Glücksmomente bleiben unvergessen. So einen kleinen Glücksmoment erlebte ich mit meiner damals fünfjährigen Tochter.

 

"Mama, was möchtest du werden, wenn du erwachsen bist?" fragte sie mich am Frühstückstisch. "Ich wäre gerne eine Mutter, wenn ich erwachsen bin", antwortete ich spontan. Ich vermutete, dass sie sich wieder ein Spiel ausgedacht hatte und ging darauf ein. "Das geht nicht, Mama, das bist du ja schon. Was möchtest du einmal sein?"

 

"Was soll ich dir sonst sagen?" fragte ich meine Tochter. "Mama, sag einfach, was du sein willst, wenn du erwachsen bist. Du kannst alles sein, was du sein möchtest!" Ihre Worte bewegten mich so sehr, dass ich nicht sofort antworten konnte und sie stand auf und ging aus dem Zimmer. 

 

Diese kleine Unterhaltung hatte etwas in mir berührt. In den Augen meiner Tochter konnte ich immer noch alles werden, was ich sein wollte Mein Alter, meine vier Kinder, mein Mann,  mein erlernter Beruf, nichts war von Belang. Sie zeigte mir, dass ich noch immer nach den Sternen greifen und noch immer Träume träumen konnte. In ihren Kinderaugen war meine Zukunft noch nicht vorbei. In ihren Augen hatte ich noch eine Menge "Sein" vor mir.

 

Diese Frage stellte sie übrigens auch in all ihrer kindlichen Unschuld ihren Großeltern...

 

 

 

 

 

Foto: pixelio

Birgit H.