Vor kurzem erlebte ich bei Bekannten eine ziemlich hässliche Szene: Der Ehemann kommt von der Arbeit nach Hause und schreit die fast erwachsene Tochter an,wo denn die Mutter wäre. Sie wüsste doch, wann er nach Hause käme und außerdem hätte er Hunger. Die Mutter richtete sich in fast allen Dingen nach ihm und seinen Bedürfnissen. Doch an diesem Tag hatte sie sich verspätet. Sein Wutgeschrei dröhnte durch das ganze Haus. Vermutlich rüttelte da jemand am Machtgefüge. Da kann man nur sagen: Wehret den Anfängen!

Viele Frauen (und auch ihre Kinder) springen nach der Zeitpfeife des Mannes und Vaters. Mir sind einige Beispiele aus meinem Umkreis bekannt. Er bringt das Geld nach Hause, und wie heißt es doch: Wer das Geld hat, hat die Macht.

Leider wird die Erwartung, dass Frauen (fast) immer Zeit hätten, durch das Verhalten vieler Frauen bestätigt. Sie verbauen sich das Recht auf eigene Zeit, eigene Interessen und lassen dadurch zu, dass andere sich ihrer Zeit bemächtigen.

Besser ist, sich Zeit zu nehmen, um etwas zu tun, was Freude macht, wichtig ist oder einfach nur gut tut. Ganz egal, ob "frau" berufstätig ist oder "nur" Hausfrau, ganz gleich, ob man Sport treibt, spazieren geht, sich hinlegt, liest, ein Bad nimmt oder einfach für eine Weile nichts tut.

Einfach das tun, was gut ist und Spaß macht - und das ohne Schuldgefühle.