Frei wie ein Vogel
Ein paar merkwürdige Gedanken zum Thema "Freiheit".
Ich beginne zu ahnen, dass der Begriff "vogelfrei" ein tatsächliches Gefühl wiedergibt, nämlich das der absoluten Freiheit. Auf der einen Seite waren die Vogelfreien absolut rechtlos, sie durften getötet und sogar gejagt werden, wie die Vögel. Auf der anderen Seite aber waren sie auch niemandem gegenüber verpflichtet.
Trotzdem, an der wirklich einst existierenden Praxis gemessen ist dieser Begriff zynisch. Zumindest sind wir heute gegenüber dem Mittelalter soweit, dass selbst den Vögeln gewisser Schutz gewährt wird - erst recht dem Menschen.
Dennoch halte ich diese Vokabel, deren Sinn und Geschichte ich noch vertiefend studieren muss, grundsätzlich für ein weiteres Indiz dafür, dass Besitzlosigkeit durchaus mit dem Gefühl von Freiheit einhergeht.
Ist also das Streben nach Besitz und die Jagd danach tatsächlich das, was uns unfrei macht? Ist Reichtum in Wirklichkeit ein Joch? Was das Streben angeht sicherlich, denn wer sein Leben einzig darauf ausrichtet Besitz anzuhäufen, sollte sich zumindest fragen, wofür?
Ich möchte überhaupt nicht bezweifeln, dass wenn man reich ist, wenn man etwa im Lotto gewinnt, tatsächlich unabhängiger ist - nicht aber wirklich frei. Das Leben wird automatisch teurer, die Abgrenzung beginnt und das fast instinktive Bestreben nach Erhalt des Besitzes und der Sucht nach Vermehrung. Sicherheit wird umso größer geschrieben. Macht wird käuflich. Aber Freiheit verschwindet geradezu proportional dazu, weil je reicher man ist, desto gefährdeter fühlt man sich und die Seinen.
Reichtum ist nur sinnvoll, wenn die Gemeinschaft davon profitiert. Er verpflichtet. Dies liegt im Interesse aller - der Gemeinschaft und dem des Reichen.
Wenn jemand über geringe Mittel verfügt, sollte er sich sehr wohl überlegen, wofür er es ausgibt, denn die Ressource Geld ist nur beschränkt vorhanden. Er versucht sich auf das Wesentliche zu beschränken und versucht vielleicht ein wenig sparsamer zu sein, für den Fall, dass die Zeiten noch schlechter werden. Er muss also verantwortungsvoll mit seiner Ressource umgehen. Aber genauso muss auch der Reiche verantwortungsvoll mit Geld umgehen. Es mag sein, dass er das Recht hat, mit seinem Geld zu machen, was er will - dies aber ist allenfalls juristisch sein Recht. Moralisch ist er dazu verpflichtet, Geld für alle gewinn- und nutzbringend einzusetzen.
Das Streben nach Besitz über das wirklich benötigte hinaus ist in unserer Gesellschaft schon tradiert, allerdings hat es sich verselbständigt. Versicherungen, Banken, Geschäfte erfüllen einem mittlerweile den Wunsch nach Besitz, indem sie Kredite, Ratenzahlungen usw. anbieten, die einem tatsächlich aber nur schaden, weil sie ihn unfrei machen. Versicherungen leben davon, dass Besitz geschützt werden muss. Sie verkaufen Sicherheit, die aber in Wirklichkeit nur Geldschneiderei ist.
Das führt zu dem Irrtum einer Freiheit, die allenfalls virtuell ist. Visa, die Freiheit nehm ich mir.
