Wer sich bei PN  anmeldet und denkt:

 

„Aber hallo, das ist ja was für mich. Geschrieben habe ich immer gern, und hier kriege ich Feedback, ob den Leuten gefällt, was ich schreibe oder nicht“,

 

der sollte folgende, wichtige Punkte beachten, wenn er seinen Glücks-Flow erreichen will.

 

Erstens:

Bei Platinnetz werden täglich viele Artikel geschrieben und kommentiert. Du solltest dafür sorgen, dass dein Artikel möglichst lange oben bleibt. Damit er beim Hochfahren der PCs sofort von jedem als dein Artikel erkannt wird.

 

Das tust du am besten zwischen 10 und 16 Uhr, weil da die Morgenschreiber ihre Artikel bereits und die Abendschreiber noch nicht eingestellt haben. Wenn deine Artikel erst einmal in der Versenkung verschwunden sind, lesen sie nur noch die Eifrigsten und die Fans.

 

  • Merke: du schreibst in Konkurrenz mit anderen.

 

Zweitens:

Du hast die Wahl, deine Artikel so zu schreiben, dass sie vom Herzen kommen oder so, dass sie den Leuten gefallen.

 

Du musst kein Psychologe sein um zu wissen, dass sich jeder über das freut, was ihm gefällt. Locker, leicht geschriebene Stimmungsaufheller gefallen immer. Artikel, bei denen du zu Ergebnissen kommst, die nicht so positiv klingen, werden nicht gern gelesen. Ergebnisse sind wichtig und nicht der Artikel selber.

 

Beispiel:

Sportberichte in der Zeitung über das 0:6 deines Heimatvereins sind schlechte Artikel. Egal, ob sie gut geschrieben sind oder nicht.

 

Schreibst du einen Artikel aus dem Herzen,  sollte dein Herz Ähnliches empfinden wie die Herzen der meisten Platiner.

 

Artikel schreiben und am Ende relativieren, nach dem Motto, „ich meine es doch nicht so“, passiert zwar häufig, nützt aber überhaupt nichts. Weil deine Leser meinen, den ganzen Artikel zu kennen, sobald sie angefangen haben zu lesen.

 

Am Beginn des Artikels zu schreiben: „Eine nicht ganz ernst gemeinte...“ bedeutet, dass du Angst vor verbaler Vernichtung hast.

 

  • Merke: entweder schreibst du authentisch oder populistisch.

 

Drittens:

Beachte deine Geschlechterrolle.

Willst du einen ernst gemeinten Artikel über „die Erschlaffung des Drüsen- und Fettgewebes bei Mann und Frau im fortgeschrittenen Alter“, schreiben, kannst du dies als Frau ohne Probleme tun. Die Frauen werden an sich hinunter sehen und feststellen, dass es ihnen ebenso ging, und über männliche Hängebrüstchen werden sie lächeln.

 

Schreibst du diesen Artikel als Mann, werden die Frauen darauf verweisen, dass Männer-Gewebe ebenso erschlafft, egal, ob du dies selber bereits erwähnt hast, und Männer werden dich als Nestbeschmutzer oder Wichtigtuer einschätzen. Welcher Mann spricht schon über seine körperlichen Eigenarten, wenn sie nicht gerade positiv sind?

 

  • Merke: Frauen dürfen über alles schreiben. Männer über alles, bei dem Frauen gut weg kommen. Warum? Weil sich Frauen bei Platinnetz wie eine kleine, unterdrückte Minderheit fühlen, obwohl sie bei weitem die Mehrheit sind.

 

Viertens:

Schreibe entweder einfach oder intellektuell, am besten den gleichen Artikel auf beide Arten hintereinander. So wirst du sowohl von denen gelesen und kommentiert, die es gern einfach haben als auch von denen, die ein bestimmtes Niveau erwarten.

 

Fremdwörter machen sich immer gut. Auch englische Fachwörter deuten auf einen sachkundig geschrieben Artikel hin.

