Unterfranken, ein kleines Dorf, Katzen dort hauptsächlich ‚Nutztiere’…Mäusejäger, Freigänger.

Und zwischendrin ‚ich’…etwas ‚verrückt’, belächelt, mit anderer Einstellung zu Tieren und auch des öfteren auf Konfrontationskurs mit anderen, s.g. Tierhaltern.

Irgendwann fiel mir eine rotgestreifte Katze auf unserem Grundstück auf, sie kam näher wenn ich sie lockte, sie ließ sich streicheln, aber hatte doch gewisse Scheu!
Ihr Zustand war nicht gut, Äuglein tränten, Nase war verstopft, Ohren voll Milben und ich fing an, sie zu füttern.
Sie musste vor gar nicht langer Zeit geworfen haben und noch säugen…also ging ich auf die Suche und fand: drei klitzekleine Fellbündel unter einer Tanne.
Es waren Herbstkätzchen, draußen war es schon relativ kalt, also was tun?
Ganz schnell ein kuscheliges Bett in der Garage bauen. Karton…Kissen/Decken…und dann Mamikatze mit leckerem Essen locken in der Hoffnung, dass sie ihren Nachwuchs ‚umbettet’.
Tatsächlich…’brave’ Katze…sie hat exakt das getan, was ich wollte…oder das, was gut für sie war?
Zwei/drei Tage später, ihr Zustand besserte sich nicht, also: Tierarzt!
Mamikatze in den Käfig zu bekommen, war nicht schwierig, aber wer hätte gedacht, dass diese kleine süßen Fellbündelchen sich von einem Moment auf den nächsten zu ‚Tigern’ entwickeln könnten?
Fauchen…kratzen…beißen!
Nur mit Lederhandschuhen konnte ich diese kleinen Bestien zu ihrer Mama in den Transportkorb katapultieren!
Diagnose der Tierärztin: Katzenschnupfen..
Antibiotika und die Empfehlung: Tiere nicht im Freien lassen.
Ach wie toll….ich verstand ihre Worte sehr gut, Katzenmami aber nicht!
Sie wollte nicht im Haus bleiben!
Eine halbe Stunde? Kein Problem….Essen/Trinken/Streicheleinheiten abholen, und dann? Protest!!!
Also, Tür aufgemacht….Madame Katze ging und ließ mich zurück mit ihrem Nachwuchs!
Na ja…irgendwann ließen sich diese ‚Bestien’ auch streicheln und benahmen sich so, wie sich Kätzchen zu benehmen haben: zwar konnten sie noch nicht allein essen, das besorgte dann ich…nicht mit Flasche sondern mit Einwegspritze…aber anderes konnten sie, fast mit Perfektion:
Klettern auf die Couch (so richtig rein mit den kleinen Krallen in die Polster), Gardinen waren ein wunderschönes Spielzeug, jeder offene Schrank oder Schublade ein herrliches Versteck! Motto: ob mich meine kleinen Schwestern wohl finden?
Dass ich, zwischenzeitlich voller Verzweiflung mal die Waschmaschine ausräumte, weil ich eine der Kleinen nicht fand und befürchtet hatte, sie mit gewaschen zu haben, hat meine kleinen Mädels wohl kaum interessiert, meinen Blutdruck allerdings in bedenkliche Höhen getrieben.

Mamakatze kam weiterhin jeden Tag zu Besuch! Nein, sie brachte mir keine Blumen mit, sie ‚inspizierte’ alles….und ging – hocherhobenen Hauptes, sich keiner Schuld bewusst – nach draußen!

Und dann? Meine ‚Mädels’ waren schon größer, konnten schon allein essen…waren lieb/verschmust, hatten mein Herz komplett erobert - und eine davon noch viel mehr: die kleine dreifarbige, mein ‚Fleckchen’. Ich denke, ich ließ es mir nicht anmerken, aber dieses kleine ‚Etwas’…ja, sie, dieses ‚Fleckchen’, war mein absoluter Liebling.

Wer dann die Haustür offen gelassen hat? Mein Mann, mein Sohn?
Keine Ahnung, Fleckchen war weg!
Ich habe gesucht, gerufen, geweint.

Stunden später, gegen Abend hörte ich erst ein leises, dann ein immer lauteres ‚Miau’.
Als ich die Haustür öffnete, standen dort Mamakatze und Fleckchen auf dem Treppenabsatz! Überglücklich nahm ich die Kleine hoch….Mami schaute mich an, drehte sich um …und ging!