Was für einen Sinn macht auf der anderen Seite das Sparen oder die Altersvorsorge? Letzteres macht Sinn in unserer zunehmend familienfeindlichen Gesellschaft. Der Einzelne ist in der Gemeinschaft nicht abgesichert. Doch auch die Altersvorsorge erweist sich immer mehr als Euphemismus. Die Renten sind alles andere als sicher. Auch wenn das Modell lange funktioniert hat, kann man doch heute deutlich sehen, dass es gescheitert ist. Es hat ausgedient. Mit Geld kann man sich nicht absichern, sondern das Geld selbst muss abgesichert werden, was wiederum Geld kostet. Geld macht allein der, der Sicherheit verkauft und dafür Freiheit verspricht.
Ich glaube tatsächlich, dass aus vielen Gründen, derzeit der große Wandel stattfindet. Geld und Macht sind tief miteinander verwoben, was dafür spricht, das Macht nicht nur käuflich ist, sondern Geld Macht ist. Aber auch diese Macht ist künstlich und nur scheinbar. Freiheit bedeutet eben auch, sich sowohl von Geld als auch Macht unabhängig zu machen. Diese Unabhängigkeit ist eine Geisteshaltung, sie braucht kein Geld, denn sie ist nicht käuflich.
Es wird immer öfter und deutlicher davon gesprochen, dass die Schere zwischen arm und reich stets größer wird. Automatisch kommt einem das Bild vor Augen, dass der Punkt kommen wird, da die Massen der Armen vom Kuchen der Reichen mehr und mehr ab haben wollen. So verständlich dieser Wunsch ist, so kontraproduktiv ist er. Anstatt sich wirklich frei zu machen von den Spielregeln der Macht und des Geldes, laufen sie dieser hinterher. Natürlich ist es ungerecht, dass immer weniger Menschen, immer mehr besitzen - das gleichzeitig die pro Kopf Verschuldung steigt, also die Masse immer ärmer wird, selbst der Staat. Aber es liegt an den Spielregeln, am Kampf um das goldene Kalb - Geld.
Je weniger ich mich diesen Regeln unterwerfe, je weniger ich dem Geld nachjage, desto größer wird meine Freiheit. Ich werde reich an Zeit, die ich sinnvoller nutzen kann - mit denken, mit Kontakten, mit lesen - ja selbst mit schlafen. Ich bin nicht auf der Welt, um Geld nach zu jagen.
Dabei geht es nicht um die Deckung der Grundbedürfnisse, die müssen gesichert bleiben.
Trotzdem, an der wirklich einst existierenden Praxis gemessen ist dieser Begriff zynisch. Zumindest sind wir heute gegenüber dem Mittelalter soweit, dass selbst den Vögeln gewisser Schutz gewährt wird - erst recht dem Menschen.
Dennoch halte ich diese Vokabel, deren Sinn und Geschichte ich noch vertiefend studieren muss, grundsätzlich für ein weiteres Indiz dafür, dass Besitzlosigkeit durchaus mit dem Gefühl von Freiheit einhergeht.
Ist also das Streben nach Besitz und die Jagd danach tatsächlich das, was uns unfrei macht? Ist Reichtum in Wirklichkeit ein Joch? Was das Streben angeht sicherlich, denn wer sein Leben einzig darauf ausrichtet Besitz anzuhäufen, sollte sich zumindest fragen, wofür?
Ich möchte überhaupt nicht bezweifeln, dass wenn man reich ist, wenn man etwa im Lotto gewinnt, tatsächlich unabhängiger ist - nicht aber wirklich frei. Das Leben wird automatisch teurer, die Abgrenzung beginnt und das fast instinktive Bestreben nach Erhalt des Besitzes und der Sucht nach Vermehrung. Sicherheit wird umso größer geschrieben. Macht wird käuflich. Aber Freiheit verschwindet geradezu proportional dazu, weil je reicher man ist, desto gefährdeter fühlt man sich und die Seinen.
Reichtum ist nur sinnvoll, wenn die Gemeinschaft davon profitiert. Er verpflichtet. Dies liegt im Interesse aller - der Gemeinschaft und dem des Reichen.
