Also habe ich:
- Mit meiner BAHN-CARD die einfache Fahrt nach Frankfurt/Main gebucht.
- Mit meinem Bruder in der Nähe von Darmstadt telefoniert, damit er mich am Dienstag zu dem Autohändler im näheren Umkreis von Frankfurt bringen könne.
- Mir von meinem Bankkonto 6.000 EUR in bar abgeholt, um den neuen "Gebrauchten" zu bezahlen.
- Ein „Überführungskennzeichen“ , die „vorläufige“ Zulassung und einen Termin für die Fahrzeug-um-Meldung bei der Straßen-Verkehrs-Behörde geholt.
Da die Überführungskennzeichen so schrecklich lang waren, habe ich kurzerhand eine meiner Reisetaschen genommen und zu den Schildern auch noch etwas „Marschverpflegung“ für unterwegs eingepackt.
Ca. 05:30, Dienstags-Morgens sollte dann die Reise losgehen.
Also am Montag-Abend schon mal alles zurecht gelegt, die Reisetasche bepackt, das Geld eingesteckt – aber nicht in die Reisetasche ( könnte ja sonst leicht gestohlen werden) - , nicht in meinen Sakko, sondern wie immer in die Gesäßtasche in meine Geldbörse. Bahnticket per Internet ausgewählt und ausgedruckt. Nein, vergessen hatte ich wohl nichts.
Früh genug aufgestanden, nahm ich alle notwendigen Utensilien und fuhr dann mit den „öffentlichen“ zum Ostbahnhof, wo der Intercity Richtung Interlaken über Frankfurt/M pünktlich gegen 5:30 losfuhr. Kurz nach der Abfahrt war auch schon der Zugbegleiter ( früher hieß das wohl mal „Schaffner“) zur Stelle um meine Fahrkarte zu entwerten. Danach machte mich die eintönige Geräuschkulisse im Hintergrund schläfrig. Schließlich war ich an diesem Morgen schon seit 4:00 Uhr auf den Beinen.
Die Zug-Halt’s in Berlin Hauptbahnhof und Potsdam habe ich noch irgendwie im Dämmerzustand wahrgenommen, und ich nahm mir vor, auf dem Streckenteil bis Wolfsburg ins Zugrestaurant zu gehen und erst mal einen belebenden Kaffee zu trinken. Doch die gleichmäßige Geräuschkulisse sorgte letztendlich für die Verschiebung dieses Vorhabens, und ich bin dann wohl eingeschlafen.
Unterwegs während des Schlafes habe ich wahrgenommen, dass mein Sitz sich in eine „Ruheposition“ verschieben ließ. Diese Stellung habe ich dann wohl auch eingestellt und ich wurde wach, als wir den Bahnhof Hanau verließen und als nächster Halt Frankfurt Hauptbahnhof angesagt wurde. Jetzt wurde es Zeit sich auf die Ankunft vorzubereiten. Schnell raffte ich mich auf und ging noch flott zur Toilette. Nach der Rückkehr an meinen Sitzplatz wurde schon angesagt, daß wir in wenigen Minuten Frankfurt Hauptbahnhof erreichen würden.
Nach dem Halt des Zuges gegen 10:00 Uhr stellte ich fest, wie belebt doch der Frankfurter Hauptbahnhof ist. Aber jetzt wollte ich erst mal meinen Bruder treffen. Ein kurzer Handy-Anruf
und er sagte mir, auf welchem Parkplatz er auf mich warten würde. Nach Verlassen des Bahnhofsgebäudes hatte ich ihn dann auch blitzschnell gefunden.
Weitere Einzelheiten zu der zu wählenden Fahrtroute waren schnell geklärt, und ab ging’s Richtung Bad Nauheim. Und als mein Bruder fragte, ob ich alles Notwendige dabei hätte, zeigte ich ihm zunächst die Reisetasche mit den Nummernschildern.
Das Geld und die vorläufige Zulassung sollten allerdings in meiner Geldbörse in meiner Gesäßtasche sein.
…ABER ICH GRIFF INS LEERE… Was war das denn jetzt ?
Sicher war die Geldbörse beim Einsteigen in den Wagen meines Bruders aus der Gesäßtasche gerutscht. Nur mühsam konnte ich meinen Bruder überreden, die nächste Parkmöglichkeit zu nutzen, damit ich vor, hinter, unter, und neben dem Autositz meine Geldbörse suchen konnte. Doch die Geldbörse war nicht aufzufinden. Also wo sollte die Geldbörse denn jetzt sein?
Na klar, im Zug nach Interlaken, sagte ich. VERLOREN ! Oder vielleicht GESTOHLEN während ich geschlafen habe ?
„NEIN, NEIN“ sagte mein Bruder, „Warte ab, wenn Du heute abend wieder in Berlin bist, wirst Du feststellen, dass Du sie auf dem Wohnzimmertisch hast liegenlassen“
…Fortsetzung folgt…
