Geiz ist geil
Ein Tatort beschämt Millionen von Verbrauchern und macht sie unterschwellig zu Verantwortlichen für den Niedergang unserer Gesellschaft.
Geiz ist geil
Am Sonntag ist es eigentlich wie immer: "Kassensturz" ein Tatort zur besten Sendezeit von der ARD gebracht. Und wie immer geht es um nichts Geringeres als Mord. Und doch, es scheint ein ungewöhnlicher Tatort zu sein. Keine Fiktion diesmal, statt dessen Realität, wie sie, wie schon lange vermutet, ein Teil unserer schönen Einkaufswelt ist. Mit zunehmender Beklemmung sehen wir, wie Beruf oder sagen wir lieber Job, heute funktioniert. Wir sehen, wie Druck von oben aufgebaut und nach unten weitergegeben wird. Wir erfassen, dass dies hier nicht der Einzelfall ist, sondern merken sehr schnell durch Vergleich mit der eigenen Erfahrung, dass auch wir genau so betroffen sind oder es zumindest sein könnten, so das Berufsleben nicht schon hinter uns liegt. Und doch liegt in der Tiefe des Geschehens noch etwas anderes. Infame, verlogene Propaganda.
Während wir uns noch über die unmenschlichen Zustände und den Druck erregen, wird uns unterschwellig suggeriert: Ihr seid schuld an diesen Zuständen. Durch die Person eines Mannes vom Gewerbeaufsichtsamt
wird uns mal eben locker untergejubelt, dass wir nur ein wenig mehr Geld ausgeben brauchten, damit diese Zustände der Vergangenheit angehören. Der Handel sei doch in christlicher Mission unterwegs, während wir Verbraucher durch unseren Geiz die Bemühungen der Unternehmen um sozialere Verhältnisse zunichte machten. Ja mehr noch, die ausgebeuteten Arbeitskräfte dieses Billigladens hätten ja wirklich keine andere Wahl, als ihre Peiniger zu erschlagen, denn wir Verbraucher hätten es doch letztlich in der Hand, der Handel reagiere doch bloß auf unsere Anforderungen.
Man muss es noch einmal rekapitulieren: Da macht einer der weltgrößten Handelskonzerne für eine seiner Fillialketten vor einigen Jahren mit dem Slogan "Geiz ist geil" auf. Ziel dieses Slogans ist es, wie bei allen solchen Aktionen, Umsatz steigern, Marktanteile vergrößern, Marktmacht gewinnen, den Konkurrenten zu verdrängen. Nicht dass dieser Konzern nicht gewarnt worden wäre. Es gab genügend Stimmen, die voraussagten, dass dieses aggressive Verkaufen über den Preis eine Spirale nach unten in Gang setze, die letztlich unübersehbare Folgen habe. Doch als der selbe Konzern uns suggerierte, wir wären ja blöd, wenn wir nicht seine Verkaufsräume aufsuchten, verstummten auch diese Propheten und nahmen einen vorüber gehenden Werbegag an. Sie sollten sich irren. Es ging und geht immer noch um Leben und Tod. Nicht um den Verbraucher sondern um das Überleben der Handelskonzerne.
So nimmt es nicht Wunder, dass nachdem das Wachstum und der Gewinn zum Betrieb der Warenhausketten nicht mehr ausreichte, interne Maßnahmen zur Leistungsverdichtung der Arbeitnehmer ergriffen wurden. Der Rest ist bekannt. Das Perfide ist nur, dass es weiterhin nur um das Erreichen eines Monopols geht. Erst das Monopol, so die einhellige Meinung der Handelsmanager, werde zu ausreichenden Gewinnen für die Anteilseigner führen. Diesem Ziel habe sich alles unterzuordnen. Und so machen sie weiter wie bisher. Nun da es ihnen gelungen ist, dem Verbraucher kollektiv die Schuld zuzuweisen, in dem sie die dreiste Behauptung aufstellen, der Verbraucher lebe ausschließlich nach dem Motto "Geiz ist geil", haben sie ihr Versagen von ihren Schultern auf uns übertragen. Und leider zeugen viele Meinungsäußerungen in PN dafür, dass man ihnen auch noch ihren Mist glaubt. Und wir, die wir auch gerne die Verhältnisse ändern würden, müssen erkennen, dass wir mit dem Verschließen unseres Portemonnaies, nur dazu beitragen können, dass sich die internen Verhältnisse nur verschlimmern können. Denn sollten wir mit einem Boykott reagieren, trifft es wieder nur die Kleinen. Die Taschen der Großen sind zu übervoll, dass sie vor uns einknicken.
