Der oberste Gerichtshof in Teheran hat nun entschieden, dass die Frau Rache am Täter nehmen darf. Sie darf ihm ebenfalls Schwefelsäure in die Augen träufeln. Da die Frau weniger wert ist als ein Mann, hatte man ihr zunächst nur ein Auge zugesprochen. Da sie aber auch im Gesicht völlig entstellt ist, wurden ihr beide Augen "erlaubt". Sie betont ausdrücklich, dass nicht Rache sondern Abschreckung ihr Motiv wäre. Die jetzt in Spanien lebende Frau ist die erste, die das Gesetz der Blutrache für sich ganz offiziell in Anspruch nimmt. 

Ist diese vom Staat gebilligte Selbstjustiz fortschrittlich? Oder ist diese Tat ein guter Beitrag zum Verständnis der Frauen in der archaischen Wüsten-Stammesgesellschaft?

Viele feiern die Frau als Frauenrechtlerin. Ich würde sagen, Unrecht wird durch Unrecht auch nicht ger“ä“chter. Ändert sich am Leben der Frau etwas wenn sie sich rächt? Hierzulande würde in dem Falle ein findiger Psychiater dem Mann sicher eine traurige Kindheit unter der Fuchtel einer dominanten Mutter attestieren. Die Zeitungen wären voll mit Berichten über den armen Mann, der zu der scheußlichen Tat sozussagen getrieben wurde. Die USA haben die Todesstrafe. Im Iran hat man das Recht auf Vergeltung. Bei uns hat der Täter meist mehr Aufmerksamkeit als das Opfer. Verkehrte Welt?