Grimms Märchen ... oder der sagenumwobene Fettstoffwechsel.
Möchte mich für die Kommentare bedanken und wegen der grossen Resonanz eine kleine Fortsetzung. Abnehmen durch Sport!!!!!!!!!
Muss ich zum Abnehmen im sogenannten "Fettstoffwechselbereich" trainieren?
Also: Der Fettstoffwechsel hat mit Abnehmen nichts, aber schon gar nichts, zu tun!
Es zählt nicht, wie viele Kalorien in Form von Fett verbrannt werden, sondern wie viele Kalorien insgesamt verbrannt werden, über Fett- und Kohlenhydratverbrennung (und die meist vergessene Eiweissverbrennung). Der Glaube, es würde nur die in Form von Fett verbrannte Energie beim Abnehmen zählen ist ungefähr mit der Naivität eines kleinen Kindes zu vergleichen, welches glaubt, wenn die Mama mit der Bankomatkarte anstatt mit Bargeld bezahlt, dann hat der Einkauf nichts gekostet. Morgen ist das Geld trotzdem weg.
Nehmen wir nun einmal an, Sie haben eine Stunde trainiert. Und Sie waren so "unvernünftig", diese Stunde mit einer sehr hohen Belastung laufen zu gehen. Es stimmt, Sie haben kaum Fett, sondern vorwiegend Kohlenhydrate verbrannt. Davon aber reichlich. Und nun nehmen wir weiters an, Sie hätten diesen Tag nicht mehr an Kalorien mit Essen und Trinken zu sich genommen, wie Ihr Körper an einem Tag ohne Trainingseinheit verbraucht: Sinkt nun der Energiebedarf Ihres Körpers, nur weil nach dem Training zu wenig Kohlenhydrate vorhanden sind? Kühlt Ihre Körpertemperatur dabei vielleicht von Ihren 37° auf 36° ab, um Energie zu sparen? Mitnichten. Ihr Körper wird sich eine andere Lösung einfallen lassen. Und die geht so: Die Kohlenhydrate sind verbraucht - also, vermehrt auf die Fettreserven zugreifen. Der Anteil der Fettverbrennung in Ruhe beginnt zu steigen, bis das Energiedefizit, verursacht durch das intensive Training, abgedeckt ist. Und bis die Kohlenhydratspeicher im Muskel ("Muskelglykogen") nach etwa 48 Stunden wieder aufgefüllt sind. Tatsächlich tritt somit genau das Gegenteil von dem ein, was öfters behauptet wird, nämlich dass nur das Training im "Fettstoffwechselbereich" den Fettstoffwechsel in Ruhe anregen würde. Diese Aussage ist von den Grundlagen unserer Biochemie her schlichtweg falsch und kann auch mit spiroergometrischen Messungen sehr einfach widerlegt werden. (Näheres zum Thema Spiroergometrie finden Sie hier). Kurzum, vergessen Sie die Geschichte mit dem "Fettstoffwechselbereich", zumindest, wenn es ums Abnehmen geht. Sie können Ihren Körper nicht überlisten. Mehr Anstrengung bedeutet mehr Energieverbrauch und somit mehr "Fettabbau". Übrigens: Der Anteil des Fettstoffwechsels in Ruhe steigt natürlich auch, wenn Sie keinen Sport machen, aber trotzdem weniger Kalorien zu sich nehmen wie Ihr Körper verbrennt (Diät!).
Das Ganze soll jetzt aber keinesfalls als Plädoyer für ein zu intensives Training verstanden werden. Natürlich ist es sinnvoll, einen vernünftigen Trainingsbereich für das Ausdauertraining zu wählen. Ist die Intensität zu gering, so wird Ihr Körper kaum einen Reiz verspüren, sich zu verbessern. Ist die Intensität zu hoch, so wird Ihr Körper nach wenigen Trainingseinheiten erschöpft sein und Ihre Gelenke und Muskeln werden überlastet. Nur soll ein für alle mal mit dieser unsinnigen Einteilung in Fettstoffwechseltraining und Kreislauftraining aufgeräumt werden.
Dieser Zusammenhang soll an folgendem Rechenbeispiel verdeutlicht werden:
Langsames Laufen bei etwa 120bpm verbraucht etwa 8 Kcal pro Minute. Bei einer anteiligen Energiegewinnung aus Fetten von ca. 80%, werden demnach 6,4 Kcal pro Minute aus Fetten verbrannt.
Laufen bei einem Puls von 150 bis 160 bpm verbraucht circa 15-18 Kcal pro Minute. Wenn auch der Anteil an bereitgestellter Energie aus FFS nur bei 50-60% liegt, werden dennoch mindestens 9Kcal pro Minute aus Fetten geliefert. Geht man davon aus, dass beide Sportler die selbe Zeit durchhalten, hat der etwas schnellere Läufer ungefähr doppelt so viel Energie verbraucht als der langsame.
Wenn beide abnehmen wollen und eine identische Nahrungsaufnahme haben, wäre es an dieser Stelle völlig vermessen zu behaupten, dass der mit Puls 120 Trainierende einen größeren Gewichtsverlust hat als der, der mit Puls 150 bis 160 trainiert. Genau das wird aber vielerorts konstatiert.