Am Sonntag ist es eigentlich wie immer: "Kassensturz" ein Tatort zur besten Sendezeit von der ARD gebracht. Und wie immer geht es um nichts Geringeres als Mord. Und doch, es scheint ein ungewöhnlicher Tatort zu sein. Keine Fiktion diesmal, statt dessen Realität, wie sie, wie schon lange vermutet, ein Teil unserer schönen Einkaufswelt ist. Mit zunehmender Beklemmung sehen wir, wie Beruf oder sagen wir lieber Job, heute funktioniert. Wir sehen, wie Druck von oben aufgebaut und nach unten weitergegeben wird. Wir erfassen, dass dies hier nicht der Einzelfall ist, sondern merken sehr schnell durch Vergleich mit der eigenen Erfahrung, dass auch wir genau so betroffen sind oder es zumindest sein könnten, so das Berufsleben nicht schon hinter uns liegt. Und doch liegt in der Tiefe des Geschehens noch etwas anderes. Infame, verlogene Propaganda.
Während wir uns noch über die unmenschlichen Zustände und den Druck erregen, wird uns unterschwellig suggeriert: Ihr seid schuld an diesen Zuständen. Durch die Person eines Mannes vom Gewerbeaufsichtsamt
wird uns mal eben locker untergejubelt, dass wir nur ein wenig mehr Geld ausgeben brauchten, damit diese Zustände der Vergangenheit angehören. Der Handel sei doch in christlicher Mission unterwegs, während wir Verbraucher durch unseren Geiz die Bemühungen der Unternehmen um sozialere Verhältnisse zunichte machten. Ja mehr noch, die ausgebeuteten Arbeitskräfte dieses Billigladens hätten ja wirklich keine andere Wahl, als ihre Peiniger zu erschlagen, denn wir Verbraucher hätten es doch letztlich in der Hand, der Handel reagiere doch bloß auf unsere Anforderungen.
Man muss es noch einmal rekapitulieren: Da macht einer der weltgrößten Handelskonzerne für eine seiner Fillialketten vor einigen Jahren mit dem Slogan "Geiz ist geil" auf. Ziel dieses Slogans ist es, wie bei allen solchen Aktionen, Umsatz steigern, Marktanteile vergrößern, Marktmacht gewinnen, den Konkurrenten zu verdrängen. Nicht dass dieser Konzern nicht gewarnt worden wäre. Es gab genügend Stimmen, die voraussagten, dass dieses aggressive Verkaufen über den Preis eine Spirale nach unten in Gang setze, die letztlich unübersehbare Folgen habe. Doch als der selbe Konzern uns suggerierte, wir wären ja blöd, wenn wir nicht seine Verkaufsräume aufsuchten, verstummten auch diese Propheten und nahmen einen vorüber gehenden Werbegag an. Sie sollten sich irren. Es ging und geht immer noch um Leben und Tod. Nicht um den Verbraucher sondern um das Überleben der Handelskonzerne.
So nimmt es nicht Wunder, dass nachdem das Wachstum und der Gewinn zum Betrieb der Warenhausketten nicht mehr ausreichte, interne Maßnahmen zur Leistungsverdichtung der Arbeitnehmer ergriffen wurden. Der Rest ist bekannt. Das Perfide ist nur, dass es weiterhin nur um das Erreichen eines Monopols geht. Erst das Monopol, so die einhellige Meinung der Handelsmanager, werde zu ausreichenden Gewinnen für die Anteilseigner führen. Diesem Ziel habe sich alles unterzuordnen. Und so machen sie weiter wie bisher. Nun da es ihnen gelungen ist, dem Verbraucher kollektiv die Schuld zuzuweisen, in dem sie die dreiste Behauptung aufstellen, der Verbraucher lebe ausschließlich nach dem Motto "Geiz ist geil", haben sie ihr Versagen von ihren Schultern auf uns übertragen. Und leider zeugen viele Meinungsäußerungen in PN dafür, dass man ihnen auch noch ihren Mist glaubt. Und wir, die wir auch gerne die Verhältnisse ändern würden, müssen erkennen, dass wir mit dem Verschließen unseres Portemonnaies, nur dazu beitragen können, dass sich die internen Verhältnisse nur verschlimmern können. Denn sollten wir mit einem Boykott reagieren, trifft es wieder nur die Kleinen. Die Taschen der Großen sind zu übervoll, dass sie vor uns einknicken.
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