Dieses wurde mir mal wieder gleich in den ersten Minuten des neuen Jahres klar!

 

Wohl wissend, daß dieser Artikel auf selbstverständlicher Hilfe basiert, hat mich doch das unschöne Ereignis dazu gebracht, über den Begriff "Freundschaft" intensiv nachzudenken... 

 

Warum?

 

Ich feierte mit meinem Sohn, meinem Enkel und zwei Freundinnen den Sylvesterabend. Wir waren zuerst essen in einem Restaurant, dann gingen wir zu einer meiner Freundinnen nach Hause. Dort hatte sie liebevoll ein Mitternachtbufett aufgebaut. Sie entzündete ihren Adventskranz, mehrere Kerzen, wir naschten Süßigkeiten, tranken Sekt. Weil mein Enkel dabei war, hatten wir das Spiel "Aktivity" mitgenommen, mit dem man viel Spaß haben kann, denn man muß unter anderem etwas patomimisch darstellen. Es ging sehr lustig zu, als es Mitternacht war und wir nach draußen gingen, um das neue Jahr mit ein paar Raketen zu begrüßen. Es gesellten sich noch Nachbarn hinzu, wir umamten ums alle und wünschten uns ein "Glückliches Neues Jahr". Meine Freundin ging ins Haus, um noch Sekt zu holen. 

 

Ich hörte auf einmal einen grellen Hilfeschrei und dachte: "Jetzt ist sie hingefallen mit dem Schneematsch an den Schuhen und hat sich etwas gebrochen", bin rein und sehe meterhohe Flammen in der Küche. Ich bin so schnell ich konnte wieder raus und rief meinen Sohn, der wegen des Krachs, den die Böller u.ä. machten, nichts verstand, zumal er sich auf der anderen Seite der Straße befand. Der Nachbar hatte es aber schon gehört und rannte hinein, mein Sohn dann hinterher und es gelang ihnen, das Feuer zu löschen. Wir nehmen an. daß der Adventskranz  sich entzündet hat und zwischen den Berlnern (die werden hier an Sylvester gegessen) befand sich ein Tischfeuerwerk... 

 

Der schöne, alte Tisch, der durchaus Wert hat, nicht nur materiell, sondern ein heißgeliebtes Erbstück ist, war teilweise verbrannt, der Heizkörper ist nicht mehr zu gebrauchen, die Fenster haben sich verzogen, die wunderschöne Lampe ist kaputt, der Fußboden hat etwas abbekommen. Die ganze Wohnung ist verrußt und das Mitternachtsbufett landete im Mülleimer. Meine Freundin saß völlig fertig weinend inmitten des Chaos und wir mochten sie gar nicht alleine lassen. Sie hat zurzeit viele Probleme, wegen denen sie in Kur weilt. Sie durfte über den Jahreswechsel heim und jetzt auch noch das... Sie tat uns unendlich leid. Wir boten ihr an, bei einem von uns zu übernachten, aber sie wollte nicht. Schweren Herzen verabschiedeten wir uns und versprachen, am anderen Tag wieder zu ihr zu kommen. Ich schlief schlecht in der Nacht, stand relativ früh auf und gegen Mittag sind wir alle wieder zu ihr gegangen. Sie hatte sich ein wenig gefaßt. Mein Sohn machte Aufnahmen für die Versicherung, unsere andere Freundin blieb zum Putzen bei ihr. Ich bin leider körperlich ziemlich gehandycapt, so daß ich für diese Aufgabe nicht so infrage komme... Ich habe sie dann alle zum Essen zu mir gebeten. Wofür sie sehr dankbar waren.

 

Es ging ihr schon ein wenig besser und wir haben alle sehr die Bedeutung von "Freundschaft" empfunden.

 

So hat das neue Jahr nicht so gut und doch wieder gut begonnen...!! Ich bin sehr nachdenklich geworden und ich werde mir dieses Geschehen in den ersten Minuten des Jahres 2011 noch oft ins Berwußtsein rufen und mir für alle Menschen wünschen daß sie öfters mal über das Wort "Freundschaft " bewußt nachdenken. Vielleicht könnte es das Leben "erhellen" und bereichern. Nicht nur das Leben des Anderen, sondern fast noch mehr das eigene Dasein.