberechtigtes, gleichgestelltes, wunderbares Geschöpf. Nun aber, wo ist denn die Gleichberechtigung geblieben ? Eine gute und berechtigte Frage. In einer so kalten, unpersönlichen Welt und in einer Zeit, in der Menschen völlig vereinsamen können, ist es sehr wichtig, dass wir näher zusammenrücken, mit Herz, Gefühl und Verstand. Da sind echte Zuneigung, Liebe, Zärtlichkeiten und Gefühle zur „Mangelware“ geworden – nicht überall – aber je länger, desto mehr. 

Deshalb mein Aufruf : „Frauen wehrt Euch“ und wartet nicht, bis Euer Partner auf Euch zukommt, sondern ergreift selbst die Initiative. Redet mit ihm über Eure Bedürfnisse, nicht fordernd, sondern liebevoll. Wer weiss, vielleicht sieht er es mal mit anderen Augen – mit den Augen einer Frau. 

Und nun noch ein kurzes Statement an uns Männer ! Wie sieht es mit unseren Gefühlen aus ? Warum tun wir daran so schwer, unserer Partnerin gegenüber Gefühle zu zeigen ? Es fällt uns doch kein Zacken aus der Krone, wenn wir mal etwas gefühlsbetont sind ! Wir werden doch nur reich belohnt dafür – mit einem harmonischen und erfüllten Leben, Zufriedenheit und Freude. Deshalb, wenn Ihr diese Zeilen lest, liebe „Herren der Schöpfung“, dann geht bitte auch auf Eure Partnerin zu, nehmt sie in die Arme und sagt ihr dass Ihr sie liebhabt.

Gefühlsausbrüche sind doch kein Zeichen der Schwäche – im Gegenteil ! Man(n) darf ruhig auch mal weinen ! Lachen und weinen sollen übrigens sehr gesund sein (lach)Oft genügt eine kleine Geste, ein liebes Wort und schon schmelzen Frauenherzen dahin, wie Butter in der Sonne. Aber eben, es braucht einen Anfang. Und solch ein Anfang, solch ein Schritt ist für uns Männer doch eher schwierig, jedoch nicht unmöglich ! Es braucht Mut, manchmal auch Überwindung – aber glaubt mir (auch ich bin ein Mann) es lohnt sich – immer und in jedem Fall !           

Und noch etwas, so nebenbei.Schönheit ist immer ein relativer Begriff. Wir alle werden älter – das wissen wir. Und dass damit auch die körperliche Schönheit resp. Attraktivität etwas nachlässt, das liegt im Wesen der Natur. Aber erstens zählt in einer harmonischen Beziehung vor allem die innere Schönheit und zweitens, wer seine(n) Partner(in) nur nach ihrem (seinem) Äusseren beurteilt, der verkennt den Sinn der wahren Liebe ! Ich wünsche allen, die diese Zeilen lesen wieder neuen Mut, Freude und sehr viel Liebe im Herzen.

Dadurch kann die Welt noch ein wenig verändert werden – durch eine stille Revolution der Liebe ! Das ist es, was die Welt und was wir alle brauchen. Die Emanzipation der Frau hat stattgefunden ! Lasst uns nun die „Efrauzipation des Mannes“ angehen (lach) 

Dies ist nur ein Teil dessen, was ich zum Ausdruck bringen will. Jede Leserin, jeder Leser kann meine Gedanken „weiterspinnen“ und diesen Artikel ergänzen. Allen aber wünsche ich ein harmonisches, glückliches und erfülltes Leben – vielleicht kann die Umsetzung dieser Zeilen zu einem guten Anfang verhelfen 05.05.09 / j.s.