„…vor kurzem musste ich wieder einmal feststellen, dass ich etwas hinter dem Mond lebe.
Ich kam zu der Erkenntnis: entweder du bist etwas wert oder du bist nichts...es gibt nichts dazwischen...
Denn ich habe meinen ersten guten Vorsatz für das neue Jahr gleich in der ersten Woche erfüllt, und das, obwohl ich allen zustimme, die sagen, dass gute Vorsätze zum Neuen Jahr vollkommener Schwachsinn sind...
Man sollte die Dinge tun, wenn sie getan werden müssen und nicht unbedingt zu Beginn des neuen Jahres!
Bei der Erfüllung des guten Vorsatzes kam mir der Termindruck zugute, unter dem ich stand, denn am ersten Montag mussten alle Unterlagen auf das Amt getragen werden.
Der Termin stand und mir blieb keine Wahl!
Also begann ich mit der Arbeit!
Ich füllte Anträge und Formulare aus, kopierte, was das Zeug hielt und wurde erst in meinem Arbeitseifer gebremst, als mein Kopierer: KEINE TINTE!! auf dem Display anzeigte!
Es fehlten noch so „wichtige Beweise“ zu den Mietangelegenheiten, wie:
Wann wurde das Haus gebaut und welche Wärme fließt weshalb hindurch? Oder: Gibt es noch geheimnisvolle Konten in der Schweiz? Oder: Vielleicht steht irgendwo noch eine teure Villa herum, die man verschweigen möchte…
Aber ich konnte nicht mehr kopieren! Und eine neue Farbrolle konnte ich erst am nächsten Tag besorgen...und sie würde wieder viel Geld kosten, dass ahnte ich schon…
(Und das Faxgerät war niegelnagelneu! Mehr als 28 Seiten schafft es eben nicht! Die alten Geräte haben früher sogar 200 Seiten geschafft...)
Sicher hat man bemerkt, worum es ging? Ja, ich stellte einen Hartz 4 Antrag!
In meiner momentanen Situation bleibt mir nichts anderes übrig, als vom schlimmsten Fall aus zu gehen. Und dieser ist, dass meine so toll angedachte Geschäftsidee zur Selbstständigkeit sich noch nicht trägt. Mehr als ein halbes Jahr ist vergangen und weil ich nur ans Geldverdienen dachte, bin ich auch noch selber schuld...
Bei einer Frage auf dem Antrag war ich etwas unsicher und rief die Tochter meiner besten Freundin an.
(Sie ist 20 J. und ist doch tatsächlich auf einem dieser Ämter beschäftigt!)
Meine Meinung zu diesem Thema betrifft den beruflichen Werdegang von jungen Mitarbeiterinnen.
Ich finde, bevor man sich dort HINTER den Schreibtisch setzen lässt, sollte man sich als Bedürftiger mal für ein paar Stunden in den Stuhl VOR dem Schreibtisch setzen, mit nichts mehr in den Taschen.
Nur, um das Gefühl für die Situation zu kriegen…
Ich wünsche niemandem, dort zu sitzen. Und ich weiß auch, dass einige Wenige sehr gut klar kommen und sich nicht bemühen, ihre Situation zu ändern!
Aber ihr Kommentar, als ich sagte, ich habe von einem Bekannten, der seinen Antrag schon abgegeben hatte, gehört, man würde dort ganz furchtbar auf dem Amt behandelt, bestätigte nur meine Meinung!
Sie antwortete nämlich, ich solle nicht auf die Meinung von jedem "Assi" etwas geben - die Mitarbeiter seien nicht so schlecht, wie ihr Ruf!
Also-schlussfolgern wir nun daraus: entweder du bist was (berufstätig) oder eben ein "Assi"!
Dazwischen gibt es nicht mehr viel!
Ich war sehr froh, dass Telefone mit Bildschirm noch nicht verbreitet sind, denn bei dem Gedanken, wie ich wohl bei dem nächsten Besuch bei meiner Freundin von ihrer Tochter gesehen werde, musste ich lächeln! War ich dann auch ein "Assi"?
Übrigens:
An dem besagten Montag gab ich den Antrag, mit vielen kleinen Sonderanträgen und mindestens 30 Kopien termingerecht und erst in der Vorhalle wartend, ab! Bis heute befürchte ich auch, abgelehnt zu werden...
Mein Einkommen ist sicherlich zu hoch und ich bin ein spezieller Fall!
ENDE
Gibt es nur zwei Kategorien oder was?
wie man zu neuen Erkenntnissen gelangt...
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