Früh vor der Schule.

Fritz war ein Langschläfer und konnte nicht rechtzeitig aus dem Bett finden. Das kam daher, weil er schwer einschlief und viel wirres Zeug träumte. Den Grund hierzu fand ein Onkel, der gerade zu Besuch war. Fritz ging nämlich gleich nach dem Abendbrot schlafen, oft kaute er sogar noch während des Ausziehens. Es hatte niemand daran gedacht, dass die erste Verdauung des Abendbrotes eine gewisse Unruhe in Fritzens Magen und Körper hervorrief. Von dieser Zeit bekam Fritz sein Abendbrot mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen. Er hatte sich aber das lange Schlafen schon zu sehr angewöhnt, um es besser machen zu können. Oft musste ihn die ältere Schwester mit dem nassen Schwamm aus dem Bett treiben. Zum Waschen war nicht viel Zeit, noch weniger zum Kaffeetrinken, der oft hinuntergestürzt wurde; mit dem Brot oder Brötchen in der Faust, den Schulranzen auf den Rücken, rannte er zur Schule. Überhaupt keine Zeit blieb übrig für das beinah Wichtigste, was jeder gesundbleibende Mensch morgens vor dem Tagewerk verrichten soll. Es war kein Wunder, dass Fritz verstopft und in unbehaglichem Empfinden auf seiner Bank saß. Dick war er sowieso nicht, die Muskeln sollten erst später werden. Das Rennen zur Schule mit dem schlechtgekautem „Unterwegsfrühstück“ und der morgens ständig nicht entleerte Darm war seinem wachsenden Körper auch nicht dienlich. Es war kein Wunder, dass er so oft müde und schlaff auf seiner Bank saß und nicht so gut aufpassen konnte, wie die andern. Die Eltern konnten sich das nicht erklären; er war doch zu Hause ein lebhaftes Kerlchen, der nicht dumm oder schüchtern war. Wie Schuppen fiel es ihnen von den Augen, als sie in einem Vortrag eines Elternabends folgende Schulkinderregeln hörten.
Gib deinem Kinde 1-2 Stunden vor dem Schlafengehen das Abendbrot. Lass es dabei sitzen, nicht herumgehen.
Wecke es rechtzeitig vor dem Schulbeginn.
Am Kaffeetisch muss es in Gemütsruhe trinken und kauen.
Zeit für das Wichtigste (Stuhlgang) am Morgen muss da sein, ehe es in die Schule geht.
Keinen Wettlauf zur Schule.
So kommt Fritz gut vorbereitet auf die Schulbank und kann gut aufpassen und lernen.