Frühlingsgesang


Ich habe schon an ihn gedacht,
da war noch nicht vergangen die Nacht
an ihn, des Bild ich trage, voller Schmerzen
leicht getrübt in meinem Herzen.
Wie ich so aus dem Fenster schau,
löscht mit des Morgens erstem Grau
noch hinterm Horizont verborgen
ein rosa Schimmer meine Sorgen.


Die Amsel singt so süß ihr Lied,
das mit dem Wind nach Süden zieht.
Wünschendes Sehnen steigt empor
kämpft gegen schwarzer Raben Chor.
Behutsam aus der Dunkelheit
leuchten die Bäume im hellen Zauberkleid.
Der Reif hat ihnen über Nacht
ein funkelndes Gewand gemacht.


Ein erstes Licht lässt auf des höchsten Baumes Spitzen
Kristalle wie kleine Feuer blitzen.
Bewegt von eines Windes Schwingen
fallen herab, mit leisem singen.
getaucht in erstes Tageslicht
tausend Kristalle, dicht an dicht
Schon bald hat der Reif den Boden gedeckt,
und etwas unter sich versteckt.


Aus des Bodens feinen Ritzen
drängen winz´ge grüne Spitzen.
Hörst du die Meisen rufen wie Glöckchen?
Es öffnen sich Blüten wie weiße Röckchen.
Ein ahnender Frühling hat über Nacht
seine ersten Kinder ans Licht gebracht.
und allsobald steigt empor ein klingen,
als die Schneeglöckchen ihre Häupter schwingen.


Wie ich all das sehe, wird ums Herz mir leicht,
ein gewaltiger Druck ist´s, der von meiner Seele weicht:
Wenn schon ein Frühlingsahnen über Nacht
solche Wunder uns gebracht,
sollt nicht ein Wunsch, der stark und gut,
schon lang in meinem Herzen ruht,
mit des Frühlings frohem Singen
meiner Seele Frieden bringen?

Gabi(Carena) 6.02.09