Gemeinsam alt werden
... nur ein Traum???
Gemeinsam alt werden…
-Was wir wollten, was daraus wurde-
Die meisten wollen, wünschen und erhoffen es sich, viele schaffen es, doch häufiger wird dieser Wunsch nicht zum finalen Teil des Lebens: Gemeinsam alt werden.
Gründe gibt es viele. Das Schicksal trennt durch Krieg, Krankheit oder Unfall, durch tragische Entwicklungen, die keiner beeinflussen konnte. Doch immer häufiger sind es die Lebenspartner, die selbst das „ WIR“ trennen. Aus Lebenspartnern werden ganz schnell „Lebensabschnitts-Partner“. Ein real-satirischer Begriff unserer Gesellschaft? Keineswegs, denn die Zahl der „Single-Haushalte“ wird immer größer.
Ein gemeinsames Leben wird gelebt, solange es klappt, solange alles ohne Probleme läuft. Entstehen schwierige Lebenslagen und Situationen, wird „entsorgt“. Rückzug in das „Nest“ des eigenen Ichs, und irgendwann eine neue Suche nach einem Lebenspartner.
So kennt man es ja auch aus anderen Lebensbereichen: Der Kühlschrank mit partiellen Macken wird nicht mehr repariert, sondern ausgetauscht; die Beule im Kotflügel oder der unzuverlässige Anlasser werden nicht mehr repariert, sondern ausgewechselt. Ex und hopp. Alles zu teuer, - zu mühsam? Zum Glück ist dieses Denken bei Krankheiten noch ein Tabu! Hier wird noch geheilt und alles Chancenreiche versucht. Und überwiegend mit viel Erfolg !
Eine jüngste Umfrage eines Hamburger Instituts besagt, dass 83% aller 30-Jährigen mit ihrem Partner ein Leben lang zusammen bleiben wollen. Aber Wunsch und Wirklichkeit belegen das Gegenteil. Zu wenig innehalten, zu wenig Tun für das „WIR“, zu viel Intoleranz und zu wenig Geduld?
Vieles deutet darauf hin. Denn eines ist durch eine Langzeitstudie auch belegt: Paare, die trotz Krisen zusammengeblieben und daran gearbeitet haben, erlebten fünf Jahre später ihre Krise und ihre Probleme als nicht mehr gravierend.
Liegt hier ein, oder gar das Geheimnis der vielen Paare, die Silber-, Gold-, oder gar Gnadenhochzeit feiern können/dürfen? Oder unabhängig vom Status einer Ehe nicht nur gemeinsam älter, sondern gemeinsam alt geworden sind.
Welche Werte und Lebenseinstellungen, welches Verständnis von Partnerschaft stehen dahinter? Was sagte trotz Turbulenzen im Herzen immer wieder ja. Nicht blind vor Realitäten (Gewalt, Alkoholismus mit dauernden Rückfällen etc.), aber voller Kraft und liebendem Wollen eines Lebens miteinander.
Also auch dem gelebten Bemühen, heilen zu wollen, wenn eine „Beziehung“, eine Liebe kränkelt.
Eine kleine gedankliche Analogie:
Ist jemand krank, bemühen wir uns zu heilen. Intensiv, fürsorglich und sehr ausdauernd und wollend. Keiner sagt: „Die Gesundheit ist verloren gegangen“.
Ist eine (auch lange) Partnerschaft „krank/kränkelnd“ fällt immer schneller der so trennende Satz. „ Wir haben uns auseinander gelebt. Uns ( oder nur einem) ist die Liebe verloren gegangen“.
Welche Bedeutung hatte und hat das WIR vor dem ICH?
Sicher haben sich Rolle und besonders Selbstverständnis von Mann und vor allem Frau gewandelt. Sonst hätten wir heute noch ein Patriarchat.
Aber sind es Rollen oder nicht eher eigene Wert- und Lebenseinstellungen, die wichtig sind?
Dem Miteinander immer wieder „JA“ zu sagen, ist kein „Nein“ zum Ich. Zu Individualität, Eigenständigkeit und dem „selbst bleiben“.
Liegt nicht hier der Schlüssel? Und Schlüssel, die verschließen sind dieselben, die auch öffnen!
Es ist ein latent lebensbegleitendes Thema. Über wenige oder sehr viele Jahre, oder immer.
Es kann auch ein erkennendes Thema für eine Rückschau sein. Einen Rückblick, der Erkenntnisse zur Überschrift dieses Artikels lebendig macht:
„Was wir wollten – was daraus wurde“.
Und vielleicht sitzt man dann da, schaut sich in Gedanken oder tatsächlich in die Augen und kann sagen: „Es war so, weil…“
Lebenserfahrungen, die so wichtig sind. Aus denen sich Impulse ergeben. Vor allem aber Toleranz, Geduld, Ausdauer und Kraft. Eine Kraft aus Liebe für eine Liebe, zu dem Menschen an und mit dem ich alt und nicht nur älter werden will.