 

  • Merke: Hebe dich von anderen ab. Falle irgendwie auf. Wenn dich jemand dafür tadelt, beklage dich öffentlich darüber. An den Reaktionen merkst du, ob du beliebt bist oder nicht.

 

Fünftens:

Schreibe nicht zuviele Artikel, vor allem nicht immer um die gleiche Zeit. Hat jemand einen Artikel von dir gelesen und hat deine Schlussfolgerung nicht in seinen Erfahrungshorizont gepasst, bist du für ihn ein schlechter Autor.

 

Fährt jemand seinen PC immer zu der Zeit hoch, in der du schreibst, wird er deine nächsten drei Artikel nur kurz anlesen und erneut feststellen, dass du nichts taugst. Deine Artikel nicht und der Mensch in dir auch nicht. Der Menschen nicht, weil du deinen Nicht-möger jedes mal allein mit deinem Nick frustrierst.

 

Das gleiche kann dir aber auch anders herum passieren. Jemand hat zwei, drei Artikel auf Anhieb gut gefunden, und wenn er dich beim Hochfahren entdeckt, wird er sich sofort auf deine Artikel stürzen.

 

Frustriere deinen Fan nicht. Stürze dich auch auf seine Artikel. In Zeiten, wo dich die Nicht-möger besonders massiv herunter machen, freust du dich über jedes Lob.

 

  • Merke: du schaffst dir mit deinen Artikeln Gegner, aber auch Freunde.

 

Sechstens:

Deine Leser sehen in deinen Artikeln deine Person. Vermeide die „Ich“- Form, wenn es um Menschliches geht. Man hält es für dein Schicksal, über was du schreibst. Schreibe als Frau niemals mit lockeren Worten über Sex. Man wird dich für eine Schlampe halten, die auf Männerfang aus ist.

 

Schreibe als Mann niemals unterschiedlich, womöglich mal als zartfühlender Lover und mal als Eroberer. Das verwirrt deine Leser nur. Es gilt immer der negativste Eindruck, den du hinterlässt.

 

  • Merke: du schaffst dir durch deine Artikel und deine Kommentare ein Image, das du nie wieder los wirst. Vielschichtigkeit ist bei Autoren nicht gefragt. Das würde Flexibilität im Denken bei den Lesern voraus setzen. Und Denken macht dem Leser keinen Spaß.

 

Siebtens:

Schreibe keine Gedichte. Selbst wenn du dich für noch so gut hältst, lasse es. Gedichte sind heute nicht mehr angesagt. Nur noch bei deinen Fans, und die werden sie sowieso loben, egal, ob sie gut sind oder nicht.

 

  • Merke: es kommt nicht nur darauf an, was du schreibst, sondern, wer du bist, wann du es wie für wen und warum schreibst. Und wie oft, und wie lang dein Artikel ist. Und welche Laune dein Leser gerade hat. Und und und.

 

Die  Reihe der Punkte, die zu beachten sind, ließe sich endlos fortsetzen.

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Solltest du meine Ratschläge gelesen und festgestellt haben, dass sich manche Punkte widersprechen oder gegenseitig aufheben, und stört es dich, dass es keine Methode zu geben scheint, dass die Leute deine Artikel so lesen, wie du sie gemeint hast, schreibe lieber nicht bei PN.

 

Solltest du zu dem Schluss kommen, dass du weder Feinde noch Fans brauchst, dass du einfach nur schreiben möchtest, was dir gerade einfällt, weil dir Schreiben Freude macht, und weil du möchtest, dass dir Leute sagen, ob es ihnen gefallen hat, solltest du bei PN lieber nicht schreiben. Es gibt genügend kleine Platformen, bei denen es ums Schreiben und nicht um Freund- oder Feindschaften geht.

 

Ach, weißt du was? Am besten, du fängst an zu schreiben und sammelst deine eigenen Erfahrungen.

 

Ich bin gespannt...