Computer und Fernsehen sorgen anscheinend dafür, dass der moderne Mensch von heute nicht mehr mit der Realität klar kommt.
Wie in jedem Jahr veranstaltete unser Verein eine Fledermausnacht. Die Zeitungen brachten einen entsprechenden Vermerk und viele Leute meldeten sich an, meist Familien mit Kindern, doch auch Erwachsene nahmen das Angebot zu einem Besuch bei Batmaus an.Nach ein paar informativen Sätzen über das Leben der kleinen Säugetiere, die vorkommenden Arten, ihre Ernährung und Gewohnheiten, ging es zum Teich, der in einem Wald liegt.
Die Kinder umringten mich, stellten Fragen und ich glaubte den Höhepunkt der Fragen bei dem Dreikäsehoch gehört zu haben, der wissen wollte, ob er die Schleuderläuse auch streicheln dürfe. „Klar, darfst du, musst du aber selber fangen!“ Der Vater grinste und die Mutter nahm ihren Sohn vorsorglich an die Hand. Bestimmt ein sehr kreatives Kind.
Noch stand mir das Grinsen im Gesicht, dachte ich doch an die verpasste Gelegenheit der Schleuderläuse, ein paar Streicheleinheiten zu bekommen. Sie wollten sich einfach nicht in die kleinen Patschhände begeben.Plötzlich kam ein Mann auf mich zu, sichtlich empört. „Das hätte man uns aber sagen können! Meine Frau ist vor einen Baum gelaufen, ich bin fast über eine Wurzel gestolpert, überall sind Stechtiere und es ist total dunkel!“Ich sah auf die Leuchtziffern meiner Uhr…22.17…bedeckter Himmel.
Was erwartete der Mann denn? Hatten wir mit der Voraussetzung, jeder wisse, dass es nachts dunkel ist, zu viel erwartet?
Zur Vorsicht nun noch einmal für alle, die etwas aus der Übung gekommen sind.
Nachts ist es dunkel, Ausnahmen gibt es da nur in den Skandinavischen Ländern während der Mittsommernächte oder bei sehr klaren Vollmondnächten. Selbst hier scheint der Mond nicht immer bis zum Boden und es könnte dunkel sein.
In deutschen Wäldern stehen keine Laternen oder Flutlichtanlagen wie in den Stadien, mitunter aber schon mal der ein oder andere Baum. Diese Bäume warnen weder durch Laute noch durch Leuchtsignale, bevor sie ihre Wurzeln über die Erde strecken um damit nach den Füßen sorgloser Waldbesucher zu angeln. Mit eben diesen Wurzeln sind die Bäume fest im Erdboden verankert. Es ist ihnen daher völlig unmöglich, unachtsamen Spaziergängern aus dem Weg zu springen, der Verdacht der Heimtücke fällt somit weg. (Ich muss unbedingt nachsehen, ob dem Baum bei dem Zusammenstoß nichts geschehen ist!)
Sollten Sie zum Zwecke der Fledermausbeobachtungen in einen Wald gegangen sein, in dem sich auch noch ein Gewässer befindet, werden Sie unweigerlich auf Mücken und andere Insekten stoßen.
Die Fledermaus besitzt genügend Intelligenz, ihr Wissen wann und wo sie Nahrung findet, effektiv einzusetzen, sie frisst bis zu einem Drittel des eigenen Körpergewichtes an Mücken pro Nacht. Anwesende Fledermäuse sind also der lebende Beweis für das Vorhanden sein von Insekten.Nur Menschen gehen am Ruhetag zum Griechen und ärgern sich dann.
Ich wünsche einen angenehmen Aufenthalt in der Natur.
