Ich habe den Rahmen etwas weiter gesetzt, weil alle drei Gedanken unlösbar miteinander verbunden sind. Wenn auch nur ein Teil fehlt, kann man die Aussage des Apostels nicht in ihrer ganzen Tiefe ergreifen.
Ich möchte aus theologischen Gründen die Aussage über die Heiligung als Kernaussage behandeln und die Aussagen über den Frieden und die Verbitterung als Schale besprechen.
Beginnen wir also mit der Heiligung.
Wenn wir die Meinung von überzeugten Christen einholen würden, ergäbe sich wahrscheinlich mit Abweichungen folgendes Bild:

1. Die Heiligung ist unabdingbar notwendig.
2. Die Heiligung ist eine Leistung, die der Gläubige aus mehreren Gründen erbringen muss.
3. Ob ein Mensch in der Heiligung lebt, kann man als Außenstehender an der Veränderung seines Wesens erkennen.

Auf den ersten Blick sieht das gut aus. Leider ist der zweite Punkt absolut falsch.

Bevor ich den Beweis antrete möchte ich noch folgende Bibelstelle hinzufügen.
"Ich bin der Herr, der Euch heiligt." 3.Mose K21-24
Nur einer ist heilig, unser Vater im Himmel. Die Heiligkeit bezeichnet den Gipfel der Vollkommenheit Gottes. Heiligung und Heiligmachung ist dies, dass man in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen wird, an seiner Heiligkeit Anteil erhält und etwas von dem himmlischen und heiligen Wesen empfängt, welches ihn auszeichnet.
1. Durch die Rechtfertigung komme ich in den Besitz der Gerechtigkeit Christi, die sich dieser am Kreuz von seinem Vater erworben hat. Und dies geschieht nur durch wirkliche Vereinigung mit ihm. Durch die Heiligung bekomme ich Anteil an der Heiligkeit Christi, an seiner Übereinstimmung mit dem Willen Gottes. Und dies geschieht auch nur durch Lebensvereinigung mit ihm. Er, der da heiligt und sie, die geheiligt werden, kommen alle von einem her. Das Jagen nach der Heiligung ist ein Jagen nach vollkommener Vereinigung mit Jesus und seinem Willen, nach vollkommener Gleichartigkeit mit seinem Leben hier auf Erden.
2. Viele meinen, die Rechtfertigung geschehe durch den Glauben, d i e H e i l i g u n g a b e r d u r c h d i e W e r k e. So ist es aber nicht. Rechtfertigung und Heiligung geschehen beide durch den Glauben, durch den lebendigen Glauben, welches das Leben Christi sich aneignet und in der Kraft desselben die Werke tut. Wer der Heiligung nachjagt, muss vor allem danach trachten, sich im Glauben an das zu üben, was Christus in ihm ist und tun will.
3. Ein Jäger weiß, was er sucht und opfert alles dafür auf. Ein jeder kann ihm ansehen, dass er auf die Jagd geht. Lass es uns und allen um uns herum deutlich werden, dass wir der Heiligung nachjagen, dass wir ringen und streben, mit dem Sohne Gottes, mit dem Willen Gottes, mit Gott selbst möglichst vereinigt zu werden.
Unser Gott, der uns liebt, möge uns dabei helfen.

"Jaget nach dem Frieden gegen Jedermann."

Meine Beziehung zu anderen Christen und meinen Nächsten ist außerordentlich eng mit meiner Beziehung zu Gott verbunden. Wenn in einer Gemeinde des Herrn, oder in einem Gläubigen sich nicht Friede mit allen ringsherum findet, wird auch der wahre Friede mit Gott nicht mit Freude empfangen. Die so wichtige Beziehung zu unserm himmlischen Vater wird verunreinigt. In der Bergpredigt sagt auch darum der Herr: "Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen." Paulus sagt: "Der Friede Gottes regiere in Euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe." Der Genuss des Friedens Gottes hängt von der Stellung ab, welche ich zu denen einnehme, die rings um mich her sich befinden.

"Sehet darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und die Gemeinde dadurch befleckt werde; ….“

Zu diesem Teil des Verses müsste man eigentlich keinem der Mitglieder einer Gemeinde oder Kirche irgendwelche Hinweise geben. Eine deutlichere Beschreibung der Situation, in der sich Einzelne befinden, kann man sich nicht vorstellen.
Zusammenfassend kann man feststellen, dass ohne den Frieden und mit Problemen in der Gemeinde die Heiligung nicht so fortschreiten kann, wie sie sollte.