Wenn jemand über geringe Mittel verfügt, sollte er sich sehr wohl überlegen, wofür er es ausgibt, denn die Ressource Geld ist nur beschränkt vorhanden. Er versucht sich auf das Wesentliche zu beschränken und versucht vielleicht ein wenig sparsamer zu sein, für den Fall, dass die Zeiten noch schlechter werden. Er muss also verantwortungsvoll mit seiner Ressource umgehen. Aber genauso muss auch der Reiche verantwortungsvoll mit Geld umgehen. Es mag sein, dass er das Recht hat, mit seinem Geld zu machen, was er will - dies aber ist allenfalls juristisch sein Recht. Moralisch ist er dazu verpflichtet, Geld für alle gewinn- und nutzbringend einzusetzen.
Das Streben nach Besitz über das wirklich benötigte hinaus ist in unserer Gesellschaft schon tradiert, allerdings hat es sich verselbständigt. Versicherungen, Banken, Geschäfte erfüllen einem mittlerweile den Wunsch nach Besitz, indem sie Kredite, Ratenzahlungen usw. anbieten, die einem tatsächlich aber nur schaden, weil sie ihn unfrei machen. Versicherungen leben davon, dass Besitz geschützt werden muss. Sie verkaufen Sicherheit, die aber in Wirklichkeit nur Geldschneiderei ist.
Das führt zu dem Irrtum einer Freiheit, die allenfalls virtuell ist. Visa, die Freiheit nehm ich mir.
Was für einen Sinn macht auf der anderen Seite das Sparen oder die Altersvorsorge? Letzteres macht Sinn in unserer zunehmend familienfeindlichen Gesellschaft. Der Einzelne ist in der Gemeinschaft nicht abgesichert. Doch auch die Altersvorsorge erweist sich immer mehr als Euphemismus. Die Renten sind alles andere als sicher. Auch wenn das Modell lange funktioniert hat, kann man doch heute deutlich sehen, dass es gescheitert ist. Es hat ausgedient. Mit Geld kann man sich nicht absichern, sondern das Geld selbst muss abgesichert werden, was wiederum Geld kostet. Geld macht allein der, der Sicherheit verkauft und dafür Freiheit verspricht.
Ich glaube tatsächlich, dass aus vielen Gründen, derzeit der große Wandel stattfindet. Geld und Macht sind tief miteinander verwoben, was dafür spricht, das Macht nicht nur käuflich ist, sondern Geld Macht ist. Aber auch diese Macht ist künstlich und nur scheinbar. Freiheit bedeutet eben auch, sich sowohl von Geld als auch Macht unabhängig zu machen. Diese Unabhängigkeit ist eine Geisteshaltung, sie braucht kein Geld, denn sie ist nicht käuflich.
Es wird immer öfter und deutlicher davon gesprochen, dass die Schere zwischen arm und reich stets größer wird. Automatisch kommt einem das Bild vor Augen, dass der Punkt kommen wird, da die Massen der Armen vom Kuchen der Reichen mehr und mehr ab haben wollen. So verständlich dieser Wunsch ist, so kontraproduktiv ist er. Anstatt sich wirklich frei zu machen von den Spielregeln der Macht und des Geldes, laufen sie dieser hinterher. Natürlich ist es ungerecht, dass immer weniger Menschen, immer mehr besitzen - das gleichzeitig die pro Kopf Verschuldung steigt, also die Masse immer ärmer wird, selbst der Staat. Aber es liegt an den Spielregeln, am Kampf um das goldene Kalb - Geld.
Je weniger ich mich diesen Regeln unterwerfe, je weniger ich dem Geld nachjage, desto größer wird meine Freiheit. Ich werde reich an Zeit, die ich sinnvoller nutzen kann - mit denken, mit Kontakten, mit lesen - ja selbst mit schlafen. Ich bin nicht auf der Welt, um Geld nach zu jagen.
Dabei geht es nicht um die Deckung der Grundbedürfnisse, die müssen gesichert bleiben.
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