Rainer Nocht
-Was wir wollten, was daraus wurde-
Die meisten wollen, wünschen und erhoffen es sich, viele schaffen es, doch häufiger wird dieser Wunsch nicht zum finalen Teil des Lebens: Gemeinsam alt werden.
Gründe gibt es viele. Das Schicksal trennt durch Krieg, Krankheit oder Unfall, durch tragische Entwicklungen, die keiner beeinflussen konnte. Doch immer häufiger sind es die Lebenspartner, die selbst das „ WIR“ trennen. Aus Lebenspartnern werden ganz schnell „Lebensabschnitts-Partner“. Ein real-satirischer Begriff unserer Gesellschaft? Keineswegs, denn die Zahl der „Single-Haushalte“ wird immer größer.
Ein gemeinsames Leben wird gelebt, solange es klappt, solange alles ohne Probleme läuft. Entstehen schwierige Lebenslagen und Situationen, wird „entsorgt“. Rückzug in das „Nest“ des eigenen Ichs, und irgendwann eine neue Suche nach einem Lebenspartner.
So kennt man es ja auch aus anderen Lebensbereichen: Der Kühlschrank mit partiellen Macken wird nicht mehr repariert, sondern ausgetauscht; die Beule im Kotflügel oder der unzuverlässige Anlasser werden nicht mehr repariert, sondern ausgewechselt. Ex und hopp. Alles zu teuer, - zu mühsam? Zum Glück ist dieses Denken bei Krankheiten noch ein Tabu! Hier wird noch geheilt und alles Chancenreiche versucht. Und überwiegend mit viel Erfolg !
Eine jüngste Umfrage eines Hamburger Instituts besagt, dass 83% aller 30-Jährigen mit ihrem Partner ein Leben lang zusammen bleiben wollen. Aber Wunsch und Wirklichkeit belegen das Gegenteil. Zu wenig innehalten, zu wenig Tun für das „WIR“, zu viel Intoleranz und zu wenig Geduld?
Vieles deutet darauf hin. Denn eines ist durch eine Langzeitstudie auch belegt: Paare, die trotz Krisen zusammengeblieben und daran gearbeitet haben, erlebten fünf Jahre später ihre Krise und ihre Probleme als nicht mehr gravierend.
Liegt hier ein, oder gar das Geheimnis der vielen Paare, die Silber-, Gold-, oder gar Gnadenhochzeit feiern können/dürfen? Oder unabhängig vom Status einer Ehe nicht nur gemeinsam älter, sondern gemeinsam alt geworden sind.
Welche Werte und Lebenseinstellungen, welches Verständnis von Partnerschaft stehen dahinter? Was sagte trotz Turbulenzen im Herzen immer wieder ja. Nicht blind vor Realitäten (Gewalt, Alkoholismus mit dauernden Rückfällen etc.), aber voller Kraft und liebendem Wollen eines Lebens miteinander.
Also auch dem gelebten Bemühen, heilen zu wollen, wenn eine „Beziehung“, eine Liebe kränkelt.
Eine kleine gedankliche Analogie:
Ist jemand krank, bemühen wir uns zu heilen. Intensiv, fürsorglich und sehr ausdauernd und wollend. Keiner sagt: „Die Gesundheit ist verloren gegangen“.
Ist eine (auch lange) Partnerschaft „krank/kränkelnd“ fällt immer schneller der so trennende Satz. „ Wir haben uns auseinander gelebt. Uns ( oder nur einem) ist die Liebe verloren gegangen“.
Welche Bedeutung hatte und hat das WIR vor dem ICH?
Sicher haben sich Rolle und besonders Selbstverständnis von Mann und vor allem Frau gewandelt. Sonst hätten wir heute noch ein Patriarchat.
Aber sind es Rollen oder nicht eher eigene Wert- und Lebenseinstellungen, die wichtig sind?
Dem Miteinander immer wieder „JA“ zu sagen, ist kein „Nein“ zum Ich. Zu Individualität, Eigenständigkeit und dem „selbst bleiben“.
Liegt nicht hier der Schlüssel? Und Schlüssel, die verschließen sind dieselben, die auch öffnen!
Es ist ein latent lebensbegleitendes Thema. Über wenige oder sehr viele Jahre, oder immer.
Es kann auch ein erkennendes Thema für eine Rückschau sein. Einen Rückblick, der Erkenntnisse zur Überschrift dieses Artikels lebendig macht:
„Was wir wollten – was daraus wurde“.
Und vielleicht sitzt man dann da, schaut sich in Gedanken oder tatsächlich in die Augen und kann sagen: „Es war so, weil…“
Lebenserfahrungen, die so wichtig sind. Aus denen sich Impulse ergeben. Vor allem aber Toleranz, Geduld, Ausdauer und Kraft. Eine Kraft aus Liebe für eine Liebe, zu dem Menschen an und mit dem ich alt und nicht nur älter werden will.
Rainer Nocht
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