Da es nun aber schon mal so weit ist, dass Geocaching in vieler Munde ist, und ich einer von denen bin, die schon seit ein paar Jahren dabei sind, muss ich leider auch beobachten, dass dieser einstmals so "konspirative" Sport das gleiche Schicksal erleidet, wie alles, was zum Massenphänomen avanciert. Quantität geht allzu leicht auf Kosten der Qualität. Und Qualität meint in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der Geocacher. Das ist bedeutsam, denn ursprünglich war Geocaching etwas für Leute, die die Natur nicht nur genießen, sondern auch schützen wollten.
Daher dieser Beitrag.
Grundlegende Information
Wer's noch nicht kennt, der kann sich auf Wikipedia die wesentlichen Grundlagen anlesen. Ebenfalls auf Wikipedia findet sich der Artikel zu den Geocaching-Datenbanken. An dieser Stelle möchte ich eine Empfehlung aussprechen, nämlich die Benutzung der Plattform www.geocaching.com. Zum einen findet sich dort inzwischen der aktivste Teil der Geocacher-Gemeinde, zum anderen ist dies für mein Dafürhalten die verbindlichste aller Plattformen. Wer sie nutzt, muss angemeldet sein (die Basic-Mitgliedschaft ist kostenlos) und bekommt auch erst als angemeldetes Mitglied die Lage der Caches mitgeteilt. Im Gegensatz zum Gegenentwurf, opencaching.de, wo jeder, Geocacher oder nicht, die Koordinaten der Verstecke einsehen kann. Der eventuelle Nachteil bei geocaching.com besteht darin, dass man des Englischen mächtig sein muss. Gute deutschsprachige Informationen finden sich auf den Seiten www.geocaching.de. Dort erfährt man auch, dass dieser Sport von der Deutschen Wanderjugend unterstützt wird. Die Info-Seiten des deutschen GC-Servers (GC = Abkürzung für Geocaching) bieten darüber hinaus Beiträge, in denen es um alles geht, was einen Geocacher - und natürlich auch Geocacherinnen - zu interessieren hat: Von Naturschutz über das Zeckenproblem bis hin zu einem Glossar der gebräuchlichen Abkürzungen und Fachbegriffe ist alles da.
Das Regelwerk lesen und beachten
Als bekennender Geocacher und Naturfreund kann ich nur immer wieder dafür werben, bevor man beginnt, vor allem aber, bevor man den ersten eigenen Cache versteckt, sich das Regelwerk durchzulesen (die guidelines). In deutscher Sprache findet sich das hier. Es ist leider immer unüblicher geworden, dass sich Neulinge dieser kleinen Mühe unterziehen - mit entsprechenden Folgen für Wald und Flur.
Persönliches Verhalten
Der Mensch, auch wenn er grade keine Straßen baut, kann ein ganz schöner Störfaktor sein. Daher ist das Verhalten von Geocachern, die es häufig in entlegene Gebiete verschlägt, ein wichtiger Faktor. Ich liste hier einfach mal ein paar Dinge auf, die mir persönlich am Herzen liegen.
- Wir sollten, wo immer es geht, auf bereits vorhandenen Wegen bleiben.
- Wir sollten bei der Jagd nach Verstecken und Punkten möglichst alles so belassen, wie wir es vorgefunden haben, also keine Rinde von Bäumen schälen, keine Wurzeln blank legen usw. Besonders in diesem Winter war zu beobachten, dass ganze Baumscheiben vom Schnee frei geräumt wurden, weil der Ehrgeiz der jeweiligen Cacher es nicht zuließ, ohne Fund (und damit ohne Punkt) umzukehren. Die Schneeauflage bedeutet für das Wurzelwerk aber Frostschutz. Hier sollten wir Vernunft walten lassen.
- Ich persönlich absolviere Nachtcaches (ja, auch die gibt es) nur noch in der Nähe menschlicher Besiedelung. Dort störe ich die nächtliche Fauna am wenigsten, weil sie dort nicht so ausgeprägt ist. Wer Nachtcaching betreibt, braucht natürlich Lampen. Achtet darauf, dass es nicht auch hier heißt: heller, höher, weiter. Zumal es euch passieren kann, dass das Licht eurer Super-Taschenlampe so hell ist, dass es die reflektierenden Hinweise einfach überstrahlt. (Gute Marken für TA-Lampen sind Zweibrüder und Fenix, jeweils die kleineren Versionen.) Haushaltsübliche TA-Lampen reichen nicht aus.
- Wer vielleicht auch öfter mal als einsamer Wolf unterwegs ist (das gilt jetzt vor allem für Männer), der sollte Caches in der Nähe von Spielplätzen nur dann suchen, wenn keine Kinder dort spielen. Ich brauche das, glaube ich, nicht näher zu begründen. Ich persönlich vermeide solche Caches inzwischen und verzichte auf den Punkt - und schreibe das anschließend als Notiz ins elektronische Logbuch des Caches. Verbunden mit der Hoffnung, dass Geocacher in der Nähe von Spielplätzen künftig weniger Caches verstecken.
- Als Raucher habe ich immer einer Taschenascher dabei und Mülltüten im Auto, falls ich im Eifer des Gefechts mal vergessen habe, ihn zu leeren.
Kurz und gut: Geocaching ist ein tolles Hobby, das uns viel an die frische Luft und in Bewegung bringt, mit dem wir auch unsere Halbwüchsigen oder Enkel mit Freude zum Laufen bringen, das wir wandernd oder mit dem Fahrrad/MB ausüben können, das uns viele neue Erkenntnisse bescheren kann. Aber auch hier gilt: Gehirn einschalten. Bei besonderen Schwierigkeiten, die uns bei diesem Sport immer wieder begegnen, heißt es nachdenken! Nicht nur der Schwierigkeit wegen, sondern auch um deren naturschonenden Lösung willen.
Meine Ausrüstung
In meiner GC-Hüfttasche findet sich Folgendes:
- GPS-Gerät + Reserveakkus in kontaktsicherer Box
- Digitale Kamera + Reserveakkus in kontaktsicherer Box + Optikpapier zum Reinigen des Display oder der Linse (oder der Brille ;-) )
- Handy
- Multitool, schweizer Taschenmesser
- herkömmlicher Kompass
- Taschenspiegel (für Hinweise, die unter/hinter Bänken, Zaunpfosten o.ä. angebracht sind)
- Taschenascher, Feuerzeuge (können auch für Nichtraucher nützlich sein)
- Kugelschreiber oder Bleistift fürs Loggen vor Ort
- Zeckenzange, Desinfektionsmittel
- Lippenpflege (im Sommer mit UV-Schutz)
- Papiertaschentücher (gegen laufende Nasen, erdige Finger oder andere Notfälle ;-) )
- UV-Lampe (am Autoschlüssel); die braucht man nicht standardmäßig, man sollte sie allerdings bald anschaffen, da UV-Lack ein beliebtes Schreibmittel für verborgen angebrachte Hinweise ist.
- Tauschgegenstände
Im Auto oder in der Lenkertasche meines MB liegt meist noch Folgendes parat:
- Stirnlampe (wird gelegentlich auch am helllichten Tag benötigt, engagierte Geocacher sind bisweilen auch unter Tage aktiv)
- Lappen
- Trinkwasser
Happy caching!
