Als ich Udos (C. Findus Rainman) ellenlangen Kommentar zu meinem Artikel Seelenchaos sah, dachte ich zuerst...*ach, wieder einer, der glaubt, Agatha Christie hätte alle Morde selber begangen*...dann habe ich nicht nur die Buchstaben gelesen, sondern die Worte verstanden und den Sinn.Vielen Dank, für die Mühe, die du dir gemacht hast, Udo! Auch den anderen Kommentatoren meinen Dank für euren Trost und euer Mitgefühl. Doch sollte es nicht mir gelten, ich wünschte es mir für Rosi.
Ich hatte nicht vermutet, dass viele Leser stets davon ausgehen, man beschreibe immer seinen eigenen Gemütszustand. Mir geht es gut, ich bin ein Typ, der wohl schlechte Laune, aber keine Depressionen kennt. (Schnell auf Holz klopf!)Meine Gedanken drehen sich seit einiger Zeit vermehrt um eine Freundin, die vor vielen Jahren freiwillig aus dem Leben schied.
Die Beschreibung des NICHTS stammt von ihr...zumindest habe ich das so in Erinnerung, kann sein, dass ich das ein oder andere Wort ausgetauscht habe, doch der Sinn ist geblieben...eben die von ihr empfundene Sinnlosigkeit. …Nein, auch falsch..sie empfand NICHTS mehr. Sie hat sich zwischendurch immer wieder sehr zurückgezogen, doch auch dann, wenn ich bei ihr gewesen wäre....ich hätte es wohl nicht verhindern können...meine haltenden Hände hätten ins NICHTS gegriffen.
Mein Versprechen, aus ihren Tagebuchaufzeichnungen und unseren Gesprächen ein Buch zu machen, das zeigt, wer sie wirklich war, steht noch aus. Ich war damals noch zu jung dazu, ich sagte ihr
"Wenn ich alt genug bin, werde ich es schreiben, versprochen!"
Bald bin ich vielleicht zuuu alt??
Das Buch wird stellenweise so sein wie die "Feuchtgebiete" . Sie vielleicht in den Schatten stellen? Habe ich zwar nicht selber gelesen, doch eine von Buchstaben besessene Freundin hat mir den Inhalt kurz geschildert...brauche ich nicht lesen, offene Schilderungen gehören aber zu Rosi!
Ich denke, viele Leser werden auch von einigen Teilen aus Rosis Leben geschockt oder gar angeekelt sein. Ist die Angst vor dem "Verriss" schlimmer als das schlechte Gewissen, ein Versprechen nicht gehalten zu haben?
Für manche Situationen fehlen mir die Worte, obwohl ich die sonst leicht finde. Ich kann mich eben in ihr Verhalten nicht immer hinein versetzen und will sie auch nicht falsch darstellen.
Ihre letzten Jahre hat sie auch nicht so eifrig in den Tagebüchern festgehalten, zudem einige davon nass und teilweise unlesbar wurden.Das Problem, was mich beschäftigt, ist die Frage, ob ich Rosi gerecht werde?
Ein klein wenig von Rosi habe ich schon bei PN veröffentlicht, Artikel „Der Fremde in meinem Herzen“, doch der sagt eigentlich NICHTS über ihre Person aus..und NICHTS hat sie eigentlich genug gehabt…finde ich zumindest. Ich habe damals im Kommentar schon geschrieben, dass ich vielleicht mal mehr schreibe….der Zeitpunkt scheint mir gekommen…oder?
Dennoch fehlt mir etwas der Mut. Ich müsste schließlich in ihrer Kindheit anfangen, denn nur so versteht man sie als Außenstehender wirklich…ein Fortsetzungs--tatsachenbericht…Romane sind doch Fantasie, oder?
Meine Worte werden ein sehr trauriges Leben trotz allem Luxus beschreiben…