Wenn man ein paar Polster los werden will, dann nützt ein Puls von 120-135 nicht viel!!!!!!!!!!!!
viele grüsse
reini
Also: Der Fettstoffwechsel hat mit Abnehmen nichts, aber schon gar nichts, zu tun!
Es zählt nicht, wie viele Kalorien in Form von Fett verbrannt werden, sondern wie viele Kalorien insgesamt verbrannt werden, über Fett- und Kohlenhydratverbrennung (und die meist vergessene Eiweissverbrennung). Der Glaube, es würde nur die in Form von Fett verbrannte Energie beim Abnehmen zählen ist ungefähr mit der Naivität eines kleinen Kindes zu vergleichen, welches glaubt, wenn die Mama mit der Bankomatkarte anstatt mit Bargeld bezahlt, dann hat der Einkauf nichts gekostet. Morgen ist das Geld trotzdem weg.
Nehmen wir nun einmal an, Sie haben eine Stunde trainiert. Und Sie waren so "unvernünftig", diese Stunde mit einer sehr hohen Belastung laufen zu gehen. Es stimmt, Sie haben kaum Fett, sondern vorwiegend Kohlenhydrate verbrannt. Davon aber reichlich. Und nun nehmen wir weiters an, Sie hätten diesen Tag nicht mehr an Kalorien mit Essen und Trinken zu sich genommen, wie Ihr Körper an einem Tag ohne Trainingseinheit verbraucht: Sinkt nun der Energiebedarf Ihres Körpers, nur weil nach dem Training zu wenig Kohlenhydrate vorhanden sind? Kühlt Ihre Körpertemperatur dabei vielleicht von Ihren 37° auf 36° ab, um Energie zu sparen? Mitnichten. Ihr Körper wird sich eine andere Lösung einfallen lassen. Und die geht so: Die Kohlenhydrate sind verbraucht - also, vermehrt auf die Fettreserven zugreifen. Der Anteil der Fettverbrennung in Ruhe beginnt zu steigen, bis das Energiedefizit, verursacht durch das intensive Training, abgedeckt ist. Und bis die Kohlenhydratspeicher im Muskel ("Muskelglykogen") nach etwa 48 Stunden wieder aufgefüllt sind. Tatsächlich tritt somit genau das Gegenteil von dem ein, was öfters behauptet wird, nämlich dass nur das Training im "Fettstoffwechselbereich" den Fettstoffwechsel in Ruhe anregen würde. Diese Aussage ist von den Grundlagen unserer Biochemie her schlichtweg falsch und kann auch mit spiroergometrischen Messungen sehr einfach widerlegt werden. (Näheres zum Thema Spiroergometrie finden Sie hier). Kurzum, vergessen Sie die Geschichte mit dem "Fettstoffwechselbereich", zumindest, wenn es ums Abnehmen geht. Sie können Ihren Körper nicht überlisten. Mehr Anstrengung bedeutet mehr Energieverbrauch und somit mehr "Fettabbau". Übrigens: Der Anteil des Fettstoffwechsels in Ruhe steigt natürlich auch, wenn Sie keinen Sport machen, aber trotzdem weniger Kalorien zu sich nehmen wie Ihr Körper verbrennt (Diät!).
Das Ganze soll jetzt aber keinesfalls als Plädoyer für ein zu intensives Training verstanden werden. Natürlich ist es sinnvoll, einen vernünftigen Trainingsbereich für das Ausdauertraining zu wählen. Ist die Intensität zu gering, so wird Ihr Körper kaum einen Reiz verspüren, sich zu verbessern. Ist die Intensität zu hoch, so wird Ihr Körper nach wenigen Trainingseinheiten erschöpft sein und Ihre Gelenke und Muskeln werden überlastet. Nur soll ein für alle mal mit dieser unsinnigen Einteilung in Fettstoffwechseltraining und Kreislauftraining aufgeräumt werden.
Dieser Zusammenhang soll an folgendem Rechenbeispiel verdeutlicht werden:
Langsames Laufen bei etwa 120bpm verbraucht etwa 8 Kcal pro Minute. Bei einer anteiligen Energiegewinnung aus Fetten von ca. 80%, werden demnach 6,4 Kcal pro Minute aus Fetten verbrannt.
Laufen bei einem Puls von 150 bis 160 bpm verbraucht circa 15-18 Kcal pro Minute. Wenn auch der Anteil an bereitgestellter Energie aus FFS nur bei 50-60% liegt, werden dennoch mindestens 9Kcal pro Minute aus Fetten geliefert. Geht man davon aus, dass beide Sportler die selbe Zeit durchhalten, hat der etwas schnellere Läufer ungefähr doppelt so viel Energie verbraucht als der langsame.
Wenn beide abnehmen wollen und eine identische Nahrungsaufnahme haben, wäre es an dieser Stelle völlig vermessen zu behaupten, dass der mit Puls 120 Trainierende einen größeren Gewichtsverlust hat als der, der mit Puls 150 bis 160 trainiert. Genau das wird aber vielerorts konstatiert.
Wenn man ein paar Polster los werden will, dann nützt ein Puls von 120-135 nicht viel!!!!!!!!!!!!
viele grüsse
reini
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